Armee-Oberkommando

Als Armeeoberkommando (AOK) wurde im Ersten und Zweiten Weltkrieg die Kommandobehörde einer Armee bezeichnet. Ein AOK (Oberbefehlshaber: i. d. R. Generaloberst aufwärts) führte mehrere Armeekorps und verfügte über eigene (Armee-)Truppen z. B. schwere Artillerie, Pioniere und sonstige Sondertruppen, die ihm nach Verfügbarkeit und Auftrag unterstellt wurden. Das AOK war als Führungsmittel zwischen der Heeresgruppe und den Armeekorps angesiedelt. Anforderung und Verteilung von Nachschub lief jedoch in der Regel direkt über den Oberquartiermeister des AOK; das Heeresgruppenkommando war damit nur in Krisensituationen befasst.

Klebemarke als Siegel des Armee-Oberkommandos in Ostasien, auf der Rückseite eines Briefumschlags 1901

Im Kriegsverlauf wurden durch die AOKs aus Abgaben oder Überresten unterstellter Verbände, Armeeabteilungen oder Armeegruppen aufgestellt, die je nach Erfordernis im Bereich der Armee eingesetzt werden konnten.

Das Zuständigkeitsgebiet eines AOK teilte sich in das Operationsgebiet, das wiederum auf Korps- und Divisionsebene unterteilt war, und das Rückwärtige Armeegebiet, das dem „Kommandanten rückwärtiges Gebiet“ (Korück) unterstand.

Die normale Gliederung eines Armeeoberkommandos im Zweiten Weltkrieg umfasste:

  • Befehlshaber des Armeeoberkommandos
  • Abteilung I (Führungsabteilung)
  • Abteilung II (Adjutantur – Verwaltung)
    • 1. Adjutant IIa (Personalangelegenheiten der Offiziere)
    • 2. Adjutant IIc (Personalangelegenheiten der Unteroffiziere und Mannschaften)
  • Oberquartiermeisterabteilung (Nachschub)
    • Oberquartiermeister
    • Armeearzt IVb
    • Armeeveterinär IVc
  • kommandiert:
    • Höherer Artilleriekommandeur (Harko)
    • Armeepionierführer (A.Pi.Fü)
    • Armeenachrichtenführer (A.Nachr.Fü.)
    • Stabsoffizier für Gasabwehr
    • Stabsoffizier für Panzerbekämpfung (Stopak)

In Österreich-Ungarn war das Armeeoberkommando (AOK.) – es gab nur eines – im Ersten Weltkrieg Befehlszentrale für sämtliche im Einsatz befindlichen Armeen.


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