Armand Louis de Gontaut-Biron

Armand-Louis de Gontaut, duc de Biron, bis 1788 duc de Lauzun (* 13. April 1747 in Paris; † 31. Dezember 1793 ebenda) war ein französischer General.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Armand-Louis de Gontaut, duc de Biron

Armand-Louis wurde früh Soldat: noch nicht 14 trat er den von seinem Onkel, dem Herzog von Biran, kommandierten Garden bei. 1766 heiratete er die damals 14jährige Amelie de Boufflers, doch das Ehepaar lebte getrennt und sie hatten keine Kinder. 1767 wird er Oberst und kämpft (ohne direkt abkommandiert zu sein) ab 1769 auf dem Mai 1768 von Genua gekauften Korsika gegen die Aufständischen unter Pascal Paoli. 1774 wird er wegen seiner Tapferkeit zum Oberst in der Legion Royale ernannt. Der folgende allgemeine Frieden machte ihn zunächst als Soldat arbeitslos, bis sich bei Ausbruch der Feindseligkeiten im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1775 neue Möglichkeiten ergaben. Nicht zuletzt eine Denkschrift Etat de defense d'Angleterre et de toutes ses possessions dans les quatres parties du monde über den Zustand der Verteidigung des englischen Kolonialreichs führte beim offiziellen Kriegseintritt Frankreichs 1778 zu einem neuen Kommando. Er übernahm als Oberst das Kommando über die aus allen europäischen Ländern zusammengewürfelten, maximal etwa 1000 Mann starken wilden Söldnertruppe „Volontaires-etrangers de Lauzun“ - „Lauzans Legion“ genannt und offiziell der französischen Marine unterstellt (darunter viele Deutsche, deutsch war Kommandosprache). Januar 1779 eroberte er mit ihnen den Senegal und wartete danach in der Bretagne auf einen Einsatz bei einer geplanten Invasion Englands. Diese wurde aber zugunsten einer direkten Beteiligung am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1780 unter Rochambeau abgeblasen. Lauzun wurde zum Brigadegeneral ernannt. 1781 kam es in Gloucester bei der Belagerung von Yorktown zu Gefechten mit dem berüchtigten britischen Oberst Banastre Tarleton und seinen Dragoner, von Lauzun gezielt gesucht. Nach der Kapitulation der Engländer wurde Lauzun als einer von zwei Offizieren ausgewählt, die Siegesnachricht nach Frankreich zu überbringen.

Nach seiner Rückkehr 1783 überführte er seine Legion in ein Husarenregiment (stationiert im Elsass bei Lauterburg) und wurde maréchal de Camp. 1789 vom Adel Quercys zum Mitglied der Ständeversammlung gewählt, erklärte er sich in der Nationalversammlung für die liberalen Ideen und schloss sich dem Herzog von Orléans an. In den Revolutionskriegen befehligte er 1791 eine Division im Norddépartement (Flandern), wurde aber bei Jemappes von Beaulieu geschlagen.

Dennoch wurde er nach Rochambeaus Abzug zweiter Befehlshaber der Nordarmee und im Juli 1792 sogar Obergeneral der Rheinarmee, wo ihn Custine ablöste, worauf Biron die Armee am Var kommandierte und die Grafschaft Nizza eroberte. In die Vendée versetzt um gegen den dortigen Aufstand vorzugehen, nahm er Saumur und Parthenay ein, Insubordination und Intrigen (die Generäle Rossignol und Westermann klagten ihn der Falschheit und Unterdrückung an) führten aber dazu, dass er um seine Entlassung bat. Biron begab sich zu seiner Rechtfertigung nach Paris, wurde aber sofort verhaftet, vom Revolutionstribunal zum Tod verurteilt und am 31. Dezember 1793 guillotiniert. Er soll zuvor noch mit dem Henker gespeist haben und ihn mit den Worten zum Trinken aufgefordert haben, dass er „Mut in seinem Beruf brauche“.

Seine alte Legion wurde 1791 in die 6.Husaren überführt, löste sich aber praktisch 1792 auf (Desertionen, Übergabe an den Feind). 1793 wurde sie neu gegründet und ist der Vorläufer der heutigen Fremdenlegion.

Den Titel Herzog von Biron erhielt er 1788 nach dem Tod seines Onkels Louis Antoine de Gontaut (1700-1788) und gab dafür den des Herzogs von Lauzun auf.

Werke

Seine Mémoires (1822, neu hrsg. von Lacour, Paris 1858, deutsch bei G.Müller 1912) reichen nur bis 1783. Weiter wurden 1865 von ihm Briefe veröffentlicht, die er angeblich 1789 an Freunde auf dem Lande verschickte. Er hat auch ein Theaterstück geschrieben (Pariser Gespräche), das er in London auf der Rückreise aus Amerika einem dort lebenden Verleger zur postumen Veröffentlichung übergab.

Literatur

  • Yves Guéna: Moi duc de Lauzun, citoyen Biron. - Flammarion ISBN 2-08-067513-3
  • Lauzun Pariser Gespräche (Le ton de Paris) in Franz Blei u.a. Geist und Sitten des Rokoko. Hueber, München 1977, ISBN 3-19-001306-3.

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