Armawir (Russland)
Stadt
Armawir
Армавир
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Vorlage:Infobox Ort in Russland/Wartung/AltFöderationskreis Südrussland
Region Krasnodar
Bürgermeister Andrei Chartschenko

(kommissarisch)

Gegründet 1839
Stadt seit 1914
Fläche 280 km²
Höhe des Zentrums 190 m
Bevölkerung 188.286 Einw. (Stand: 2009)
Bevölkerungsdichte 672 Ew./km²
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahl (+7)86137
Postleitzahl 352900–352947
Kfz-Kennzeichen 23, 93
OKATO 03 405
Website http://www.armawir.ru/
Geographische Lage
Koordinaten 45° 0′ N, 41° 7′ O4541.116666666667190Koordinaten: 45° 0′ 0″ N, 41° 7′ 0″ O
Armawir (Russland) (Russland)
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Armawir (Russland) (Region Krasnodar)
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Region Krasnodar
Liste der Städte in Russland

Armawir (russisch Армавир, in der englischen Transkription auch: Armavir) ist eine Großstadt in der Region Krasnodar im südlichen Russland mit 188.286 Einwohnern (Berechnung 2009).

Inhaltsverzeichnis

Geographie und Klima

Armawir liegt im Vorland des Kaukasus am linken Ufer des Flusses Kuban, unweit der östlichen Verwaltungsgrenze der Region Krasnodar zur Region Stawropol. Die nächstgelegene Stadt ist Nowokubansk 12 Kilometer nordwestlich; die Regionhauptstadt Krasnodar befindet sich 202 km westlich von Armawir. Bei Armawir mündet der Fluss Urup in den Kuban.

Das der Stadt unterstellte Gebiet besteht seit 1996 neben der eigentlichen Stadt Armawir aus drei ländlichen Ortschaften (Sawetny, Krasnaja Poljana, Staraja Staniza).

Die Stadt liegt in der südrussischen Kontinentalklimazone und weist eine jährliche Niederschlagsmenge von etwa 500 bis 550 Millimeter auf. Der kälteste Monat ist Januar mit einer mittleren Temperatur von –3,5° C, der wärmste ist Juli mit über 30° C.

Geschichte

Der Ort wurde im Jahre 1839 gegründet und diente ursprünglich der Umsiedlung von mehreren hundert armenischen Familien aus den Gebieten der heutigen Teilrepublik Karatschai-Tscherkessien. Anlass dieser Umsiedlung waren die häufigen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der russischen Armee und den vorwiegend muslimischen Bergvölkern des Kaukasus, von denen sich die christlichen Armenier bedroht fühlten.

Bis 1848 hieß der neue Ort Armjanski aul (Армянский аул), wörtlich also „armenischer Aul“. Danach erhielt er den Namen Armawirski aul (Армавирский аул) nach der antiken armenischen Stadt Armawir.

Einen bedeutenden Aufschwung erlebte Armawir in den 1870er-Jahren, als durch den Ort die wichtige Eisenbahnstrecke verlegt wurde, die Rostow am Don mit Wladikawkas verbinden sollte. Der Ort erhielt den Status eines Selo, dessen Bevölkerung – neben Armeniern zunehmend auch Russen – vorwiegend Handel mit Getreide betrieb. Anfang des 20. Jahrhunderts war Armawir nach der Schwarzmeerhafenstadt Noworossijsk wirtschaftlich bereits der zweitstärkste Ort im Kuban-Gebiet. Den Stadtstatus erhielt Armawir im Jahre 1914.

Sowohl im Russischen Bürgerkrieg (1918–22) als auch im Zweiten Weltkrieg war Armawir umkämpft und erlitt Zerstörungen. Die deutsche Besetzung der Stadt dauerte von August 1942 bis Januar 1943.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ein fruchtbares Umland von Armawir führte dazu, dass in der dortigen Industrie vor allem die Nahrungsmittelverarbeitung vorherrscht. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich in Armawir auch der Maschinen- bzw. Gerätebau.

Armawir ist ein Verkehrsknotenpunkt entlang der Eisenbahnstrecke von Rostow am Don nach Baku sowie der Nebenstrecke von Armawir nach Tuapse, die beide von der Nordkaukasischen Eisenbahn betrieben werden. Auch eine Erdölpipeline aus Aserbaidschan verläuft durch die Stadt. Im innerstädtischen öffentlichen Verkehr spielt das seit 1973 bestehende Obus-System eine wichtige Rolle.

Die Russischen Streitkräfte unterhalten in Armawir ein Raketen-Radarfrühwarnsystem.

Weiterführende Bildungseinrichtungen

  • Armawirer Militärinstitut für Luftfahrt
  • Armawirer Orthodoxsoziales Institut
  • Filiale der Staatlichen Universität des Kubangebiets
  • Filiale des Instituts für moderne Technologien und Ökonomie
  • Institut für Finanzen und Ökonomie Armawir
  • Staatliche Pädagogische Universität Armawir

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

 Commons: Armawir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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