Arita (Saga)
Arita-chō
有田町
Arita
Geographische Lage in Japan
Arita (Saga) (Japan)
Red pog.svg
Region: Kyūshū
Präfektur: Saga
Koordinaten: 33° 13′ N, 129° 51′ O33.210594444444129.84918888889Koordinaten: 33° 12′ 38″ N, 129° 50′ 57″ O
Basisdaten
Fläche: 65,80 km²
Einwohner: 20.755
(1. Juli 2011)
Bevölkerungsdichte: 315 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 41401-8
Rathaus
Adresse: Arita Town Hall
Otsu-2202 Tachibe
Arita-chō, Nishimatsuura-gun
Saga 849-4153
Webadresse: www.town.arita.lg.jp
Lage Aritas in der Präfektur Saga
Lage Aritas in der Präfektur

Arita (jap. 有田町, -chō) ist eine Stadt in der Präfektur Saga auf der Insel Kyūshū, Japan und gehört zum Landkreis Nishimatsuura. Arita ist bekannt für das dort hergestellte Arita-Porzellan und Ursprungsort der Porzellanherstellung in Japan seit 1616.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Arita liegt im Westen der Präfektur Saga an der Grenze zur Präfektur Nagasaki. Durch Arita fließt der Arita-kawa von Süden nach Norden, wo er bei Imari ins Meer mündet. Die höchsten Erhebungen bilden das Kunimi-Bergmassiv, dessen Gipfel mit 777 m auf Seite der Präfektur Nagasaki (Sasebo) liegt und der Berg Kurokami mit 518 m.

Klima

Arita befindet sich in der warm-gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 14,1 °C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 2.765 mm.

Angrenzende Städte und Gemeinden

  • Präfektur Saga:
    • Imari im Norden
    • Takeo im Osten
  • Präfektur Nagasaki:
    • Sasebo im Westen
    • Hasami im Süden

Geschichte

Arita entstand am 1. März 2006 durch die Zusammenlegung mit der Nachbargemeinde Nishi-Arita (西有田町, -chō).

  • 1889: Einführung des modernen Gemeindewesen im Zuge der Meiji-Restauration. Auf dem heutigen Gebiet Arita liegen Arita-machi und die drei Mura (Dörfer): Shin-mura (新村), Magarikawa (曲川村, -mura) und Ōyama (大山村, -mura).
  • 1896: Shin-mura wird in Arita-mura (有田村, -mura) umbenannt.
  • 1947: Arita-mura wird zur Machi er- und in Higashi-Arita-machi (東有田町) umbenannt.
  • 1954: Arita-machi und Higashi-Arita fusionieren zu Arita-machi.
  • 1955: Magarikawa und Ōyama fusionieren zum Dorf Nishi-Arita (西有田村, -mura).
  • 1965: Nishi-Arita wird zur Chō Nishi-Arita (西有田町, -chō) ernannt.
  • 2006: Arita und Nishi-Arita fusionieren zu Arita.

Wirtschaft

Wirtschaftlich bedeutsam ist vor allem die Keramik- bzw. Porzellanindustrie und die Landwirtschaft.

Wissenschaft und Bildung

  • Schulen:
    • 4 Grundschulen
    • 2 Mittelschulen
    • Technische Oberschule Arita
  • Fachschule:
    • Arita College of Ceramics (Saga Kenritsu Arita Yōgyō Daigakkō)[1]
  • Forschungseinrichtung:
    • Saga Ceramics Research Laboratory (Saga-ken Yōgyō Gijutsu Sentā)[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

In Arita gibt es eine Vielzahl von Museen, die sich hauptsächlich mit Porzellan sowie der Geschichte der Keramikindustrie beschäftigen.

  • Saga Kenritsu Kyūshū Tōji Bunka-kan (佐賀県立九州陶磁文化館): Das Museum für keramische Kultur Kyūshūs der Präfektur Saga ist in seiner Art das größte in Südjapan und dient der Sammlung, dem Erhalt und der Ausstellung von wichtigen historischen, künstlerischen und industriellen keramischen Produkten und Materialien. Darüber hinaus wird das Museum auch als Forschungs- und Lehrstätte genutzt.
  • Geschichts- und Volkskundemuseum Arita: Ausgestellt sind unter anderem historische Dokumente, alte Werkzeuge, die zur Porzellanherstellung verwendet wurden, Fragmente aus alten Brennöfen aus der 400-jährigen Geschichte der Porzellanherstellung in Arita.
  • Keramik Museum Arita: Das Museum, das in einem alten Lagerhaus für Arita-Porzellan untergebracht ist, zeigt eine Ausstellung neben Dokumenten zur Geschichte der Porzellanhersellung in Arita altes Porzellan aus der Provinz Hizen im Ko-Imari-, Kakiemon- und Nabeshima-Stil. Die Hauptattraktion ist ein Teller mit 60 cm Durchmesser in blau und weiß aus dem Ende der Edō-Zeit (1603–1868), der die Arbeiter des Sarayama-Viertels bei der Porzellanherstellung zeigt. 1982 wurde der Teller zum wichtigen Kulturgut der Präfektur Saga bestimmt.
  • Arita-kan: In der Arita-kan wird in einem Puppentheater eine alte Sage aus der Gegend um Arita im Stil des Kabuki-Theaters gezeigt. Die Puppen (Karakuri ningyō) sind alle aus Porzellan gefertigt und werden durch eingebaute Elektronik bewegt. Darüber hinaus werden zu verschiedenen Anlässen Themenausstellungen gezeigt.
  • Darüber hinaus besitzt fast jede größere Manufaktur eine Schauhalle bzw. Galerie.

Sehenswürdigkeiten

  • Steinbruch Izumiyama: Der Steinbruch gilt als der Geburtsort der Porzellanherstellung in Japan und wurde zu einem Nationalen Historischen Denkmal erklärt. Zu Beginn des 17.Jahrhunderts fand der koreanische Töpferer Ri San Pei dort Kaolin und stellte zum ersten Mal Porzellan in Japan her. Heutzutage lohnt sich der Abbau nicht mehr; zurückgeblieben ist eine eindrucksvolle Landschaft. Ein Zeugnis der 400-jährigen Geschichte der Porzellanherstellung in Arita, in der fast der gesamt Berg abgetragen wurde.
  • Tōzan-jinja (陶山神社): der Schrein wurde um 1658 zu Ehren des Tennō Ōjin und Ri San Peis errichtet, zuerst unter dem Namen Sueyama-jinja, der Kun-Lesung des Schriftzeichen. Bald setzte sich jedoch im Volksmund die On-Lesung der durch, unter der der Schrein heute bekannt ist. Eine Besonderheit und einzigartig in Japan ist die Tatsache, das sowohl das Torii, wie auch die Löwenhunde (Wächterfiguren) und großen Wasserkrüge im Eingangsbereich aus Porzellan sind. Auf dem Gelände des Schreins befindet sich ein Steindenkmal zu Ehren Ri San Peis, das 1917 aus Anlass des 300-jährigen Jubiläum der Porzellanherstellung errichtet wurde. Jedes Jahr am 4. Mai findet dort zum Gedenken an Ri San Pei das Tōsosai (陶祖祭) statt, ein Fest zum Gedenken an den Gründer der Porzellanherstellung.
  • Reisterrasse bei Take: Die Reisterrassenfelder bei Take gehören zu den 100 schönsten Reisterrassen in Japan.[3]

Feste und Veranstaltungen

  • Arita-Porzellan Hina-Matsuri (4. Februar bis Mitte März): Verschiedene Manufakturen, Galerien und Geschäfte stellen aus Porzellan gefertigte Hina-Puppen aus. Eine Attraktion ist dabeidas 2,70 m hohe 7-stufige Puppenset aus Porzellan.
  • Arita Tōkiichi (有田陶器市) (29. April bis 5. Mai): Der Porzellan-Markt findet jedes Jahr während der Golden Week statt und ist mit durchschnittlich rund einer Million Besuchern[4] die größte Veranstaltung dieser Art in Japan. Auf einer Strecke von knapp 4 km bieten rund 700 Stände Keramikwaren an. 1896 fand der erste Porzellan-Markt statt. Auf Grund einiger Unterbrechungen (unter anderem während des 2.Weltkrieges) wurde 2003 das 100.-Jubiläum gefeiert.
  • Arita Sarayama Matsuri (有田皿山まつり) (16. und 17. Oktober): Das Arita Sarayama Matsuri ist das Herbstfest Aritas. (In Nordkyūshū werden diese Feste auch Kunchi oder mit Höflichkeitspräfix O-kunchi genannt. Berühmte Kunchi sind zum Beispiel das Nagasaki-kunchi und das Karatsu-kunchi.) Am 16. Oktober werden morgens am Tōzan-jinja Tänze aufgeführt und anschließend wird ein portabler Schrein (Mikoshi) von dort durch die Stadt getragen. Am 17. Oktober findet eine Parade entlang der Hauptstraße statt, bei der unter anderem der Teller-tanz getanzt wird. Dabei werden ähnlich den Kastagnetten zwei kleine Porzellanteller in jeder Hand zu einem von der in ganz Japan bekannten Enka-Sängerin Hibari Misora (美空 ひばり) gesungenen Lied gegeneinander geschlagen. Abends werden auf dem Festplatz Tanzwettbewerbe der dargeboten.

Kulinarische Spezialitäten

Godōfu (ごどうふ), in Kanji (呉豆腐) ist eine Tofuart bei dessen Herstellung Kuzu als Gerinnungsmittel eingesetzt wird (anstelle des üblicherweise verwendeten Nigari). Gegessen wird er häufig mit einem Sesamdressing.

Arita-Porzellan

Arita-Porzellan ist kein eingetragenes Markenzeichen, wie etwa Meißener Porzellan, daher ist eine genaue Eingrenzung des Begriffes schwierig. Hauptsächlich bezieht er sich auf in Arita hergestelltes Porzellan. Historisch schließt er jedoch auch die in der Umgebung von Arita hergestellten Porzellanwaren mit ein.

Der Begriff Imari-Porzellan

Während der Edo-Zeit wurden die in der Provinz Hizen – vornehmlich in Arita und Umgebung – hergestellten Porzellane vom Hafen Imaris innerhalb ganz Japans unter der Bezeichnung Hizen-Porzellan verschifft. Anfang der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts setzte sich in den damaligen Zentren Japans Kyōto, Ōsaka und Edo der Name des Ausfuhrhafens Imaris durch, unter dem es hauptsächlich im Ausland bekannt ist.

Hauptartikel: Imari-Porzellan

Gegenwärtige Situation

Derzeit gibt es etwa 150 Manufakturen in Arita. Auf Grund der schlechten Situation am Absatzmarkt und der Konkurrenz aus Übersee ist deren Zahl in den vergangenen Jahren rückläufig.

Berühmte Manufakturen

  • Kakiemon (柿右衛門窯)
  • Imaemon (今右衛門窯)
  • Gen’emon (源右衛門窯)
  • Fukagawa Seiji (深川製磁)
  • Kōransha (香蘭社)
  • Inoue Manji (井上萬二窯)
  • Aoki Ryuuzan (青木龍山窯)
  • Tsuji Seijisha (辻精磁社)

Verkehr

  • Straße
    • Autobahn: Nishi-Kyūshū-Autobahn
    • Nationalstraßen: 35, 202, 498
  • Eisenbahn
    • JR Sasebo-Linie (Fukuoka – Sasebo)
    • Matsuura Tetsudō Nishi-Kyūshū-Linie (Arita – Imari – Sasebo)

Städtepartnerschaften

  • DeutschlandDeutschland Stadt Meißen (seit 9. Februar 1979)
  • China VolksrepublikChina Stadt Jingdezhen (seit 28. August 1996)
  • Korea SudSüdkorea Korean Ceramics Culture Association (seit 28. August 1996)

Weblinks

 Commons: Arita – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Website der Schule (japanisch) Das College ist eine Fachschule (Semmon Gakkō) nach Paragraph 82 Absatz 2 des japanischen Schul- und Erziehungsgesetzes
  2. Website der Forschungseinrichtung (japanisch)
  3. Website Nōson Kankyō Seibi Center (japanisch)
  4. Statistisches Jahrbuch Arita 2007 (japanisch)

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