Arik-den-ilu

Ārik-dēn-ili (Arik-din-ili, früher auch als Pudi-ilu gelesen[1]), Sohn des Enlil-nirari war ein mittelassyrischer König und regierte nach der assyrischen Königsliste 12 Jahre. Seine genaue Datierung ist umstritten:

Autor Regierungszeit Anmerkungen
Olmstead 1920 1315–1300
Grayson 1969 1319–1308 v. Chr. mittlere Chronologie
Gasche et al. 1998 1311–1301 Ultrakurze Chronologie
Freydank 1991 1307–1296

Inhaltsverzeichnis

Titel

Ārik-dēn-ili nannte sich „legitimer König“ (gewöhnlich ein Zeichen für das Gegenteil), „starker König“ und „König von Assyrien“. Das ist ein deutlicher Wechsel gegenüber der Titulatur seiner Vorgänger, die sich durchgängig als Vizekönig des Aššur (išši'ak Assur) bezeichneten. Adad-nārārī nennt ihn Statthalter des Enlil, Vizekönig von Aššur, Eroberer der Länder von Turuki und Nigimti in ihrer Gesamtheit, zusammen mit ihren Königen, Bergen und Hochländern, des weitgespannten Quti, dem Land der Ahlamu, der Suti, der Iari und ihrer Länder, der die Grenzen des Landes ausdehnte[2].

Quellen

Ārik-dēn-ili ist der erste assyrische König, von dem historische Texte (Annalen) überliefert sind[3]. Die Berichte über einzelne Feldzüge werden durch Linien voneinander abgetrennt, die Angaben sind, bis auf Toponyme, spärlich und formulaisch.

Regierung

Der erste Feldzug wurde gegen Iašubakula an der Grenze zu Elam geführt. Ein sehr fragmentarischer Text aus der assyrischen Chronik berichtet von einem Feldzug gegen Esini, der dreißig Streitwagen besaß. Der fünfte Feldzug geht wieder gegen Esini, es war Ārik-dēn-ili also kein dauernder Erfolg bescheiden. Arnuna/ni in Nigimhi, Kutila, Tarbisi und das Land Ḫalaḫi wurden erobert, Ārik-dēn-ili brachte reiche Beute nach Aššur, Vieh, aber auch Lebensmittel und Metall. Er setzte dabei mindestens 90 Streitwagen und auch Rammböcke ein. Der dritte Feldzug richtete sich wieder gegen Kutila, Tarbisi und Kudina, die vielleicht im Land der Guti, also im sudlichen Zagros lagen. Im selben Jahr überschritt Ārik-dēn-ili den Fluss Maštuate mit dreißig Streitwagen, besiegte 600 Streitwagenkämpfer und besiegte Rim Aku, den Herrscher der Stadt Namubilhi. Der 4. Feldzug richtete sich wieder gegen Ḫalaḫi. Vermutlich zur selben Zeit kam es zu Zusammenstößen mit den Iauri (Iari), Ahlamu und Suti, Steppennomaden, die manchmal mit den Aramäern identifiziert werden. Auch der 5. Feldzug brachte reiche Beute, eine Koalition um Esini wurde niedergeworfen, sowie Siege gegen Qummuḫ und seine Verbündeten am oberen Euphrat errungen.

Einem Konflikt mit Hanilgabat ging Ārik-dēn-ili demnach sorgfältig aus dem Weg. Er erweiterte das assyrische Herrschaftsgebiet entlang des Tigris nach Norden, vor allem auf dem östlichen Ufer des Flusses[4] und unterwarf die dortigen nomadischen Stämme. Dabei erreichte er vermutlich die Südgrenze von Mitanni.

Bauten

Ārik-dēn-ili erbaute den Tempel des Šamaš, „des erhabenen Gottes“ „für die Nachwelt“. Missernten in Assyrien wurden auf den Zorn des Gottes zurückgeführt, dessen Tempel man hatte wüst liegen lassen. Auch an dem königlichen Palast in Assur scheint er Reparaturen durchgeführt zu haben, wie Ziegelinschriften mit seinem Namen belegen.

Eponyme

Literatur

  • H. Freydank: Beiträge zur mittelassyrischen Chronologie und Geschichte. Berlin 1991.
  • Albert Kirk Grayson: Assyrian Royal inscriptions. Wiesbaden 1972, Doc. 348–377.
  • D. D. Luckenbill: Inscriptions of Early Assyrian Rulers. In: The American Journal of Semitic Languages and Literatures. 28/3, 1912, S. 153–203.
  • A. T. Olmstead: Kashshites, Assyrians, and the Balance of Power. In: The American Journal of Semitic Languages and Literatures. 36/2, 1920, S. 20–153.

Einzelnachweise

  1. Luckenbill 1925, 161
  2. D. D Luckenbill: Inscriptions of Early Assyrian Rulers. The American Journal of Semitic Languages and Literatures 28/3, 1912, S. 161
  3. A. T. Olmstead: Kashshites, Assyrians, and the Balance of Power. The American Journal of Semitic Languages and Literatures 36/2, 1920, 20–153
  4. M. B. Rowton: The Background of the Treaty between Ramesses II. and Hattušiliš III. Journal of Cuneiform Studies 13/1, 1959, 4


Vorgänger Amt Nachfolger
Enlil-nirari Assyrischer König
1307 v. Chr.–1296 v. Chr.
Adad-nārārī I.

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