Ariston (Platon)

Ariston von Kollytos (* um 465 v. Chr.; † um 424 v. Chr.) war der Vater des Athener Philosophen Platon.

Ariston stammte aus einer adligen Familie, die ihre Herkunft von dem athenischen König Kodros herleitete, dem Sohn des Melanthos, welcher der Legende nach von dem Meergott Poseidon abstammte. Er heiratete um 435–432 Periktione, die einer vornehmen Athener Familie entstammte, welche sich auf Dropides, einen Verwandten des Athener Gesetzgebers Solon, zurückführte. Ihr Vetter Kritias zählte in den Jahren 404–403 zu den Dreißig Tyrannen, unter denen auch ihr Bruder Charmides eine führende Position innehatte. Ariston selbst spielte – soweit bekannt – in der athenischen Politik seiner Zeit keine Rolle.

Aristons Familie hatte ihren Stammsitz in Kollytos, einem Stadtteil des antiken Athen, der sich südlich der Akropolis und des Stadtkerns erstreckte, aber noch innerhalb des Mauerrings lag. Der Philosophiehistoriker Diogenes Laertios berichtet, dass Ariston zu den athenischen Siedlern ("Kleruchen") gehörte, die auf die südlich von Attika gelegene Insel Ägina entsandt wurden, später jedoch von den Spartanern von dort vertrieben wurden.

Aus der Ehe von Ariston und Periktione gingen neben Platon, der ursprünglich den Namen seines Großvaters väterlicherseits, Aristokles, getragen haben soll, auch die Söhne Glaukon (benannt nach seinem Großvater mütterlicherseits) und Adeimantos hervor, sowie die Tochter Potone, deren Sohn Speusippos später Platons Nachfolger als Leiter der Platonischen Akademie wurde. Platon erwähnt seine Brüder in seinen Werken verschiedentlich, u.a. im Dialog Politeia, wo sie als Gesprächspartner des Philosophen Sokrates auftreten.

Ariston starb bereits um 424, als Platon noch ein etwa vierjähriges Kind war. Seine Witwe Periktione ging bald danach eine zweite Ehe mit dem ebenfalls verwitweten Pyrilampes ein, der damit zum Stiefvater der Kinder Aristons wurde. Diese wuchsen zusammen mit ihrem Stiefbruder Demos auf, einem Sohn des Pyrilampes aus erster Ehe, sowie mit ihrem Halbbruder Antiphon, dem Sohn des Pyrilampes und der Periktione.

Quellen

Die Hauptquellen sind Platons Dialoge, besonders die Politeia (327a, 368a), Diogenes Laertios (3.1–4.1) und Plutarch, Perikles 13.

Literatur

  • Debra Nails: The People of Plato. A prosopography of Plato and other Socratics. Indianapolis 2002, S. 53f. (und Stammtafel S. 244). ISBN 0-87220-564-9

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