3. US-Panzerdivision
3rd Armored Division
3rd US Armored Division SSI.png
Abzeichen der 3. US-Panzerdivision Spearhead
Aktiv 1941-1945, 1947–1992
Land Flag of the United States.svg USA
Streitkräfte Streitkräfte der Vereinigten Staaten
Teilstreitkraft United States Army
Truppengattung Panzer
Typ Panzerdivision
Grobgliederung Gliederung 1980er Jahre
Stärke Soll: 15,000+
Letztes Hauptquartier Frankfurt am Main
Spitzname „Spearhead“ (Speerspitze)
Farben Blau, Rot, Gold, Schwarz
Marsch Spearhead March
Schlachten Zweiter Weltkrieg
Operation Overlord
Ardennenoffensive
Schlacht im Hürtgenwald
Ruhrkessel

Zweiter Golfkrieg

Kommandeure
Liste der Kommandeure
Wichtige
Kommandeure

Generalmajor Maurice Rose

Die 3. US-Panzerdivision ist ein militärischer Großverband der US Army, der zur Zeit inaktiv ist.

Inhaltsverzeichnis

Spitzname und Abzeichen der Division

Seit ihrer Aktivierung am 15. April 1941 in Camp Beauregard, Louisiana, kamen der Division viele "erste Male" auf den europäischen Schlachtfeldern zuteil, deswegen erhielt sie den Namen Spearhead (deutsch: Speerspitze).

Das Abzeichen der 3. Panzerdivision ist in markanten Farben gehalten, die charakteristisch für US-Panzerdivisionen sind. Das Abzeichen ist abgeleitet vom Symbol der Panzertruppe der US-Armee im Zweiten Weltkrieg; ein Dreieck in den Farben gelb, blau und rot, das die verschiedenen Waffengattungen innerhalb der Division repräsentiert: die Kavallerie, die Infanterie und die Artillerie.

Auf dem Dreieck befindet sich das Zeichen der früheren 7. mechanisierten Kavalleriebrigade, der Vorgängerin der modernen gepanzerten Einheiten. Die Panzerkette symbolisiert Beweglichkeit und Schutz durch Panzerung, die Kanone die Feuerkraft und der Blitz die Schnelligkeit bei auszuführenden Operationen. Dies sind die drei Haupteigenschaften der gepanzerten Truppe. Die arabische Ziffer an der Spitze des Dreiecks bezeichnet die dritte gepanzerte Division. Der Spitzname Spearhead, der offiziell vom Department of the Army genehmigt wurde, steht unterhalb des Dreiecks und ist fester Bestandteil des Abzeichens.

Geschichte der Einheit

Zweiter Weltkrieg

Nach der Landung an Omaha Beach am D-Day kämpfte sich die Spearhead Division quer durch Frankreich und Belgien nach Deutschland durch, wo sie bedeutende Städte wie Aachen, Köln, Bielefeld und Paderborn einnahm. Am V-E-Day, dem 8. Mai 1945 stand die Division bei Dessau. Bereits im September jenes Jahres wurden die ersten Einheiten zurück nach New York verlegt, kurz darauf wurde die Division deaktiviert.

Kalter Krieg

1950er, 1960er

Bereits im Sommer 1947 wurde die 3. Panzerdivision reaktiviert und diente acht Jahre als reine Trainingseinheit für Soldaten in Fort Knox, Kentucky, bis sie am 14. Juni 1955 als taktische Einheit reorganisiert wurde. Die Division wurde angehalten, bis zum 1. Mai 1956 kampfbereit zu sein.

1956 verließ die Division das Brooklyn Army Terminal um nach Deutschland zu verlegen und dort die 4. US-Infanteriedivision im Rahmen der Operation Gyroscope abzulösen. Passenderweise wurden die Stabseinheiten auf der USNS Maurice Rose, benannt nach dem berühmten ersten Kommandeur der Division im 2. Weltkrieg, eingeschifft. Am 12. Mai kam das Combat Command A als die erste Einheit der Division in Deutschland an, am 13. Mai wurde die Ayers Kaserne in Kirch-Göns belegt. Die 3. gepanzerte Division besetzte ihre Kasernen in Frankfurt, Hanau, Gelnhausen, Büdingen, Friedberg, Butzbach und in Kirch-Göns. Somit saßen die Kampftruppen der Spearhead mitten im Fulda Gap, wo die erste Hauptangriffswelle bei einer Invasion der Truppen des Warschauer Pakts vermutet wurde.

Am 1. Oktober 1958 trat der wohl berühmteste aller Spearheads in den Dienst der Stabskompanie des 1. Bataillon, 32. gepanzertes Regiment: Elvis Presley. Er diente zunächst als Private und später als Sergeant als regulärer Soldat in der Division, bis er im März 1960 ehrenhaft entlassen wurde. Sein Film G.I. Blues gab später seine Erfahrungen die er während des Dienstes in der Division gemacht hatte, wieder.

1963 wurde die Spearhead im Rahmen des ROAD-Programms massiv umstrukturiert. Dies bewirkte unter anderem die Ablösung der Combat Commands durch Brigaden und die Erhöhung der Anzahl von Kampfbataillonen auf sechs gepanzerte und fünf Infanteriebataillone.

Vietnam

Während des Vietnamkrieges musste die Division weiterhin erfahrene Soldaten ausbilden, damit der Auftrag der Verteidigung des Fulda Gaps weiterhin erfolgreich ausgeübt werden konnte. Die Division hatte es, wie alle in Europa, dabei nicht einfach, da viele der erfahrenen Soldaten in das "schwarze Loch" nach Südostasien entsandt wurden und nur selten zurückkehrten.

1980er

3rd Armored Division M-60A3 tanks and armored personnel carriers near the Sembach Air Base exit ramp.

Mit dem Ende der 1970er kamen neue Aufgaben auf die Division zu. Die Armee, die sich gerade zu einer reinen Freiwilligen-Armee gewandelt hatte, benötigte das Jahrzehnt um sich von den Strapazen des Vietnamkrieges zu erholen. Um den hohen Trainingsstandard zu halten wurden Echtfeuerübungsschießen und Kampfmanöver auf den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr, Hohenfels und Wildflecken abgehalten, dazu kamen die groß angelegten NATO-Manöver REFORGER, durch die die Sowjetunion abgeschreckt werden sollte.

Mit der Einführung neuen Großgeräts wie dem Kampfpanzer M1 Abrams wurde die Kampfkraft der Division erheblich gesteigert. Nachdem 1987 die Divisionsstrukur DIVISION '86 eingenommen wurde, kamen noch eine Heeresfliegerbrigade mit den modernen AH-64 Apache hinzu, ebenso wie die Einführung des Raketenwerfersystems MLRS. 1988 war die 3. US-Panzerdivision folgendermaßen stationiert und gegliedert:

  • Stab und Stabskompanie in Frankfurt
  • 1. Brigade in Kirchgöns
  • 2. Brigade in Gelnhausen
  • 3. Brigade in Friedberg
  • 4. Brigade (Heeresfliegerbrigade) in Hanau-Erlensee mit der Cavalry in Büdingen
  • DISCOM (Unterstützungskommando) in Frankfurt
  • DIVENG (Pioniere) in Hanau
  • DIVARTY (Artillerie) in Frankfurt
  • MI Bn (Aufklärung) in Frankfurt
  • ADA Bn (Flugabwehr) in Büdingen

Im gleichen Jahrzehnt stellte die US-Armee auf das heutige Regimentalsystem um, was das Zugehörigkeitsgefühl der Soldaten zu Einheiten auf dem US-Festland bewirken sollte. Dies hatte zur Folge, dass alte traditionelle Bande zwischen Divisionen und Regimentern aufgelöst wurden. Für die Spearhead hieß das, dass die meisten Soldaten nun zwischen Fort Hood, Texas und Deutschland rotierten, eine kleine Minderheit zwischen Fort Benning, Georgia und Deutschland. im Rahmen dieses USARS-Programms (US Army Regimental System) verabschiedete die Division 1986 das 2. Bataillon, 33. gepanzertes Regiment, das 23 Jahre lang in der 1. Brigade gedient hatte. Das Personal des Bataillons verließ Deutschland nach Fort Hood, Texas, wo es der 1. Kavalleriedivision zugewiesen wurde. Im Gegenzug kam von der 1. Kavalleriedivision das 2. Schwadron, 5. Kavallerieregiment (ein gepanzertes Bataillon) zur 3. gepanzerten Division. Die 2-5 Cavalry diente nur drei Monate in der Division, bevor sie zum 4. Bataillon, 32. gepanzertes Regiment umbenannt wurde.

Am 19. Juni 1987 siegte eine Spearheadeinheit, der 1. Zug, D-Kompanie, 4. Schwadron, 8. Kavallerieregiment (ein gepanzertes Bataillon, vorher bekannt als 3. Bataillon, 33. gepanzertes Regiment) bei der Canadian Army Trophy (CAT).

Operation Wüstensturm

1989 kam mit dem Fall der Berliner Mauer schließlich das Ende einer Ära. Das Ende des kalten Krieges brachte den Abzug der sowjetischen Streitkräfte aus Mitteleuropa mit sich und machte die starke Militärpräsenz der USA in Deutschland überflüssig. So kam es zum Draw-Down, dem Abzug vieler Kampfbataillone, der US-Armee und somit zum Aus für die 3. US-Panzerdivision.

Kurz vor dem geplanten Abzug in Richtung Heimat kam es allerdings noch zum Ernstfall, als irakische Truppen in den Kuwait einfielen. Während dieses Überfalls waren Stabsmitarbeiter der Division in Bad Kreuznach, um bei der 8. US-Infanteriedivision zu lernen, wie man Abzugspläne erstellt und durchführt. Die Spearheads selbst hatten bereits ihr Flugabwehrbataillon deaktiviert, was schnell wieder rückgängig gemacht wurde. Am 8. November 1990 begann für die Spearhead die Operation Wüstensturm mit der Order zur Verlegung der Einheiten an den Golf und der Unterstellung zum 7. US-Korps. Am 17. Januar 1991 begann der Golfkrieg, der Einmarsch der ersten Bodentruppen in den Irak folgte am 24. Januar. Bereits nach 100 Stunden, am 28. Januar, war die Operation beendet und die feindlichen Truppen zurückgedrängt. Die Division hatte in dieser Zeit drei gepanzerte irakische Divisionen überrannt und 2552 Gefangene gemacht. Bereits am 1. März 1991 wurde die Division als Korps-Reserve zurückgestellt und bekleidete Sicherungsaufgaben entlang der irakisch-kuwaitischen Grenze,sicherte und versorgte das Flüchtlingslager bei Safwan im Irak, was noch bis Mai 1991 fortgeführt wurde. Bis Juni verlegte die komplette Division zurück nach Deutschland. Am 10. Juni 1991 fand eine große Siegesparade statt.

Außerdienststellung

Dem letzten Einsatz der Division während der Operation Wüstensturm im Jahr 1991 folgte am 15. Februar 1992 während einer feierlichen Zeremonie in der Drake Kaserne in Frankfurt/Main die Außerdienststellung der Division. Sie wurde auf Nullstärke gesetzt, aber nicht deaktiviert.

Kommandeure

Damaliger Rang Name Zeitraum
Generalmajor Alvin Cullom Gillem, Jr. April 1941 - Januar 1942
Generalmajor Walton Harris Walker Januar 1942 - August 1942
Generalmajor Leroy Hugh Watson August 1942 - August 1944
Generalmajor Maurice Rose August 1944 - März 1945
Brigadegeneral Doyle O. Hickey März 1945 - Juni 1945
Brigadegeneral Truman Everett Boudinot Juni 1945 - Juli 1945
Brigadegeneral Frank A. Allen, Jr. Juli 1945
Generalmajor Robert W. Grow Juli 1945 - November 1945
Generalmajor Ray T. Maddocks Juli 1947 - April 1948
Generalmajor Roderick R. Allen April 1948 - Juni 1950
Brigadegeneral Raymond E. S. Williamson Juni 1950 - Februar 1951
Generalmajor Ira Platt Swift Februar 1951 - Juli 1951
Brigadegeneral Arthur R. Walk Juli 1951 - Oktober 1951
Brigadegeneral Raymond E.S. Williamson Oktober 1951 - November 1952
Brigadegeneral John T. Cole November 1952 - Dezember 1952
Generalmajor Richard W. Stevens Dezember 1952 - Januar 1954
Generalmajor Gordon Byrom Rogers Januar 1954 - April 1955
Generalmajor John Murphy Willems April 1955 - Juli 1956
Generalmajor Robert W. Porter, Jr. Juli 1956 - Januar 1958
Damaliger Rang Name Zeitraum
Generalmajor Thomas Fraley Van Natta III Januar 1958 - Juli 1959
Generalmajor Frederic J. Brown Juli 1959 - Oktober 1960
Generalmajor Creighton Abrams Oktober 1960 - Mai 1962
Generalmajor John Ramsey Pugh Mai 1962 - Februar 1964
Generalmajor Berton E. Spivy, Jr. Februar 1964 - März 1965
Generalmajor Walter T. Kerwin, Jr. März 1965 - Oktober 1966
Generalmajor Welborn G. Dolvin Oktober 1966 - April 1968
Generalmajor Donald H. Cowles April 1968 - August 1969
Generalmajor Morgan G. Roseborough August 1969 - Mai 1971
Generalmajor William R. Kraft, Jr. Mai 1971 - März 1973
Generalmajor Jonathan R. Burton März 1973 - Juni 1975
Generalmajor Charles J. Simmons Juni 1975 - November 1977
Generalmajor Wallace H. Nutting November 1977 - September 1979
Generalmajor Walter F. Ulmer, Jr. September 1979 - Februar 1982
Generalmajor Thurman E. Anderson Februar 1982 - März 1984
Generalmajor Richard G. Graves März 1984 - Juni 1986
Generalmajor Thomas N. Griffin, Jr. Juni 1986 - März 1988
Generalmajor George Joulwan März 1988 - Juli 1989
Generalmajor Paul E. Funk Juli 1989 - April 1991
Generalmajor Jerry R. Rutherford April 1991 - Februar 1992

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