Ariola
Ariola-Logo, seit 2006

Ariola (LC 00116) wurde 1958 gegründet und ist eines der erfolgreichsten deutschen Plattenlabels.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Logo des Labels Bertelsmann Schallplattenring, 1956 bis 1958

Nachdem der Unternehmer Reinhard Mohn bereits 1950 seinen Bertelsmann Lesering (heute Der Club) gegründet hatte, der es den Mitgliedern ermöglichte, aktuelle Bücher preiswert zu beziehen, wollte er sein Angebot Mitte der 50er Jahre auch auf Schallplatten ausweiten. 1956 gründete man unter der Devise „Zum guten Buch gehört ein schöner Klang“ den Bertelsmann Schallplattenring. Das junge Unternehmen hatte jedoch mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. So wollten die Plattenfirmen anfangs die erforderlichen Lizenzen zum Vertrieb der Platten über den Schallplattenring nicht vergeben. Darüber hinaus war es anderen Presswerken mitunter aus vertraglichen Gründen nicht möglich, Aufträge von Bertelsmann anzunehmen. Aus diesem Grund errichtete man 1957 das Presswerk Sonopress in Gütersloh.

Ariola-Logo, 1958 bis 1967 und seit 2006

Am 22. April 1958 kam es zur Gründung der Ariola Sonopress GmbH sowie eines österreichischen Tochterunternehmens, die mit einer Presskapazität von 225.000 Platten monatlich ausgestattet waren.[1] Die erste Veröffentlichung unter dem neuen Namen war Die Regenbogenkinder von Josephine Baker. Anfangs umfasste das Repertoire nur insgesamt 72 Titel von sechs Interpreten, was es dem Unternehmen schwer machte, in der Branche Fuß zu fassen. Langsam stellten sich jedoch erste Erfolge ein und in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und Stuttgart wurden Geschäftsstellen gegründet, 1961 wurde in Köln eine weitere Musikproduktion eröffnet. Zuvor hatte Ariola 1960 mit dem Kölner Volksschauspieler Willy Millowitsch seinen bisher umsatzstärksten Erfolg mit dem Stimmungslied Schnaps, das war sein letztes Wort, von dem 900.000 Exemplare umgesetzt wurden.

Logo der Ariola, zwischen 1967 und 1987

Im Laufe der Zeit kamen immer mehr erfolgreiche Künstler hinzu. Daneben landete das Unternehmen aber auch Flops wie die erste Single der Schlagersängerin Manuela. Von der Single Hula-Serenade / Candy (1962) verkauften sich nur knapp 6.000 Stück. 1964 veröffentlichte das Label einige Beat-Singles, unter anderem von The Rattles, mit Live-Aufnahmen aus dem legendären Star-Club. Die Firma konnte ab Mitte der 1960er Jahre durch attraktive Plattenverträge mit Gewinnbeteiligung einige etablierte Stars von anderen Labels übernehmen. So wechselten unter anderem die poplulären Schlagersänger Peter Alexander, Udo Jürgens und Rex Gildo zur Ariola. Im Jahr 1969 wurde der Sitz der Ariola Eurodisc GmbH von Gütersloh nach München verlegt.

Das Unternehmen schloss lukrative Lizenzverträge mit nationalen und internationalen Musikproduzenten. Unter anderem befanden sich folgende Labels zeitweise im Vertrieb der Ariola: 10 Records, 20th Century Fox, A&M Records, Arista Records, Baby Records, Baccarola, Bronze, Barclay, Cameo-Parkway, Chrysalis Records, DDD, DJM, Eurodisc, Gordy, Hansa, Instant Records, Island, Jupiter Records, Kapp Records, Linn, Logic Records, MCS, Melodija, Montana, Music, Musicor, Musiza, Page One, Palette, President, Pye Records, Red Point Rush, Rocket Records, RCA-Victor, Shelter, Top Rank, United Artists Records, Virgin Records, Whatley, White Records und Yum Yum.

Logo der Ariola, zwischen 1988 bis 2006

In den 1970er Jahren gründete die Plattenfirma Tochterunternehmen in den Beneluxländern und Spanien (1970), Frankreich (1973), den USA (1975) sowie Mexiko, Großbritannien und in der Schweiz (1977). Zu Beginn der 1980er erwarb Ariola die Hansa Musik Produktion. 1986 begann Sonopress mit der Produktion von Compact Discs. Ein Jahr später fusionierte das Label Ariola mit der UFA und Sonopress zur BMG Ariola München GmbH.

2004 wurde das Label Ariola Teil des Joint-Venture Sony BMG Music Entertainment. Am 5. August 2008 wurde dessen Auflösung bekannt gegeben. Sony übernimmt die Anteile von Bertelsmann und firmiert zukünftig unter dem Namen Sony Music Entertainment Inc. (als Tochter der japanischen Sony Corporation). Bertelsmann übernimmt die Masterrechte einiger „ausgesuchter europäischer Musikkataloge“ von Sony BMG und führt die Marke BMG als „Lizenzierungs- und Verwaltungsplattform für die Wahrnehmung und Vermarktung von Musikrechten“ weiter.

Deutsche Nummer-eins-Hits der Ariola (1958 bis 1980)

Singles

  • Dalida - Am Tag als der Regen kam (1959)
  • Jan & Kjeld - Banjo Boy (1960)
  • Peter Alexander - Der letzte Walzer (1968)
  • Heintje - Du sollst nicht weinen (1968)
  • Heintje - Heidschi Bumbeidschi (1968)
  • Peter Alexander - Liebesleid (1969)
  • Heintje - Ich sing ein Lied für Dich (1969)
  • Peret: Borriquito (1971)
  • Daisy Door - Du lebst in deiner Welt (Highlights of My Dreams) (1972)
  • Tony Marshall - Komm gib mir deine Hand (1972)
  • T. Rex - Metal Guru (1972)
  • Wums Gesang - Ich wünsch' mir 'ne kleine Miezekatze (1972)
  • Mireille Mathieu - La Paloma, ade (1974)
  • Michael Holm - Tränen lügen nicht (1974)
  • Udo Jürgens - Griechischer Wein (1975)
  • Boney M - Malaika/Consuela Biaz (Spanish Single Versions) (1981)

LPs

  • Kompilation - Die schönsten russischen Volkslieder (1967)
  • Peter Alexander - Schlager Rendezvous 1 (1968)
  • Heintje - Heintje (1968)
  • Udo Jürgens - Udo Live (1969)
  • Heintje - Ich sing ein Lied für Dich (1969)
  • Kompilation - Super 20 (1974)
  • Kompilation - Super 20 – Super Neu (1975)
  • Udo Jürgens - Buenos dias Argentina (1978)
  • Andrea Jürgens - Weihnachten mit Andrea Jürgens (1980)
  • "Rock Made In Switzerland" mit Flame Dream (Kompilation) (Switzerland Ariola 1981)

Weitere Künstler bei Ariola (Auswahl)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Thomas Lehning, Das Medienhaus: Geschichte und Gegenwart des Bertelsmann-Konzerns, , S. 169

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