Motley Crue
Mötley Crüe
Mötley Crüe
Gründung 1981
Genre Heavy metal
Hair Metal
Rock
Glam Rock
Website www.motley.com
Gründungsmitglieder
Gesang Vince Neil (bis 1992, seit 1997)
Bass Nikki Sixx
Gitarre Mick Mars
Schlagzeug Tommy Lee (bis 1999, seit 2004)
Aktuelle Besetzung
Gesang,Gitarre Vince Neil
Bass Nikki Sixx
Gitarre Mick Mars
Schlagzeug Tommy Lee
Ehemalige Mitglieder
Gesang, Gitarre John Corabi (1992–1997)
Schlagzeug Randy Castillo
(1999–2000, † 26. März 2002)
Schlagzeug Samantha Maloney
(Tour-Schlagzeugerin 2000)

Mötley Crüe [ˈmɑːtli kɹuː] ist eine US-amerikanische Glam-Metal-Band, die 1981 in Los Angeles gegründet wurde. Die Band besteht aus den Mitgliedern Nikki Sixx, Mick Mars, Tommy Lee und Vince Neil. Trotz vieler rechtlicher Streitigkeiten und privater Probleme besteht die Band bis heute in dieser Formation.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Die Band wurde im Januar 1981 von Bassist Nikki Sixx gegründet, nachdem sich dieser von der Band London getrennt hatte. Sixx fragte seinen ehemaligen Bandkollegen Greg Leon, ob dieser nicht noch ein paar Musiker kenne, die mit ihm eine Band gründen wollten. Leon empfahl ihm das Mitglied einer anderen Band namens „Suite 19", den Schlagzeuger Tommy Lee.

Sixx und Lee suchten nun nach weiteren Musikern, durch eine Anzeige in einem Musikmagazin trafen sie den Gitarristen Mick Mars. Da die Band noch immer ohne Namen war schlug Sixx den Namen „Christmas“ vor, was jedoch von den anderen Bandmitgliedern schnell abgelehnt wurde. Mick Mars erinnerte sich an den Kommentar eines Bassisten einer seiner alten Bands, der die Bandmitglieder als "bunten Haufen" (engl.: motley crew) bezeichnete.

Also entschied die Band, sich „Mottley Krew“ zu nennen, was später in „Mötley Crüe“ geändert wurde. Die Umlautzeichen wurden in Anlehnung an die Biermarke "Löwenbräu" gewählt, die nach Aussage der Bandmitglieder ihr Lieblingsbier war. Einzig ein Sänger fehlte noch. Dieser wurde durch Zufall gefunden, eigentlich wollte man den Gitarristen der Band „Rock Candy“ überreden, in die Band zu kommen. Mick Mars konnte sich jedoch mit seiner Meinung durchsetzen, dass ein Gitarrist reicht, und stattdessen nahm man den Sänger von „Rock Candy“, Vince Neil, in die Band auf.

In dieser Besetzung nahm man im November 1981 das Debütalbum Too fast for Love auf. Das Album wurde von der Band selbst produziert und auf Leathür Records veröffentlicht. Der Erfolg des Albums in der Los-Angeles-Clubszene verhalf der Band Anfang 1982 zu einem Plattenvertrag mit Elektra Records. Das Album wurde remastered und am 20. August 1982 erneut veröffentlicht.

Mötley Crüe wurden schnell zu einer der populärsten Bands des Landes – berühmt sowohl für ihre Musik als auch für ihren massiven Alkohol- und Drogenkonsum. Die Mischung aus Heavy-Metal- und Glam-Rock-Einflüssen bescherten der Band in den 1980ern einige sehr erfolgreiche Alben.

Im August 1989 spielten sie beim Moscow Music Peace Festival neben Bands wie Bon Jovi, Ozzy Osbourne, Scorpions, Skid Row und Cinderella.

Die Band erreichte den Höhepunkt ihrer Karriere mit dem Erscheinen des 5. Albums „Dr. Feelgood“ am 23. September 1989. Das Album stieg am 14. Oktober desselben Jahres auf den ersten Platz der Billboard Charts und verblieb in diesen für 109 Wochen.

Der sich verändernde Musikgeschmack des Publikums und das zeitweilige Ausscheiden von Sänger Vince Neil aus der Band im Februar 1992 hatten einen schwindenden kommerziellen Erfolg zur Folge, obwohl das selbstbetitelte Album von 1994 mit dem neuen Frontmann John Corabi wie auch das 1997er Album „Generation Swine“ mit dem zurückgekehrten Vince Neil Top-10-Platzierungen erzielten.

In den 1990ern war Mötley Crüe eher für die Ehefrauen von drei Bandmitgliedern als für ihre Musik berühmt. Sowohl Lee als auch Sixx heirateten ehemalige Playboy-Playmates und Darstellerinnen der Fernsehserie Baywatch. Lee heiratete Pamela Anderson und Sixx Donna D’Errico. Sänger Neil heiratete das Playmate Heidi Mark. Von diesen Ehen hatte jedoch keine dauerhaften Bestand.

1999 verließ Lee die Band um eine Solokarriere anzustreben, er wurde durch Randy Castillo ersetzt, der vormals das Schlagzeug in der Band von Ozzy Osbourne gespielt hatte. Castillo starb am 26. März 2002 an Krebs. Es wurde kein direkter Nachfolger benannt.

In den letzten Jahren spielte Sixx in den Bands 58 (ursprünglicher Projektname „1958“ nach Nikkis Geburtsjahr) und Brides of Destruction, Lee in Methods of Mayhem und als Solokünstler, und Neil tourte jährlich als Solokünstler, wobei er hauptsächlich Mötley-Crüe-Lieder sang. Mars litt an schweren Rückenproblemen durch seine Krankheit Spondylitis ankylosans, die im Alter von 20 Jahren bei ihm entdeckt wurde.

2001 erschien ihre Autobiografie „The Dirt“, welche bis 2009 von Paramount verfilmt werden soll. 2004 erwies der Spielwaren-Hersteller McFarlane Toys der Band seine Reverenz, als er Miniatur-Skulpturen aller vier Musiker im Outfit der Shout at the Devil Tour veröffentlichte.

Im September 2004 verkündete Sixx, dass er und Neil neue Songs aufnehmen würden. 2004 wurde eine Tour in Originalbesetzung geplant, die am 14. Februar in San Juan starten sollte. Das dazugehörige Album zu der Tour erschien im Februar 2005 und heißt „Red, White, & Crüe“, auf dem drei neue Songs (darunter ein Rolling Stones Cover) sowie die Lieblingssongs der Bandmitglieder zu hören sind.

Im Zuge dieser Veröffentlichung kam es wie geplant zur großen Reuniontour, welche die Crüe im Sommer 2005 auch zum ersten Mal seit 1991 (damals noch im Zuge der Monsters of Rock Tournee mit AC/DC, Metallica, Queensryche und Black Crowes) wieder nach Deutschland führte. Beim Rock am Ring und Rock im Park fanden diese Konzerte statt.

Im Januar 2006 wird die Live-DVD „Carnival of Sins“ veröffentlicht. Fast zeitgleich verkündete Nikki Sixx, dass bereits an einem neuen Mötley Crüe Album gearbeitet wird.

Am 25. Januar 2006, kurz vor dem dritten Teil ihrer „Carnival of sins-reunion-tour“, erhielten Mötley Crüe 25 Jahre nach der offiziellen Gründung der Band einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood.

Nachdem das letzte Live-Album „Entertainment or death“ (1999) noch eine Sammlung von Live-Aufnahmen aus verschiedenen Konzerten und Zeitabschnitten war, veröffentlichen Mötley Crüe im Mai 2006 auch in Deutschland (nachdem es bereits Anfang des Jahres in Amerika veröffentlicht wurde) das Album „Carnival of sins – live“. Hierbei handelt es sich um einen kompletten Konzertmitschnitt, welcher mit der DVD-Version identisch ist. Ebenfalls im Mai erscheint eine Hörbuch-Version von „The Dirt“, die von Ralf Richter vorgetragen wird, aber dem Umfang des Buches keinesfalls gerecht wird, weil nur Ausschnitte aus einzelnen Kapiteln vorgetragen werden.

Laut einem Bericht von Blabbermouth.net verließ Tommy Lee Mötley Crüe nach einem Rechtsstreit mit den anderen Mitgliedern. Dort wird behauptet, dass Lee nie wieder in einer Band sein wird und dass er seinen Rücktritt der Band und MCA Records mitteilte, welche diesen akzeptierten. Ob Lee nun weiterhin Mitglied von Mötley Crüe sein wird, ist ungewiss. Jedoch gab Lee am 14. September an, dass er nicht von der Band zurücktreten wird und hofft, die Probleme mit den anderen Mitgliedern zu klären. Wiederum sagte Nikki Sixx in einem Interview am 24. September auf WRIF Radio, dass Tommy Lee in der Tat die Band verlassen hat. Er gab allerdings nicht an, warum oder ob Tommy zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückkehren wird.

In einem Interview ließ Sänger Vince Neil verlauten, dass das kommende Album "The Dirt" heißen wird und Tommy Lee der Schlagzeuger sein wird. "Es gab eine Pressemitteilung, nach der Tommy die Band verlassen hat und alle glaubten dies. Aber als Tommy seine eigene Pressemitteilung veröffentlichte, nach der er dies dementierte, schenkte ihm niemand Aufmerksamkeit. Er hat die Band nie verlassen, ich habe mit ihm und mit Nikki vor ein paar Tagen gesprochen und wir planen im Januar ins Studio zu gehen und hoffen darauf, dass wir eine Single im März und eine Tour im Juni haben werden."

Mötley Crüe sind einer der bekanntesten Benutzer des Heavy-Metal-Umlauts und Vorreiter einer Musikrichtung, die viele andere Bands hervorbrachte. Bis heute haben sie weltweit ca. 50 Millionen Alben verkauft.

Im April 2008 erschien der neue Song "Saints of Los Angeles" bei AOL Music. Das gleichnamige neue Album wurde Mitte Juli 2008 veröffentlicht.

Diskografie

Studioalben

  • 1982: Too Fast for Love
  • 1983: Shout at the Devil
  • 1985: Theatre of Pain
  • 1987: Girls, Girls, Girls
  • 1989: Dr. Feelgood
  • 1994: Motley Crue
  • 1997: Generation Swine
  • 2000: New Tattoo
  • 2008: Saints of Los Angeles

Livealben, Kompilationen und Box Sets

  • 1988: Raw Tracks 1 (Kompilation)
  • 1990: Raw Tracks 2 (Kompilation)
  • 1991: Decade of Decadence (Kompilation)
  • 1998: Greatest Hits (Kompilation)
  • 1999: Supersonic and Demonic Relics (Rare Tracks Compilation)
  • 1999: Live: Entertainment Or Death (Live)
  • 2003: Millennium Collection (Kompilation)
  • 2003: Loud As Fuck (Kompilation)
  • 2003: Music to Crash Your Car To Vol.1 (Box Set)
  • 2004: Music to Crash Your Car To Vol.2 (Box Set)
  • 2005: Classic Mötley Crüe (Kompilation)
  • 2005: Red, White and Crüe (Kompilation)
  • 2006: Carnival of Sins (Live)
  • 2007: Rock Legends (Kompilation)

Singles und EPs

  • 1981: Stick to Your Guns
  • 1984: Too Young to Fall in Love
  • 1984: Looks That Kill
  • 1985: Smokin' in the Boys Room
  • 1985: Home Sweet Home
  • 1987: Wild Side
  • 1987: Girls, Girls, Girls
  • 1988: You're All I Need
  • 1989: Dr. Feelgood
  • 1989: Kickstart My Heart
  • 1990: Without You
  • 1990: Don't Go Away Mad (Just Go Away)
  • 1990: Same Ol' Situation
  • 1991: Home Sweet Home ('91 Remix)
  • 1991: Primal Scream
  • 1994: Hooligan's Holiday
  • 1994: Misunderstood
  • 1995: Quarternary (EP)
  • 1997: Afraid
  • 1997: Glitter
  • 2005: If I Die Tomorrow
  • 2005: Sick Love Song
  • 2008: Saints of Los Angeles
  • 2008: Mutherfucker of the Year
  • 2008: White Trash Circus

Videos und DVDs

  • 1986: Uncensored (VHS)
  • 1990: Dr. Feelgood, The Videos (VHS)
  • 1992: Decade of Decadence (VHS)
  • 1998: Greatest Video Hits (DVD)
  • 1999: VH1 Behind the Music (DVD)
  • 2001: Lewd, Crüed & Tattooed Live (DVD)
  • 2005: Classic Mötley Crüe: Universal Masters DVD Collection (DVD)
  • 2005: Greatest Video Hits (DVD, überarbeitete Version)
  • 2005: Carnival of Sins Live (DVD)
  • 2009: Crüe Fest 1 (DVD)

Tributealben

  • 1999: Indulgence Inc. – A Tribute to Mötley Crüe
  • 2000: Shöut At The Remix – A Tribute to Mötley Crüe
  • 2000: Kickstart My Heart - A Tribute to Mötley Crüe
  • 2002: Wildside – A Tribute to Mötley Crüe
  • 2005: Guitar Tribute to Mötley Crüe
  • 2007: Too Fast For Love: A Millennium Tribute to Mötley Crüe

Literatur

  • The Dirt – Sie wollten Sex, Drugs & Rock N Roll. Hannibal Verlag, Wien, ISBN 3-85445-214-4 (offizielle Bandbiografie, deutsch)
  • Tommy Lee & Anthony Bozza: Tommyland. Simon & Schuster Inc., New York, ISBN 0-7434-8343-X (englisch)
  • Dante Bonutto: Mötley Crüe – The Official Biography. Cherry Lane Books, ISBN 0895242842 (englisch, vergriffen)
  • Sylvie Simmons: Lüde, Crüde And Rüde. Penguin USA, ISBN 1898141959 (englisch, vergriffen)

Weblinks


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