Arminia Supporter Club
Arminia Bielefeld
Logo
Voller Name Deutscher Sportclub
Arminia Bielefeld e.V.
Gegründet 3. Mai 1905
als 1. Bielefelder FC „Arminia“
Vereinsfarben Schwarz-Weiß-Blau
Stadion SchücoArena (traditionell Alm)
Plätze 27.300
Präsident Hans-Hermann Schwick
Trainer Michael Frontzeck
Homepage www.arminia-bielefeld.de
Liga Fußball-Bundesliga
2007/08 15. Platz
Trikotfarben
Trikotfarben
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Heim
Trikotfarben
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Auswärts
Logo des 1. Bielefelder FC „Arminia“
Das Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald. Der Fürst Arminius ist Namenspatron von Arminia Bielefeld.

Der DSC Arminia Bielefeld (vollständiger Name: Deutscher Sportclub Arminia Bielefeld e.V.) ist ein Bielefelder Sportverein. Neben Fußball werden die Sportarten Hockey, Eiskunstlauf und Billard angeboten. Derzeit hat Arminia Bielefeld 11.394 Mitglieder.[1] Die Vereinsfarben sind Schwarz, Weiß und Blau. Der Vereinsname leitet sich vom Cheruskerfürsten Arminius ab, der den Römern im Jahre 9 n. Chr. in der Varusschlacht eine verheerende Niederlage beibrachte.[2]

Bundesweit bekannt ist der Verein durch seine Fußballabteilung, die als bedeutendste Ostwestfalens gilt. Die erste Herrenmannschaft spielt seit dem letzten Aufstieg im Jahre 2004 in der Bundesliga. Aufgrund vieler Auf- und Abstiege in der Vergangenheit gilt der DSC Arminia als „Fahrstuhlmannschaft“. Mit sieben Bundesliga-Aufstiegen trägt er den inoffiziellen Titel des „Rekordaufsteigers“. 1971 war der Verein in den Bundesliga-Skandal verwickelt, der zum Zwangsabstieg in die Regionalliga führte. Die Verantwortlichen hatten gegnerische Spieler bestochen, um sich im Abstiegskampf einen Vorteil zu verschaffen.

Heimspielstätte der ersten Herrenmannschaft ist die SchücoArena mit einer Kapazität von 27.300 Plätzen. Traditionell ist das Stadion unter dem Namen (Bielefelder) Alm bekannt. Die Spieler werden von Fans Die Blauen und Die Arminen genannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1905–1918 Die frühen Jahre

Saisonbilanzen 1906–1918
Saison Platz Tore Punkte
1906/07 3. Platz 7:7 6:6
1907/08 1. Platz 9:4 6:2
1908/09 2. Platz 35:21 18:6
1909/10 5. Platz 19:26 6:18
1910/11 2. Platz 29:17 9:7
1911/12 7. Platz 28:33 10:18
1912/13 1. Platz 40:12 22:6
1913/14 2. Platz 34:16 20:8
1914/15 2. Platz  ?:? 14:2
1915/16 1. Platz 24:3 12:0
1916/17 1. Platz 40:16 20:4
1917/18 2. Platz 20:10 11:5
grün unterlegt: Westfalenmeister
orange unterlegt: Zweite Liga

Anfang des 20. Jahrhunderts existierten in Bielefeld die Gesellschaftsvereine Teutonia und Terpsichore. Die Aktivitäten dieser Vereine beschränkten sich auf das gesellige Beisammensein bürgerlicher junger Leute bei Tanztees und Ähnlichem. Sport im Allgemeinen und Fußball im Besonderen waren in dieser gesellschaftlichen Schicht verpönt. Zwei zugezogene Mitglieder des Vereins Terpsichore, der Niederländer Alwin Bohlen und der Bremerhavener Jonny Henningsen versuchten im Dezember 1904 bei der Hauptversammlung, dem Verein eine Fußballabteilung anzugliedern. Der Antrag wurde allerdings abgelehnt.

Der Vereinsvorsitzende Emil Schröder hatte jedoch mittlerweile Gefallen am Fußball gefunden. Gemeinsam mit Bohlen und Henningsen gab er Zeitungsanzeigen auf, um nach Gleichgesinnten zu suchen. Am 14. April 1905 versammelten sich vierzehn Männer im Restaurant Modersohn und beschlossen, einen Fußballverein zu gründen. Am 3. Mai 1905 wurde an gleicher Stelle der 1. Bielefelder Fußballclub Arminia gegründet. Schröder wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Die Vereinsfarben waren Blau-Weiß-Schwarz und der Monatsbeitrag betrug eine Mark.[3]

Zwei Wochen später fand auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz in der Stadtmitte das erste Spiel der Vereinsgeschichte statt. Gegner war eine Mannschaft aus Osnabrück. Entgegen den eigenen Vereinsfarben trugen die Spieler der Arminia orange Trikots. Das Ergebnis der Partie ist nicht überliefert. Der Club fand schnell neue Mitglieder und im Herbst 1905 nahm der Verein Kontakt zum Deutschen Fußball-Bund auf. Wegen der geographischen Lage war zunächst fraglich, ob der 1. BFC West- oder Norddeutschland zugeordnet werden sollte. Der Westdeutsche Spiel-Verband gründete daraufhin seinen siebten Fußballbezirk Westfalen und nahm die Arminia auf.

In der Saison 1906/07 nahmen die Bielefelder zum ersten Mal am Ligenspielbetrieb teil und trafen dabei auf die Osnabrücker Vereine Teutonia, Olympia 1903 und FC 1899. Nach mehreren Fusionen entstand 1924 aus diesen Vereinen der VfL Osnabrück. Arminia belegte mit 7:7 Toren und 6:6 Punkten den dritten Platz.[4] In Bielefeld gründeten sich weitere Vereine, so dass 1907 auf Initiative der Arminia der Bielefelder Ballsportverband gegründet wurde. Im gleichen Jahr schloss sich der FC Siegfried der Arminia an, die einen neuen Platz an der Kaiserstraße (heute: August-Bebel-Straße) bezog.

Mit dem neuen Platz wurde der Verein jedoch nicht glücklich und nach nur fünf Monaten beschlagnahmte die Stadt das Gelände.[5] Gleichzeitig plagten die Arminia finanzielle Probleme. Mit Julius Hesse wurde ein neuer Präsident gewählt, der den Club ins Vereinsregister eintragen ließ und durch geschickte Verhandlungen mit den Gläubigern die Schuldenlast minderte. 1910 bezog die Arminia einen neuen Platz an der Pottenau. Das erste Spiel auf dem neuen Gelände ging mit 1:4 gegen den Essener Turnerbund verloren.[6]

Mannschaftsfoto aus dem Jahre 1911.

In der Saison 1912/13 feierte der Verein seinen ersten großen Erfolg. Zum ersten Mal gewann die Arminia die Runde in der A-Klasse Westfalen, Gruppe Ost und besiegte anschließend den Meister der Westgruppe, den BV Dortmund 04, mit 5:1. Als Westfalenmeister nahm die Arminia an der westdeutschen Meisterschaft teil. Nach der Halbfinalniederlage gegen den Düsseldorfer SC Union stellte sich heraus, dass beide Mannschaften im Viertelfinale gegen einen falschen Gegner gespielt hatten. Der westdeutsche Verband meldete aus Zeitnot den Duisburger Spielverein als Vertreter zur deutschen Meisterschaft.[7]

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges stoppte den Höhenflug der Arminen. In den folgenden vier Jahren spielte der Verein nur noch auf Bezirksebene. Die Arminia gewann 1916 und 1917 die Meisterschaft im Bezirk Ravensberg-Lippe.

1918–1933 Die goldenen Zwanziger

Saisonbilanzen 1918–1933
Saison Platz Tore Punkte
1918/19 abgebrochen
1919/20 2. Platz 39:22 23:11
1920/21 1. Platz 51:11 28:6
1921/22 1. Platz 57:10 36:0
1922/23 1. Platz 32:12 14:0
1923/24 1. Platz 75:20 34:4 1
1924/25 1. Platz 52:8 24:4
1925/26 1. Platz 108:18 50:6 1
1926/27 1. Platz 68:14 28:0
1927/28 2. Platz 67:17 22:6
1928/29 1. Platz 28:12 20:8
1929/30 5. Platz 26:33 12:16
1930/31 2. Platz 50:23 26:10
1931/32 6. Platz 45:33 23:17
1932/33 1. Platz 55:22 30:6
grün unterlegt: Westdeutscher Meister
orange unterlegt: Westfalenmeister

Nachdem die erste Nachkriegsspielzeit abgebrochen werden musste, gestaltete sich ebenfalls die Saison 1919/20 in der eingleisigen Bezirksklasse Westfalen als schwierig. Aufgrund eines von den Alliierten verhängten Reiseverbotes konnte die Meisterschaft nur teilweise ausgetragen werden. Während die Arminen 17 der 18 Spiele austragen konnten trug der FC Osnabrück 99 beispielsweise nur acht Partien aus. Mit dem Ziel, einen Großverein mit vielen Abteilungen zu schaffen, ging die Arminia eine Fusion mit der Bielefelder Turngemeinde 1848 ein. Fortan nannte sich der Verein TG Arminia Bielefeld.

Ein Jahr später wurde der DSC zwar Meister der Ostgruppe der Kreisliga Westfalen, durfte jedoch nicht zum Finale der Westfalenmeisterschaft gegen Preußen Münster antreten. Die Bielefelder hatten mit illegalen Mitteln den Spieler Friemauth von der Hammer SpVg abgeworben und wurden für drei Monate gesperrt.[8] Keine zwölf Monate später sollte die Arminia von einer Entscheidung am grünen Tisch profitieren. In der Bezirksklasse gewann die Mannschaft alle Spiele und beendete die Endrunde um die Westdeutsche Meisterschaft punktgleich mit dem Kölner BC 01 auf dem ersten Platz. Das Entscheidungsspiel in München-Gladbach entschieden die Rheinländer mit 2:1 für sich.

Wenige Tage nach dieser Partie setzte der Verband das Endrundenspiel der Kölner gegen den Essener Turnerbund neu an. Grund war eine fehlende Spielberechtigung für Kölns schottischen Verteidiger Gregor Smith. Köln trat nicht an und das Spiel wurde für Essen als gewonnen gewertet. Dadurch hatte die Arminia in der korrigierten Endrundentabelle einen Punkt Vorsprung und erlangte somit die Meisterschaft.[9] Damit nahm die Arminia erstmals an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft teil. Hier kam jedoch im Viertelfinale das Aus. Gegen den FC Wacker München gab es in Karlsruhe eine 0:5-Niederlage.

Spieldaten des Viertelfinals um die Deutsche Meisterschaft 1922

Überschattet wurde die Saison vom Konkurs der TG Arminia Bielefeld am 20. Oktober 1922. Am 6. November 1922 wurde der 1. Bielefelder FC Arminia wieder gegründet und auch die Bielefelder Turngemeinde 1848 wurde wieder ins Leben gerufen.[10] Aber auch ohne den Konkurs blieben sich Fußballer und Turner fremd. Durch die Neugründung der Stammvereine kam die Vereinsführung der reinlichen Scheidung zuvor, die 1924 reichsweit unzählige Vereine spalten sollte.

In der Saison 1922/23 blieben die Blauen in der Bezirksklasse ohne Punktverlust. Über die Stationen Preußen Münster und Jahn Siegen drang die Mannschaft in das Finale der westdeutschen Meisterschaft vor. Gegner im Essener Uhlenkrugstadion war TuRU Düsseldorf. Die Rheinländer führten zur Halbzeit mit 3:1 und die Düsseldorfer Anhänger schickten bereits Brieftauben mit der Siegesnachricht nach Hause. Doch die Arminen gaben nicht auf und konnten eine Verlängerung erzwingen. In dieser fiel der Siegtreffer und Arminia errang zum zweiten Mal die westdeutsche Meisterschaft.[11]

Im Viertelfinale der deutschen Meisterschaft trafen die Bielefelder auf den SC Union Oberschöneweide aus Berlin. Die in Bochum ausgetragene Partie wurde nach zweieinhalb Stunden Spielzeit torlos abgebrochen. Das Rückspiel in Berlin verlief dramatisch. Pohl brachte die Bielefelder nach 85 Minuten in Führung. Kurz vor Abpfiff fiel der Ausgleich. In der Verlängerung sorgte Lux für den Berliner Siegtreffer.[12]

Spieldaten des Viertelfinals um die Deutsche Meisterschaft 1923

Arminias Spielmacher Walter Claus-Oehler wurde als erster Armine – und als erster Westfale überhaupt – in die deutsche Fußballnationalmannschaft berufen. Er debütierte am 10. Mai 1923 gegen die Niederlande. Insgesamt absolvierte er zwei Länderspiele und erzielte ein Tor. Es sollten mehr als 75 Jahre vergehen, bis wieder ein Bielefelder das Trikot der deutschen Nationalmannschaft trug.[13]

Vereinslogo um 1920

Ab dem Jahr 1923 war der sportliche Höhenflug auf nationaler Ebene zunächst vorbei. Zwar konnten die Blauen noch vier weitere westfälische Meisterschaften feiern, bei den westdeutschen Meisterschaften hatten die Bielefelder jedoch nichts mehr zu bestellen. In diese Zeit fiel jedoch ein Ereignis mit Bielefelder Beteiligung, das Geschichte schreiben sollte. Das Auswärtsspiel der Arminia bei Preußen Münster am 1. November 1925 war die erste Liveübertragung eines Fußballspiels im deutschen Rundfunk.[14] Auch vereinsintern brachte die zweite Hälfte der 20er Jahre zwei bedeutsame Änderungen. Am 30. Januar 1926 wurde auf Initiative des Tierarztes Mennerich die Umbenennung des Vereins in „Deutscher Sportclub Arminia Bielefeld“ beschlossen. Mennerich hatte zwar auch patriotische Beweggründe, allerdings bewegte ihn vornehmlich die Vision eines Vereins, unter dessen Dach viele Sportarten ein Zuhause finden sollten.[15] Im gleichen Jahr fand die Arminia, mit dem Umzug auf die Alm, nach fast genau 21 Jahren wechselnder Spielstätten, ihre endgültige Heimat. Eröffnet wurde die neue Sportstätte am 1. Mai 1926 mit einem Freundschaftsspiel gegen den SC Victoria Hamburg.[16]

1928 stand zum ersten Mal der Lokalrivale VfB 03 Bielefeld in der Abschlusstabelle vor der Arminia. Auch in den folgenden Jahren blieben die Erfolge aus und dementsprechend gingen die Zuschauerzahlen zurück. Aus finanziellen Gründen musste die Geschäftsstelle aufgelöst werden. Der DSC bekam jedoch durch lukrative Freundschaftsspiele gegen den Hamburger SV und den 1. FC Nürnberg seine Probleme in den Griff. Erst 1932 gab es nach einem 3:1-Sieg über den VfL Osnabrück mit dem Gewinn des Westfalenpokals wieder einen sportlichen Grund zur Freude. Ein Jahr später stand die Arminia wieder im Finale um die Westfalenmeisterschaft. Beide Spiele gegen die SpVgg Herten endeten mit einem 2:2, so dass ein Entscheidungsspiel notwendig war. Mit 4:2 gewannen die Bielefelder in Münster und qualifizierten sich für die westdeutsche Meisterschaft. Hier kam im Viertelfinale gegen die SuS Hüsten das Aus.

Dass die Arminia gegen Ende der 1920er-Jahre nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen konnte hatte mehrere Gründe. Die Leistungsträger kamen in die Jahre und unter den Spielern machte sich eine gewisse Selbstzufriedenheit breit. Dazu kam, dass Mitte der 1920er-Jahre die Arbeitervereine nach vorne drängten. Diese „Proletenclubs“ betrachteten die bürgerlichen Vereine anfänglich mit Misstrauen. 1922 wollte einer dieser Arbeitervereine aus dem Ruhrgebiet ein Freundschaftsspiel mit der Arminia vereinbaren. Aus Bielefeld kam die Antwort, dass dieser Verein doch „erst einmal Fußball spielen lernen sollte“. Lange Zeit hing das Bielefelder Antwortschreiben in der Geschäftsstelle des FC Schalke 04 hinter Glas.[17]

1933–1945 Arminia im Dritten Reich

Saisonbilanzen 1933–1945
Saison Platz Tore Punkte
1933/34 10. Platz 23:60 6:30
1934/35 2. Platz 100:25 33:7
1935/36 2. Platz 58:28 31:13
1936/37 1. Platz 83:24 39:5
1937/38 1. Platz 95:17 38:6
1938/39 6. Platz 29:28 17:19
1939/40 2. Platz 49:42 21:15
1940/41 6. Platz 56:52 23:21
1941/42 6. Platz 44:48 19:17
1942/43 7. Platz 41:43 17:19
1943/44 10. Platz 23:50 10:26
1944/45 Saison abgebrochen
orange unterlegt: Zweite Liga

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten hatte auch Auswirkungen auf den Fußball. Statt über 30 höchsten Spielklassen wurden 16 Gauligen installiert, deren territorialer Zuschnitt sich nach den Gauen der Partei richtete. Die Arminia gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Gauliga Westfalen und war eine der Mannschaften, die sich sportlich für diese Klasse qualifizierten. Die Dortmunder Zwangsfusion Sportfreunde 95 wurde beispielsweise mit der Begründung aufgenommen, dass die Stadt Dortmund einen Gauligisten bräuchte. Dabei war keiner der Stammvereine in der Saison 1932/33 erstklassig gewesen.[18]

Die erste Saison in der neuen Liga verlief aus Bielefelder Sicht nicht sonderlich erfolgreich. Mit nur sechs Pluspunkten wurde der DSC Tabellenletzter und stieg in die Bezirksliga Ostwestfalen ab. Nachdem die Arminen 1937 in der Aufstiegsrunde scheiterten, gelang 1938 der Wiederaufstieg in die Gauliga Westfalen. Zur Aufstiegsmannschaft gehörte auch Helmut Kronsbein, der 1954 Hannover 96 als Trainer zur deutschen Meisterschaft führen sollte.[19]

Sportlich konnte die Bielefelder Mannschaft besser mithalten und sorgte für einige Überraschungen. Schon in der Aufstiegssaison rang die Arminia dem „Abonnementmeister“ Schalke 04 auf dessen Platz ein 1:1 ab. In der Saison 1939/40 wurde der DSC gar Vizemeister, obwohl die Mannschaft im Februar noch Vorletzter war. In dieser Saison gelang ein 8:2-Sieg über Borussia Dortmund,[20] für den sich die Dortmunder in der Saison 1940/41 allerdings mit einem 10:2-Sieg auf der „Alm“ revanchierten. Das torreichste Spiel der Gauliga Westfalen stellte ein 13:4-Sieg beim damaligen Aufsteiger VfL Altenbögge in der Spielzeit 1941/42 dar. Im gleichen Jahr gelang den Bielefeldern ebenfalls ein sensationeller 2:1-Sieg in Schalke.[21]

Je länger der Zweite Weltkrieg dauerte desto größer wurden seine Auswirkungen auf die Mannschaft. Immer öfter musste die Mannschaft aus Jugendlichen, Fronturlaubern und Veteranen zusammengestellt werden. Am 25. Juli 1943 ging die Arminia mit dem VfB 03 eine Kriegsspielgemeinschaft ein. Der „Bielefelder Fußballrest“ beendete die letzte Gauligasaison 1943/44 auf dem letzten Platz. Nach der Saison wurde die Gauliga aufgelöst und durch drei Kriegs-Gauklassen ersetzt. Die KSG VfB/Arminia trug jedoch nur noch ein Spiel gegen die SpVgg Union Herford aus, das 1:1 endete.[22]

Die Jahre zwischen 1933 und 1945 gehörten zu den dunkelsten Kapiteln der Vereinsgeschichte. Die von den Nationalsozialisten propagierte Gleichschaltung des Sports wurde aktiv unterstützt. Von Vereinsseite hieß es dazu:

„„Wir begrüßen es aus innerster Überzeugung, dass nunmehr vom Führer eine klare Richtlinie gegeben ist, wie sich demnächst der gesamte Fußballbetrieb abwickeln wird. Eine Stellungnahme erübrigt sich, da wir uns voll und ganz dem Führergedanken untergeordnet haben.““

Stellungnahme in der Westfälischen Zeitung vom 24. Juli 1933[23]

Der DSC stand in Bielefeld mit der Unterstützung des Regimes alleine da. Andere Vereine wie der VfB 03 hielten sich gegenüber den Nazis zurück. Mit dem neuen Präsidenten Karl Demberg wurde ab 1934 das Führerprinzip beim DSC Arminia umgesetzt. Jüdische Mitglieder wurden ausgeschlossen und erhielten Hausverbot auf der Alm. Das ehemalige Vorstandsmitglied Fritz Grünewald musste seine goldene Ehrennadel abgeben. Erst 2003 wurde ihm, der im Warschauer Ghetto starb, die Ehrung wieder zuerkannt.[24]

1945–1963 Auf und Ab nach dem Krieg

Saisonbilanzen 1945–1963
Saison Platz Tore Punkte
1945/46 8. Platz 21:34 14:18
1946/47 5. Platz 37:34 19:17
1947/48 1. Platz 119:29 41:3
1948/49 1. Platz 75:29 38:14
1949/50 15. Platz 32:72 17:43
1950/51 9. Platz 64:68 27:33
1951/52 4. Platz 53:40 36:28
1952/53 6. Platz 45:52 33:27
1953/54 16. Platz 37:64 22:38
1954/55 3. Platz 64:37 40:20
1955/56 4. Platz 61:35 38:18
1956/57 3. Platz 44:38 36:24
1957/58 2. Platz 89:38 43:17
1958/59 3. Platz 43:25 38:22
1959/60 5. Platz 60:40 36:24
1960/61 2. Platz 62:37 35:21
1961/62 1. Platz 64:27 40:16
1962/63 7. Platz 51:44 32:28
orange unterlegt: Zweite Liga
grün unterlegt: Dritte Liga

Die Stadt Bielefeld wurde im Zweiten Weltkrieg weniger stark zerstört als andere Städte in Deutschland. Schon kurz nach Kriegsende wurde die Arminia neugegründet. Zeitweise wurde auch über eine Fusion mit dem Lokalrivalen VfB 03 nachgedacht, jedoch wollten beide Vereine ihre Tradition fortführen.[25] Im Spätsommer 1945 versammelten sich Vertreter aller 18 Vereine, die zwischen 1933 und 1944 in der Gauliga Westfalen spielten, in Bönen und gründeten als Provisorium die Landesliga Westfalen.[26] Am 17. Februar 1946 nahm die Liga ihren Spielbetrieb auf. Der DSC beendete die Saison als Vorletzter der Gruppe 2 und stieg in die Bezirksklasse ab.

Der angepeilte direkte Wiederaufstieg wurde verpasst. In der Bezirksklasse belegte die Mannschaft nur Platz fünf und blieb hinter Vereinen wie Grün-Weiß Bielefeld (heute: SC Bielefeld 04/26) oder dem TBV Lemgo zurück. Durch die Einführung der Oberliga West war die Arminia zum ersten Mal drittklassig. Mit dem neuen Trainer Karl Wunderlich von der SG Chemnitz-West sollte alles besser werden. Der DSC dominierte die Bezirksklasse nach Belieben und beendete die Saison als Meister mit 41:3 Punkten und 112:29 Toren. Doch die Freude über die Meisterschaft währte nur kurz. Es stellte sich heraus, dass der ebenfalls aus Chemnitz gekommene Helmut Ullmann verschwiegen hatte, dass er zwischenzeitlich noch in Hannover aktiv war. Nach den damaligen Bestimmungen zog ein Wechsel von einer Besatzungszone zur anderen eine sechsmonatige Sperre nach sich. Der Arminia wurden 14 Punkte abgezogen, wodurch der SC Oelde aufstieg.[27]

Kurios verlief die folgende Saison 1948/49. Die Mannschaft hatte bereits einige Spiele in der Bezirksklasse absolviert, als der Verband nachträglich eine Aufstockung der Landesliga um zwei Mannschaften beschloss. Kurzerhand wurde die Arminia in die Landesliga befördert. Beflügelt vom Nachrücken wurde die Mannschaft Gruppensieger und traf in der folgenden Aufstiegsrunde zur Oberliga auf die SpVgg Herten und den VfL Witten. Nach Abschluss der Runde waren alle drei Mannschaften punktgleich. Es wurde eine Wiederholung der Runde auf neutralen Plätzen angesetzt. Nach einem 3:1 gegen Herten in Gladbeck musste die Arminia in Münster gegen Witten antreten. Durch ein Kopfballtor von Helmut Hasse gewann der DSC mit 1:0 und stieg in die Oberliga auf.[28]

Die Oberligaspielzeit brachte schnelle Ernüchterung, da die Mannschaft zu schwach für die westdeutsche Eliteliga war. Trotz eines umjubelten 4:2-Sieges über Schalke blieb am Ende nur Platz 15 und Abstieg in die 1949 neu eingeführte II. Division. Die Versuche, wieder in die Oberliga aufzusteigen, misslangen. Durch den Standortnachteil hatte es die Arminia schwer, gute Spieler zu verpflichten oder ihre eigenen guten Spieler zu halten. Da die Verdienstmöglichkeiten der Spieler zur damaligen Zeit festgeschrieben waren, unterschreiben viele Spieler bei den Vereinen, die mehr Handgeld als andere zahlten. Zwar qualifizierte sich der DSC 1952 für die eingleisige II. Division[29], jedoch musste 1954 der Abstieg in die Landesliga hingenommen werden. Eine 1:4-Niederlage am letzten Spieltag der Saison 1953/54 gegen die SG Wattenscheid 09 besiegelte den Abstieg endgültig.

Nach dem Abstieg wurden erneut Fusionsverhandlungen mit dem VfB 03 durchgeführt. Allerdings machte der VfB im letzten Moment einen Rückzieher.[30] Es folgten triste Jahre in der drittklassigen Landesliga, die 1956 in Verbandsliga umbenannt wurde. Auch wenn die Arminia immer unter die ersten Fünf kam, hatte die Mannschaft keine reellen Aufstiegschancen. Dies änderte sich erst 1962, als die Mannschaft mit einem Punkt vor Germania Datteln Sieger der Nordoststaffel wurde. Als nächstes setzte sich die Arminia gegen den Sieger der Parallelstaffel, den BV Brambauer mit 2:1 und 0:0 durch und feierte erneut die Westfalenmeisterschaft.

Zum Abschluss der Saison traf der DSC in der Aufstiegsrunde zur II. Division auf den Duisburger FV 08 und TuRa Bonn. Arminia verlor mit 0:1 in Bonn und schlug danach Duisburg mit 2:0. Da Bonn letztendlich auf den Aufstieg verzichtete, kehrten die Bielefelder in die Zweitklassigkeit zurück. In der Zwischenzeit beschloss der DFB die Gründung der Bundesliga zur Saison 1963/64. Als Unterbau sollte es fünf Regionalligen geben. Für diese Liga qualifizierten sich die ersten Acht der II. Division West.

Nach 20 Spieltagen stand die Arminia mit 14:26 Punkten auf dem vorletzten Rang und nichts deutete auf eine Regionalligaqualifikation hin. Trainer Jakob Wimmer musste gehen und wurde durch Hellmut Meidt ersetzt. Unter seiner Führung gewann Bielefeld acht der nächsten neun Partien. Am letzten Spieltag schaffte die Mannschaft durch einen 4:1-Sieg über den Dortmunder SC 95 noch der Sprung auf Rang sieben. Wie wichtig die Qualifikation für die Arminia war zeigt sich daran, dass von den acht Mannschaften, die die Qualifikation zur Regionalliga verpassten, lediglich der VfL Bochum die Rückkehr in den Profifußball schaffte.[31]

1963–1972 Aufstieg in die Bundesliga

Saisonbilanzen 1963–1972
Saison Platz Tore Punkte Zuschauer[32] 2
1963/64 11. Platz 65:74 38:38 9.413[33]
1964/65 5. Platz 68:52 39:29 10.431[33]
1965/66 10. Platz 60:58 32:36 8.331[33]
1966/67 3. Platz 72:39 45:23 12.230
1967/68 4. Platz 77:44 46:22 12.180
1968/69 7. Platz 63:47 38:30 8.700
1969/70 2. Platz 61:30 48:20 9.940
1970/71 14. Platz 34:53 29:39 24.900
1971/72 18. Platz 41:75 19:49 17.500
orange unterlegt: Regionalliga

Mit der Zielsetzung Klassenerhalt startete die Arminia in die erste Regionalligasaison. Die junge Mannschaft – der Altersdurchschnitt lag bei 23 Jahren – begann furios mit einem 6:1-Sieg über Hamborn 07. Einer erfolgreichen Vorrunde folgten Rückschläge in der Rückrunde, unter anderem ein 0:8 beim späteren Meister Alemannia Aachen. Die Saison wurde auf dem elften Platz beendet, im Jahr darauf verbesserte sich die Mannschaft sich auf Platz fünf. Aus finanziellen Gründen konnte sich der Verein immer nur mit jungen, talentierten Spielern verstärken. So musste sich der Verein 1966 mit Platz zehn zufrieden geben. Immerhin konnte die Mannschaft durch einen 3:2-Sieg gegen Alemannia Aachen den Westdeutschen Pokal gewinnen.

Die darauf folgende Saison 1966/67 brachte einen Leistungsschub mit sich. Einer der Verantwortlichen dafür war der von KSV Hessen Kassel verpflichtete Stürmer Ernst „Jonny“ Kuster, der zum erfolgreichsten Torjäger der Vereinsgeschichte avancieren sollte. Nach einem 2:1-Sieg über Westfalia Herne gewann die Arminia die Herbstmeisterschaft. Bis zuletzt hatte die Mannschaft Chancen auf einen der ersten zwei Plätze, die zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga berechtigt hätten. Doch am letzten Spieltag verlor die Mannschaft mit 0:1 beim Wuppertaler SV und wurde Dritter.[34]

Mit dem Erfolg wuchs auch die Erwartungshaltung der Fans. Nach einem vierten und einem siebten Platz dümpelte die Mannschaft zu Beginn der Saison 1969/70 nur im Mittelfeld herum. Im November 1969 übernahm der Pole Egon Piechaczek das Traineramt. Unter seiner Führung arbeitete sich die Mannschaft in der Tabelle nach oben und war Mitte April nach einem 2:0-Sieg über den VfL Bochum Tabellenführer. Am letzten Spieltag verlor die Arminia bei Bayer 04 Leverkusen. Mit dieser taktischen Niederlage wollte der DSC dem stark eingeschätzten Südmeister Kickers Offenbach aus dem Weg gehen.[35]

In der Aufstiegsrunde begann die Arminia mit einem 1:0-Sieg beim „Dorfverein“ SV Alsenborn. Die Mannschaft lieferte sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Karlsruher SC. Am letzten Spieltag benötigten die Bielefelder einen Sieg bei Tennis Borussia Berlin. Obwohl es für die „Veilchen“ um Nichts mehr ging, tat sich die Arminia lange schwer. Durch Tore von Kuster und Horst Stockhausen schafften die Bielefelder schließlich den Aufstieg.

Spieldaten der Aufstiegsrunde 1970

In seiner ersten Bundesligasaison hatte der DSC große Probleme. Trotz großer Begeisterung in der Stadt und im Umland, die mit durchschnittlich 23.946 Zuschauern2 zum zweitbesten Schnitt der Liga führte[36], konnte die Arminia erst am sechsten Spieltag durch ein 3:1 gegen Hannover 96 den ersten Sieg feiern. Selbst ein späterer 1:0-Sieg gegen Bayern München änderte nichts an Arminias Stammpositionen im Keller der Liga. Es war offensichtlich, dass die späte Qualifikation und die damit verbundenen Nachteile auf dem Transfermarkt Spuren hinterlassen hatten. Positiv an der Spielzeit 1970/71 war der Überraschungssieg gegen die „Fohlenelf“ von Borussia Mönchengladbach. Eine 0:5-Niederlage gegen Kickers Offenbach brachte den DSC kurze Zeit später in eine fast ausweglose Situation, auf die eine fatale Reaktion folgte: Die Beteiligung am Bundesligaskandal durch Bestechung gegnerischer Mannschaften.

Vereinslogo nach dem Zweiten Weltkrieg.

Der DSC beendete die Saison auf Platz 14. Einen Tag nach dem Saisonende feierte Offenbachs Präsident Horst-Gregorio Canellas seinen Geburtstag. Während dieser Feier deckte er die gezielten Spielmanipulationen in der Endphase der Saison auf. Während sich die Öffentlichkeit geschockt zeigte, leugnete die Bielefelder Seite die Beteiligung an den Schiebereien. Als die Beweislast immer bedrohlicher wurde trat das Präsidium des DSC die Flucht nach vorne an. Am 24. Oktober 1971 legte Präsident Wilhelm Stute ein umfassendes Geständnis ab.

Für 40.000 Mark hatte sich die Arminia den 1:0-Sieg bei Schalke 04 am 28. Spieltag erkauft. Außerdem wurden am 33. Spieltag der VfB Stuttgart und am letzten Spieltag Hertha BSC bestochen. Für den 1:0-Sieg gegen Hertha flossen 200.000 Mark. Gleichzeitig bot der DSC Eintracht Braunschweig 40.000 Mark für einen Sieg gegen Rot-Weiß Oberhausen. Lediglich beim MSV Duisburg scheiterte der Bestechungsversuch.[37] Der DFB verurteilte die Arminia wegen erwiesener Bestechung in fünf Fällen zum Zwangsabstieg in die höchste Amateurliga. Die Bundesligasaison 1971/72 durfte die Mannschaft zwar noch zu Ende spielen, jedoch wurden alle Spiele nur für die Gegner gewertet.

Nach einer Berufungsverhandlung wurde das Urteil abgeschwächt. Der DSC musste nur in die Regionalliga absteigen. Dazu kam ein Abzug von zehn Punkten am Saisonende. Ein finanzieller Kollaps konnte nur durch Transfers von Dieter Burdenski oder Gerd Roggensack verhindert werden. Die Bielefelder Wirtschaft versagte dem mit etwa einer Millionen Mark verschuldetem Verein vorerst Unterstützung. Und so waren es die Fans, die den Verein durch Spenden retteten.[38].

1972–1980 Bundesligaskandal und die Folgen

Saisonbilanzen 1972–1980
Saison Platz Tore Punkte Zuschauer[32]
1972/73 11. Platz 46:66 30:38 7.630
1973/74 14. Platz 41:52 27:41 10.100
1974/75 4. Platz 68:47 50:26 12.100
1975/76 9. Platz 49:46 42:34 9.960
1976/77 2. Platz 72:39 50:26 10.750
1977/78 1. Platz 74:40 51:25 9.580
1978/79 16. Platz 43:56 26:42 26.550
1979/80 1. Platz 120:31 66:10 12.100
orange unterlegt: Regionalliga (bis 1974)
2. Bundesliga (ab 1974)

Die Regionalligasaison 1972/73 geriet zu einer nervlichen Belastungsprobe für die junge Mannschaft. Lange Zeit mussten die Arminen um den Klassenerhalt bangen, ehe eine Serie von sieben Spielen ohne Niederlage die Bielefelder ans rettende Ufer brachte. Am Ende hatte die Mannschaft elf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Der DFB wandelte den Punktabzug kurze Zeit später in eine Geldstrafe um.

Im folgenden Jahr ging es um die Qualifikation für die 2. Bundesliga, die ab 1974 die fünf Regionalligen als Bundesligaunterbau ablösen sollte. Der DFB erstellte einen Fünf-Jahres-Schlüssel, anhand dessen die Teilnehmer ermittelt wurden. Durch die zwei Bundesligajahre hatte die Arminia bereits einige Punkte gesammelt. Dennoch wurde die Qualifikation nicht zu einem Selbstläufer. Nach dem 20. Spieltag war der DSC mit 9:31 Punkten Vorletzter. Nach der DFB-Regelung würden die drei letztplatzierten Mannschaften unabhängig von der Punktzahl nicht für die zweite Liga zugelassen werden.[39] Nach der Winterpause übernahm Rudi Fassnacht das Training. Mit Volker Graul und Jonny Hey verpflichtete der Verein noch zwei weitere Spieler. Die letzten zehn Spiele blieb die Arminia ungeschlagen und qualifizierte sich trotz Platz 14 für die zweite Bundesliga.

Mit 13 Spielen ohne Niederlage startete der DSC in die erste Zweitligasaison. Die erträumte Rückkehr in die Bundesliga sollte nicht klappen, da die Arminia im Saisonverlauf 14 Mal Unentschieden spielte und dabei wertvolle Punkte vergab. Volker Graul wurde mit 30 Toren Torschützenkönig. Im Heimspiel gegen den HSV Barmbek-Uhlenhorst traf er alleine fünf Mal.[40] Höhepunkt der Saison war das Freundschaftsspiel gegen Real Madrid am 2. Februar 1975. Der DSC unterlag nur knapp mit 2:4 gegen die spanische Spitzenmannschaft, für die seinerzeit Paul Breitner und Günter Netzer spielten.[41]

Enttäuschender verlief die Saison 1975/76. Nachdem die Mannschaft zeitweise die Tabelle anführte, fiel sie in ein Leistungsloch und beendete die Spielzeit als Neunter. Mit Karl-Heinz Feldkamp kam ein neuer Trainer, der der Mannschaft eine offensivere Ausrichtung verschrieb. Mit Uli Stein, Norbert Eilenfeldt und Christian Sackewitz kamen neue Spieler, die in den folgenden Jahren zu Leistungsträgern avancierten. Nach einem 2:0 über Schwarz-Weiß Essen sicherten sich die Bielefelder die Herbstmeisterschaft. Nach einem schwachen Start in die Rückrunde zog der FC St. Pauli an der Arminia vorbei und wurde Meister, während sich der DSC Platz zwei sicherte.

Nun mussten die Arminen in der Relegation gegen den TSV 1860 München antreten. Die Spiele sollten zu einem der größten Dramen der Vereinsgeschichte werden.[42] Mit 4:0 gewann die Arminia das Hinspiel und sah wie der sicherer Aufsteiger aus. Doch die Münchener „Löwen“ gaben nicht auf und konnten das Rückspiel ebenfalls mit 4:0 für sich entscheiden. Das Entscheidungsspiel, welches im Frankfurter Waldstadion ausgetragen wurde, gewannen die Münchener und schafften damit den Aufstieg.

Spieldaten der Relegationsspiele 1977

Der Schock saß tief und entsprechend verunsichert startete die Mannschaft in die Saison 1977/78. Mit 22:16 Punkten war die Arminia zur Saisonhalbzeit nur Fünfter. In der Rückrunde steigerte sich die Mannschaft jedoch und sicherte sich mit einem Schlussspurt – von den letzten neun Partien gewann die Mannschaft acht[43] – die Meisterschaft und die Rückkehr in die Bundesliga. Der Start in die Saison verlief gut: Einem Unentschieden in Duisburg folgte ein Sieg gegen Schalke. Zudem warf die Arminia im Pokal den Hamburger SV mit 2:1 nach Verlängerung aus dem Wettbewerb. Die nächsten sechs Spiele blieb die Mannschaft allerdings ohne Sieg. Als Konsequenz musste Trainer Milovan Beljin gehen.

Als Nachfolger verpflichtete die Arminia Otto Rehhagel, der die Mannschaft bis zur Winterpause auf Rang zehn führte. Am 10. März 1979 gewann der DSC bei Bayern München mit 4:0. „Das waren Fußballgrüße aus Bielefeld!“ kommentierte Rehhagel die vielleicht größte Sensation der Vereinsgeschichte. Der Klassenerhalt erschien bei bis dato 19:19 Punkten in greifbarer Nähe. Doch der Triumph von München sollte zum Stolperstein werden. Aus den restlichen 15 Partien holte die Mannschaft nur noch zwei Siege und stieg als Drittletzter erneut ab. Jahre später erklärte Uli Stein, dass der überraschende Sieg der Grund für den Abstieg gewesen sei.[44]

Spieldaten des „Bayernspiels“

Obwohl die Mannschaft nach dem Abstieg zusammengehalten werden konnte, verlief der Start in die Zweitligasaison 1979/80 etwas holprig. Erst als Otto Rehhagel im Oktober 1979 zu Fortuna Düsseldorf wechselte und durch seinen dortigen Vorgänger Hans-Dieter Tippenhauer ersetzt wurde verbesserten sich die sportlichen Leistungen. Bereits fünf Spieltage vor Saisonschluss wurde der direkte Wiederaufstieg unter Dach und Fach gebracht und die Mannschaft stellte einige neue Ligarekorde auf, die teilweise noch heute gültig sind.

So erzielte die Mannschaft 120 Tore bei einer Tordifferenz von +89. Während der Saison blieben die Arminen 28 Spiele ohne Niederlage, darunter eine Serie von zwölf Siegen in Folge. Einen großen Anteil an der Rekordsaison hatte der so genannte „100-Tore-Sturm“. Christian Sackewitz wurde mit 35 Toren Torschützenkönig. Norbert Eilenfeldt traf 30 Mal, während Rückkehrer Gerd-Volker Schock 22 Treffer beisteuerte.[45] Am vorletzten Spieltag schlug der DSC Arminia Hannover mit 11:0. Dies ist bis heute der höchste Sieg aller Zeiten in der 2. Bundesliga.

1980–1985 Etablierung in der Bundesliga

Saisonbilanzen 1980–1985
Saison Platz Tore Punkte Zuschauer[32]
1980/81 15. Platz 46:65 26:42 22.900
1981/82 12. Platz 46:50 30:38 21.130
1982/83 8. Platz 46:71 31:37 19.630
1983/84 8. Platz 40:49 33:35 14.000
1984/85 16. Platz 46:61 29:39 12.550
Arminia war immer erstklassig.

Angesichts der souveränen Zweitligasaison ging der Verein optimistisch in die Bundesligasaison 1980/81. Aus den ersten sechs Spielen holte die Mannschaft jedoch nur einen Punkt und belegte seit Oktober den letzten Tabellenplatz. Anfang Dezember 1979 trat Tippenhauer zurück und wurde durch Horst Franz ersetzt. In der Rückrunde keimte wieder Hoffnung auf, als der DSC vier Heimspiele in Folge gewinnen konnte. Am 30. Spieltag trat der ebenfalls abstiegsgefährdete TSV München 1860 auf der Alm an und führte bis zur 88. Minute mit 2:1. Durch zwei Tore in den letzten Minuten konnten die Arminen das Spiel noch drehen und retteten sich am Saisonende auf Platz 15.[46]

Auch in der folgenden Saison musste die Arminia lange um den Klassenerhalt kämpfen. Am 2. Spieltag trat der DSC bei Werder Bremen an. Eine Grätsche des Bremer Verteidigers Norbert Siegmann schlitzte den Oberschenkel des Bielefelders Ewald Lienen auf einer Länge von 30 Zentimetern auf. Der noch unter Schock stehende Lienen stürmte daraufhin auf Bremens Trainer Otto Rehhagel los und warf ihm vor, Siegmann zu diesem Foul animiert zu haben.[47] Die Wende gelang wieder erst im Frühjahr, als der DSC sechs Heimspiele in Folge gewann und schließlich Zwölfter wurde. In der Sommerpause nahm die Arminia zum ersten Mal am Intertoto Cup teil. Zwei weitere Teilnahmen sollten 1984 und 1985 folgen. Jedes Mal belegte die Arminia den zweiten Platz in ihrer Gruppe.

Arminia im Intertoto Cup

Nach der Saison wurde mit Norbert Müller erstmals ein hauptamtlicher Manager engagiert. Mit dem von ihm entworfenen Konzept, auf talentierte Spieler zu setzen, wollte er den Verein in der Bundesliga etablieren und in Richtung UEFA-Pokal führen. Als Müller den bei den Fans beliebten Trainer Horst Franz entließ, zog der neue Manager den Zorn der Anhängerschaft auf sich. Später sollte Müller auch noch die gesamte Mannschaft gegen sich aufbringen. Als sich die Spieler weigerten, überhaupt mit Müller zu reden wurde der Manager entlassen.[48].

Ewald Lienen spielte fünf Jahre für die Arminia.

Horst Köppel wurde als neuer Trainer verpflichtet. Unter dem jungen Trainer spielte die Mannschaft attraktiven Offensivfußball und erwischte damit den besten Start der Vereinsgeschichte. Drei Siege in Folge brachten der Mannschaft nach dem zweiten und dritten Spieltag die Tabellenführung.[49] Am 6. November 1982 sorgte die immer noch auf Platz sechs stehende Arminia für ein Liganovum. Nach einem 1:1-Halbzeitstand bei Borussia Dortmund verloren die Ostwestfalen noch mit 1:11 und kassierte als bislang einzige Mannschaft der Bundesligageschichte zehn Gegentore in einer Halbzeit.[50] Bielefelds Torwart Olli Isoaho ging als „Pannen-Olli“ in die Vereinsgeschichte ein.

Der DSC geriet während der Saison zu keinem Zeitpunkt in ernste Abstiegsgefahr und belegte am Ende Platz acht. Zu den Leistungsträgern der Saison gehörten die Neuzugänge Gregor Grillemeier und der Finne Pasi Rautiainen. Trainer Köppel verließ die Arminia am Saisonende und wechselte zum DFB. Sein Nachfolger wurde Karl-Heinz Feldkamp, der im Gegensatz zu seiner ersten Amtszeit auf eine defensivere Taktik setzte. Das Abwehrbollwerk um Dirk Hupe, Karl-Heinz Geils und Horst Wohlers waren der Garant für Platz acht. Mit 33:35 Punkten war die Saison 1983/84 die erfolgreichste Spielzeit der Vereinsgeschichte in der Bundesliga. Trotz des sportlichen Erfolges musste der Verein einen starken Rückgang der Zuschauerzahlen hinnehmen. Während in der Saison 1980/81 noch knapp 23.000 Zuschauer im Schnitt ins Stadion kamen, sanken die Besucherzahlen zur Saison 1983/84 auf 14.000.

Aus finanziellen Gründen mussten Leistungsträger wie Gregor Grillemeier, Frank Pagelsdorf und Karl-Heinz Geils verkauft werden. Die Ablösesummen von zusammengerechnet 1,7 Millionen Mark linderten die größten Probleme. Dennoch waren Verein und Umfeld optimistisch und hofften auf eine Platzierung in der erweiterten Spitzengruppe.[51] Die Neuzugänge blieben jedoch weitestgehend hinter den Erwartungen zurück. Lediglich Siegfried Reich schlug ein und stellte mit 18 Saisontoren einen bis heute gültigen Vereinsrekord auf. Durch Verletzungen geschwächt und von den ständigen Querelen mit Manager Müller entnervt steckte die Mannschaft während der gesamten Saison im Tabellenkeller. Am Ende wurde der DSC Drittletzter und musste in der Relegation gegen den Dritten der 2. Bundesliga, den 1. FC Saarbrücken, antreten.[48]

Mit großem Optimismus fuhr die Mannschaft zum Hinspiel in die saarländische Hauptstadt, doch die Gastgeber konnten die zu harmlos agierenden Arminen mit 2:0 schlagen. Im Rückspiel keimte noch einmal Hoffnung auf, als Matthias Westerwinter den DSC in Führung brachte. Doch den Saarbrückern gelang der Ausgleich und die Arminia musste nach fünf Jahren wieder aus der Bundesliga absteigen.

Spieldaten der Relegationsspiele 1985

1985–1994 Tiefer Fall und triste Jahre

Saisonbilanzen 1985–1994
Saison Platz Tore Punkte Zuschauer[32]
1985/86 4. Platz 60:47 45:31 5.100
1986/87 9. Platz 58:55 38:38 5.570
1987/88 20. Platz 29:62 22:54 2.960
1988/89 2. Platz 58:21 46:14 6.330
1989/90 1. Platz 68:17 49:11 5.790
1990/91 5. Platz 55:39 33:27 2.320
1991/92 4. Platz 48:18 44:16 4.100
1992/93 3. Platz 69:42 43:25 3.350
1993/94 3. Platz 48:28 39:21 4.600
orange unterlegt: 2. Bundesliga
grün unterlegt: Oberliga Westfalen

Der überraschende Abstieg traf den Verein hart. Während der fünf Bundesligajahre gab der Verein sechs Millionen Mark mehr aus als er einnahm und häufte einen Schuldenberg von drei Millionen Mark an.[52] In der Not mussten zahlreiche Leistungsträger wie Dirk Hupe verkauft werden. Dennoch hielt sich die Mannschaft bis zur Mitte der Rückrunde im Aufstiegsrennen. Eine Serie von fünf Spielen ohne Sieg brachte die Mannschaft aus dem Konzept, so dass am Ende Platz vier heraussprang.

Die sportliche und finanzielle Talfahrt setzte sich fort. Darüber hinaus konnte die Mannschaft durch eine Vielzahl von Verletzungen nie in Bestbesetzung antreten. Am 18. Oktober 1986 spielte die Arminia gegen den 1. FC Saarbrücken. Die Bielefelder hatten nur noch sieben gesunde Profis, erhielten aber vom DFB keine Sondergenehmigung um mehr als die damals erlaubten drei Amateure einsetzten zu dürfen. So musste der DSC mit zehn Spielern beginnen, ehe sich nach 10 Minuten der Profi Thomas Ostermann verletzte und nicht ersetzt werden durfte. Es entwickelte sich ein groteskes Spiel, bei dem die Gastgeber bis zur 79. Minute ein 1:1 halten konnten. Dann erzielte Saarbrücken noch zwei Tore.[53] Zwei Wochen später lief der etatmäßige Torhüter Wolfgang Kneib beim Spiel gegen den VfL Osnabrück als Stürmer auf.

Am Ende der Spielzeit erreichte die Arminia noch Platz neun, jedoch sorgten während der gesamten Saison die bedenklichen finanziellen Verhältnisse des Vereins für größere Schlagzeilen. Ein Wirtschaftsprüfer ermittelte im September 1987 einen Schuldenstand von 4,5 Millionen Mark. Der Vorstand erwog kurzzeitig eine freiwillige Rückgabe der Lizenz, entschied sich dann aber für einen gerichtlichen Vergleich. Nach langen Verhandlungen verzichteten die Gläubiger auf den Großteil ihrer Forderungen. Um die Restschulden zu begleichen trug der Verein Benefizspiele gegen Bayern München, den 1. FC Köln und eine Zweitligaauswahl aus, deren Einnahmen komplett an die Bielefelder gingen.[54]

Unter diesen finanziellen Voraussetzungen konnte der Verein in der Saison 1987/88 keine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine stellen. Mit 20:54 Punkten wurde der DSC Letzter und stieg damit nach 26 Jahren wieder aus dem „bezahlten Fußball“ ab. Nach zwei Trainerwechseln wurde die Saison unter der Leitung des damals 29-jährigen Ernst Middendorp, eines Lehrers aus Rheine beendet. Dieser sollte sich in den folgenden Jahren als Glücksfall für den Verein erweisen.

Ernst Middendorp tauschte vor der Saison 1988/89 fast die gesamte Mannschaft aus. Um erfahrene Spieler wie Wolfgang Kneib herum baute er eine Mannschaft aus zahlreichen junge Talente aus der Region wie z.B. Jörg Bode, Frank Geideck oder Thomas Stratos auf. Der Erfolg stellte sich ein und die Mannschaft führte lange die Tabelle der Oberliga Westfalen an. Erst gegen Saisonende ließ die Middendorp-Elf Federn und Konkurrent Preußen Münster kam immer näher heran. Am letzten Spieltag hätten die Arminen mit einem Unentschieden beim VfB Rheine die Meisterschaft perfekt machen können. Doch die junge Mannschaft hielt dem Druck nicht stand und verlor mit 1:2.[55]

In der folgenden Saison dominierten die Bielefelder die Oberliga und konnten mit sechs Punkten Vorsprung auf den TuS Paderborn-Neuhaus die Meisterschaft feiern. Nach einem guten Start in die Aufstiegsrunde folgte am 3. Spieltag eine 2:3-Niederlage beim Außenseiter TSV Havelse. Danach verlor die Mannschaft den Faden und verpasste als Dritter den Aufstieg. Für den Verein stellte das Scheitern ein Desaster dar. Zahlreiche Leistungsträger konnten nicht gehalten werden und wechselten zu Erst- oder Zweitligaclubs.

Spieldaten der Aufstiegsrunde 1990

In den nächsten vier Jahren wurde die Leidensfähigkeit der Fans auf eine harte Belastungsprobe gestellt. Vier Jahre lang startete die Mannschaft ambitioniert in die neue Saison und absolvierte die ersten Partien erfolgreich, nur um dann im Herbst oder Frühjahr einzubrechen. Zwischen 1990 und 1994 belegte die Arminia zwar immer Plätze unter den ersten Fünf, allerdings mit deutlichem Abstand zum jeweiligen Meister. Nach der Entlassung von Ernst Middendorp im Herbst 1990 versuchten sich Franz Raschid, Fritz Grösche und Ingo Peter vergeblich daran, die Mannschaft wieder nach vorne zu bringen.

Tiefpunkte dieser Entwicklung waren die Saison 1990/91, als mit 2.320 der niedrigste Zuschauerschnitt aller Zeiten verzeichnet wurde[56], sowie ein Spiel beim DSC Wanne-Eickel, bei dem einige Spieler von aufgebrachten Fans wegen der schlechten Leistungen bespuckt wurden. In der Saison 1993/94 wurde der DSC Dritter und qualifizierte sich für die Regionalliga West/Südwest. In der Endphase der Saison machte Arminia weniger durch das Geschehen auf dem Platz als vielmehr durch die Verpflichtung der erfahrenden Bundesligaspieler Thomas von Heesen, Armin Eck, Jörg Bode und Fritz Walter bundesweit von sich reden. Verantwortlich für diese Neuzugänge zeichnete der seit Anfang 1994 als hauptamtlicher Manager tätige Rüdiger Lamm.

1994–2004 Renaissance und Fahrstuhlära

Saisonbilanzen 1994–2004
Saison Platz Tore Punkte Zuschauer[32]
1994/95 1. Platz 65:28 50:18 10.420
1995/96 2. Platz 55:45 57 13.190
1996/97 14. Platz 46:54 40 21.200
1997/98 18. Platz 43:56 32 21.500
1998/99 1. Platz 62:32 67 12.120
1999/00 17. Platz 40:61 30 18.960
2000/01 13. Platz 53:46 41 10.700
2001/02 2. Platz 68:38 65 13.310
2002/03 16. Platz 35:46 36 22.800
2003/04 2. Platz 50:37 56 13.650
orange unterlegt: 2. Bundesliga
grün unterlegt: Regionalliga

Aufgrund der hochkarätigen Neuzugänge, die am 20. April 1994 vorgestellt wurden, ging „Arminia Vielegeld“, wie der Verein in der Boulevardpresse nun genannt wurde, als Topfavorit in die Saison. Zu einem Flop wurde die Verpflichtung des Trainers Wolfgang Sidka, der innerhalb kürzester Zeit die Mannschaft gegen sich aufbrachte und schon nach vier Spieltagen gehen musste. Sein Nachfolger wurde Ernst Middendorp, der die Mannschaft zu einer Einheit formte.

Die Arminen starteten eine Aufholjagd, deren Höhepunkt ein 4:0-Sieg über den Tabellenführer Rot-Weiss Essen darstellte. Am letzten Spieltag machte die Mannschaft durch einen 4:0-Sieg bei Borussia Neunkirchen den Aufstieg perfekt.[57] Ohne spektakuläre Neuverpflichtungen, vom Rückkehrer Uli Stein abgesehen, startete der DSC in die erste Zweitligasaison seit sieben Jahren. Nachdem die Mannschaft zeitweise die Tabelle anführte gab es im Herbst drei Niederlagen in Folge. Da auch die direkte Konkurrenz regelmäßig Spiele verlor, blieben die Arminen in der Spitzengruppe. Am vorletzten Spieltag ging das Spiel in Bochum zwar mit 0:2 verloren, die Bielefelder konnten jedoch aufgrund der gleichzeitigen Niederlagen der SpVgg Unterhaching und des FSV Zwickau den „Durchmarsch“ in die Bundesliga perfekt machen.

Namhaftester Neuzugang für die Saison 1996/97 war der frisch gebackene Europameister Stefan Kuntz. Er wurde für 2,5 Millionen Mark von Besiktas Istanbul verpflichtet und wurde zum ersten Bielefelder Nationalspieler seit 73 Jahren. Nach einem schwachen Start konnte sich die Mannschaft vor der Winterpause durch eine Serie von drei Heimsiegen in Folge etwas Luft verschaffen. Der Klassenerhalt wurde frühzeitig geschafft. Neben Torjäger Kuntz wurde Giuseppe Reina zu einer der Entdeckungen des Jahres.[58]

Im Vorfeld der nächsten Saison sorgte die Arminia für Aufsehen, als mit Ali Daei und Karim Bagheri die ersten Iraner der Bundesligageschichte verpflichtet wurden. Zur Saisonhalbzeit stand die Mannschaft auf Platz 14 und konnte durch zahlreiche Heimsiege die eklatante Auswärtsschwäche kompensieren. Nach der Winterpause führte eine Serie von zwölf Spielen ohne Sieg die Mannschaft auf den letzten Platz. Ein Grund für den Absturz war das zerrüttete Verhältnis zwischen Kuntz und Trainer Middendorp, welches das Klima innerhalb der Mannschaft stark belastete. Auf der Rückfahrt vom Auswärtsspiel beim Hamburger SV verfolgte Middendorp ein TV-Interview mit Stefan Kuntz, das Middendorp so in Rage brachte, dass er 70 Kilometer vor Bielefeld den Mannschaftsbus verließ und mit einem Taxi nach Hause fuhr.[59]

Stefan Kuntz stürmte zwischen 1996 und 1998 für die Arminia.

Der Abstieg bedeutete auch das Ende der Ära Lamm, der kurz nach dem Rücktritt von Ernst Middendorp ebenfalls seinen Hut nahm. Thomas von Heesen übernahm daraufhin für den Rest der Saison das Traineramt und sorgte für eine offensive Ausrichtung der Mannschaft. Hiervon profitierte insbesondere Neuzugang Bruno Labbadia, der mit 28 Toren Torschützenkönig wurde. In der Rückrunde verlor die Mannschaft nur drei Spiele und errang souverän die Meisterschaft. Trotz des sportlichen Erfolges konnte die Liquidität nur unter großen Anstrengungen gewährleistet werden. Zur Konsolidierung musste der Verein sparen, was zu der kuriosen Situation führte, dass der Verein für die neue Saison mit einem geringeren Etat plante.[60]

Mit Hermann Gerland als neuem Trainer startete die Arminia in die neue Saison. Die ersten vier Spiele blieb der DSC ohne Niederlage, bevor es bergab ging. Zwischen dem 21. November 1999 und dem 28. Februar 2000 unterlag die Mannschaft zehn Mal in Folge und stellte den Negativrekord von Tasmania Berlin und dem 1. FC Nürnberg ein. Neben Gerland wurde auch Bruno Labbadia heftig kritisiert, nachdem der Torjäger im Saisonverlauf drei Elfmeter verschoss und damit einen Bundesligarekord aufstellte.[61]

Um sich finanziell zu konsolidieren musste der Verein zahlreiche Leistungsträger wie Silvio Meißner oder Jörg Böhme abgeben. Sehr zum Unmut der Fans hielt der Verein am Trainer Gerland fest. Trotz vier Siegen zu Saisonbeginn forderten die Anhänger mehrfach lautstark seine Entlassung. Eine Serie von elf Spielen ohne Sieg ließ die Mannschaft in die Abstiegszone rutschen. Nachdem Gerland gehen musste, sorgte Torwart Goran Curko für einen Eklat, als er mitten im Spiel seine Handschuhe auszog, den Zuschauern den Mittelfinger zeigte und in die Kabine verschwand.[62] Benno Möhlmann hieß der neue Trainer und er brachte mit Mathias Hain gleich noch den Torwart seines Ex-Vereins SpVgg Greuther Fürth mit. Die völlig verunsicherte Mannschaft konnte sich erst gegen Saisonende auf Platz 13 retten. Einen großen Anteil daran hatte der im Vorjahr für drei Millionen Mark verpflichtete Pole Artur Wichniarek.[63] Der schon als Fehleinkauf abgestempelte Stürmer erzielte 18 Toren und wurde zusammen mit dem Reutlinger Olivier Djappa Torschützenkönig.

Besser lief die Saison 2001/02, für die sich der Verein mit Spielern wie Rüdiger Kauf oder Ansgar Brinkmann gezielt verstärkte. Zwölf Heimsiege und 20 Saisontore vom erneuten Torschützenkönig Wichniarek bildeten den Grundstein für den sechsten Bundesligaaufstieg. Damit wurden die Bielefelder zum Rekordaufsteiger. Hinter den Kulissen wurde die Lizenzspielerabteilung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien ausgelagert.

Mit einem 3:0-Sieg über Werder Bremen startete die Arminia in die Saison 2002/03 und übernahm zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte die Tabellenführung. Zwischen dem 14. und 19. Spieltag blieb die Mannschaft sechs Spiele in Folge ungeschlagen. Nach 28 Spieltagen hatte das Team bereits 34 Punkte gesammelt und der Klassenerhalt war in greifbarer Nähe. Doch aus den letzten Sechs spielen holte die Mannschaft nur noch zwei Punkte und stieg ab. Insbesondere ein Prozess gegen Ansgar Brinkmann nach einer Prügelei in einem Schnellrestaurant brachte Unruhe in die Mannschaft.[64]

Die Zweitligasaison 2003/04 wurde zu einer Achterbahnfahrt. Nach einem schwachen Start und einer zwischenzeitlichen Tabellenführung rutschte die Mannschaft gegen Jahresende auf Platz Acht zurück. Als die Mannschaft aus den ersten drei Spielen nach der Winterpause keinen Sieg holte, musste Benno Möhlmann gehen. Sein Nachfolger wurde Uwe Rapolder, unter dessen Führung die Mannschaft eine Aufholjagd startete. Mit sechs Siegen in Folge legten die Arminen den Grundstein für den siebten Bundesligaaufstieg, der am vorletzten Spieltag mit einem torlosen Remis beim VfL Osnabrück perfekt gemacht wurde. Abseits des Platzes sorgten erneut Liquiditätsprobleme für Unruhe. Den Spielern wurden die Gehälter teilweise mit Verspätung ausgezahlt.[65]

Seit 2004 Gegenwart

Saisonbilanzen seit 2004
Saison Platz Tore Punkte Zuschauer[32]
2004/05 13. Platz 37:49 40 21.700
2005/06 13. Platz 32:47 37 21.950
2006/07 12. Platz 47:49 42 23.130
2007/08 15. Platz 35:60 34 21.530
Arminia war immer erstklassig.

Aufgrund der immer noch angespannten finanziellen Situation fehlten dem Verein die Mittel für spektakuläre Neuverpflichtungen. Nach einem verpatzten Start gelang es den Arminen zum ersten Mal, drei Auswärtsspiele in Folge zu gewinnen. Insbesondere Neuzugang Delron Buckley erwies sich als gute Verpflichtung und führte zeitweise die Torjägerliste an. Patrick Owomoyela wurde zum Nationalspieler und zum Beginn der Winterpause hatte die Mannschaft 24 Punkte geholt. Zwar gewann die Mannschaft in der Rückrunde nur noch vier Spiele, darunter ein 3:1-Sieg gegen Bayern München, dennoch konnte der Ligaerhalt vier Spieltage vor Schluss durch einen 3:1-Sieg über den SC Freiburg sichergestellt werden. Im DFB-Pokal erreichte die Mannschaft zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das Halbfinale, welches zu Hause mit 0:2 gegen Bayern München verloren wurde.[66] Trotz der sportlich erfolgreichen Saison gab Uwe Rapolder zum Ende der Saison bekannt, sein Traineramt beim DSC nicht fortsetzen zu wollen und zur neuen Saison zum 1.FC Köln zu wechseln. Daraufhin beendete die Vereinsführung umgehend die Zusammenarbeit mit dem Fußballlehrer. Seine Nachfolge trat der bis dahin als sportlicher Geschäftsführer tätige Thomas von Heesen an.[67]

Eine eklatante Offensivschwäche kennzeichnete die Saison 2005/06. In 15 Spielen blieb der DSC ohne eigenen Torerfolg. Ein Hauptgrund für die Harmlosigkeit im Angriff war der Wechsel von Delron Buckley zu Borussia Dortmund. Der Südafrikaner, der im Vorjahr 15 Tore erzielte, konnte nicht adäquat ersetzt werden. Trotz einer desolaten Rückrunde wurden die Arminen am Ende erneut Dreizehnter, was auch auf die Schwäche der Konkurrenz im Abstiegskampf zurückzuführen war. Besser lief es im DFB-Pokal, wo die Mannschaft erneut das Halbfinale erreichte. Eintracht Frankfurt gewann auf eigenem Platz jedoch mit 1:0.[68] Ein Sieg über die Eintracht hätte für den DSC die erstmalige Teilnahme am UEFA-Pokal bedeutet, da der andere Finalist Bayern München die Teilnahme an der Champions League bereits so gut wie sicher hatte.

Nach dem obligatorischen schwachen Saisonbeginn stellte die Mannschaft in der ersten Hälfte der Saison 2006/07 einen neuen Vereinsrekord auf, als acht Spiele in Folge nicht verloren wurden.[69] Im weiteren Verlauf der Saison kam es jedoch zu internen Querelen zwischen dem Vorstand und Trainer Thomas von Heesen, die bei der Mannschaft für Verunsicherung sorgten. Nachdem aus 14 Spielen nur ein Sieg resultierte, wurde das Arbeitsverhältnis mit von Heesen beendet. Co-Trainer Frank Geideck übernahm die Mannschaft als Cheftrainer und rutschte auf einen Abstiegsplatz. Neun Spieltage vor Schluss kam es zu einem erneuten Trainerwechsel. Mit Ernst Middendorp wurde ein alter Bekannter verpflichtet. Ihm gelang die Rettung, vier Siege in Folge sorgten für den Klassenerhalt.[69]

Drei Siege bei einem Remis und einer Niederlage standen nach den ersten fünf Spielen der Saison 2007/08 zu Buche und Trainer Middendorp bezeichnete seine Mannschaft als „Bayernjäger“.[70] Danach folgte jedoch eine rasante Talfahrt, die mit der 1:8-Niederlage bei Werder Bremen ihren absoluten Tiefpunkt fand. Nach einer 1:6-Auswärtsniederlage in Dortmund musste Middendorp Anfang Dezember gehen und wurde vorübergehend durch Detlev Dammeier ersetzt, der mit einem 2:0-Heimsieg über den amtierenden Meister VfB Stuttgart für einen halbwegs versöhnlichen Jahresausklang sorgte.[71] Ab dem 1. Januar 2008 übernahm Michael Frontzeck das Traineramt bei der Arminia, konnte aber das zwischenzeitliche Abrutschen auf einen Abstiegsrang nicht verhindern. Als eine weitere personelle Konsequenz aus der sportlichen Misere wurde der sportliche Geschäftsführer Reinhard Saftig entlassen, ihm folgte Detlev Dammeier.[72] Schlussendlich gelang der Klassenerhalt am letzten Spieltag durch ein 2:2 beim VfB Stuttgart, wobei die Arminia von einer Nürnberger Niederlage gegen Schalke profitierte.[73]

Persönlichkeiten

Arminia Bielefeld/Namen und Zahlen

Kader

Rückennummer Name Nationalität geboren im Verein seit letzter Verein
Tor
38 Alexander Bade Deutscher 25.08.1970 2008 Borussia Dortmund
22 Dennis Eilhoff Deutscher 31.07.1982 2008 TuS Koblenz
01 Rowen Fernandez Südafrikaner 28.02.1978 2007 Kaizer Chiefs
28 Daniel Riemer Deutscher 17.02.1987 2002 VfL Osnabrück
Abwehr
06 Markus Bollmann Deutscher 06.01.1981 2006 SC Paderborn 07
04 Nico Herzig Deutscher 10.12.1983 2008 Alemannia Aachen
31 Radim Kučera Tscheche 01.03.1974 2005 Sigma Olmütz
20 Michael Lamey Niederländer 29.11.1979 2008 MSV Duisburg
16 Andre Mijatović Kroate 03.12.1979 2007 SpVgg Greuther Fürth
08 Tobias Rau Deutscher 31.12.1981 2005 FC Bayern München
17 Maik Rodenberg Deutscher 29.01.1989 2003 SV Kutenhausen-Todtenhausen
02 Markus Schuler Deutscher 01.08.1977 2004 Hannover 96
Mittelfeld
24 Daniel Halfar Deutscher 07.01.1988 2007 1. FC Kaiserslautern
15 Zlatko Janjić Bosnier 07.05.1986 2001 TuS Jöllenbeck
14 Jonas Kamper Däne 03.05.1983 2006 Brøndby IF
05 Rüdiger Kauf Kapitän der Mannschaft Deutscher 01.03.1975 2001 VfB Stuttgart
33 Kevin Kerr Schotte 12.01.1989 2003 VfL Theesen
13 Oliver Kirch Deutscher 21.08.1982 2007 Borussia Mönchengladbach
19 Alexander Laas Deutscher 05.05.1984 2008 VfL Wolfsburg
07 Thorben Marx Deutscher 01.06.1981 2006 Hertha BSC
30 Vlad Munteanu Rumäne 16.01.1981 01/09 VfL Wolfsburg
32 Robert Tesche Deutscher 27.05.1987 2001 VfL Mennighüffen
Angriff
27 Leonidas Kampantais Grieche 08.03.1982 2007 AEK Athen
10 Chris Katongo Sambier 31.08.1982 2008 Brøndby IF
11 Berat Sadik Finne 14.09.1986 2008 FC Lahti
23 Thilo Versick Deutscher 27.11.1985 2006 Rot-Weiß Maaslingen
18 Artur Wichniarek Pole 28.02.1977 2006 Hertha BSC
Trainerstab
Trainer Michael Frontzeck Deutscher 26.06.1964 2008 Alemannia Aachen
Co-Trainer Frank Geideck Deutscher 02.04.1967 1972
Co-Trainer Frank Eulberg Deutscher 13.01.1961 2007
Torwarttrainer Thomas Schlieck Deutscher 17.12.1969 1999

Zu- und Abgänge

Zugänge Abgänge

Ehemalige Spieler

Patrick Owomoyela ist Arminias Rekordnationalspieler.

Liste der Spieler von Arminia Bielefeld

Insgesamt vier Spieler der Arminia trugen das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Walter Claus-Oehler war 1923 der erste und für Jahrzehnte der einzige Bielefelder Nationalspieler. 1996 wurde Stefan Kuntz der zweite und 1999 Ronald Maul der dritte Nationalspieler. Deutscher Rekordnationalspieler der Arminia ist Patrick Owomoyela, der insgesamt fünf Länderspiele während seiner Zeit beim DSC absolvierte. Karl-Heinz Geils trug zwischen 1981 und 1983 je sechs Mal das Trikot der deutschen B- und Olympiaauswahl. International ist Karim Bagheri Arminias Rekordspieler. Zwischen 1997 und 2000 spielte er 28 Mal für den Iran.[74]

Der Torwart Wolfgang Kneib hält den Rekord für die meisten Ligaspiele. Zwischen 1980 und 1993 spielte er 370 Mal in der Bundesliga, 2. Bundesliga und Oberliga. Während seiner 13 Jahre erzielte er drei Tore per Elfmeter. Ebenfalls auf über 300 Ligaspiele können Wolfgang Pohl (331) und Helmut Schröder (313) zurückblicken. Die meisten Ligatore erzielte Ernst Kuster mit 111 vor Norbert Eilenfeldt mit 81 Toren.[75]

Zahlreiche Spieler des DSC wurden bei anderen Vereinen zu Nationalspielern. Beispiele hierfür sind Dieter Burdenski, Arne Friedrich, Thomas Helmer, Ulrich Stein oder zuletzt Heiko Westermann.

Die Jahrhundert-Elf

Zum hundertsten Vereinsjubiläum im Jahre 2005 wurde von den Fans die „Arminia-Elf des Jahrhunderts“ gewählt. Dabei wählten über 5.000 Fans nicht nur eine Mannschaft (Torwart, drei Abwehrspieler, vier Mittelfeldspieler, drei Stürmer), sondern auch die dazugehörige Ersatzbank und den Trainer.[76]

Elf des Jahrhunderts

Ersatzbank

Trainer

Die Jahrhundertelf: Positionen der einzelnen Spieler

Ehemalige Trainer

Uwe Rapolder führte die Arminia 2004 zum Bundesligaaufstieg.

Liste der Trainer von Arminia Bielefeld

Insgesamt 48 Trainer beschäftigte die Arminia in ihrer bisherigen Vereinsgeschichte. Erster Trainer wurde 1922 der Tscheche Frantisek Zoubec, der mit der Mannschaft einmal westdeutscher und viermal Westfalenmeister wurde. Zoubec ist neben Ernst Middendorp der einzige Trainer, der es bei der Arminia auf drei Amtszeiten brachte. Middendorp schaffte mit dem DSC den Durchmarsch von der Regional- in die Bundesliga und wurde 2005 von den Fans zum Trainer der „Jahrhundertmannschaft“ gewählt. Neben Middendorp (1996) gelang Egon Piechaczek (1970), Karl-Heinz Feldkamp (1978), Hans-Dieter Tippenhauer (1980), Thomas von Heesen (1999), Benno Möhlmann (2002) und Uwe Rapolder (2004) der Aufstieg in die Bundesliga.[77]

Zu den prominentesten Trainern der Vereinsgeschichte zählen Otto Rehhagel und Karl-Heinz Feldkamp. Rehhagel arbeitete nach seiner Zeit auf der Alm erfolgreich bei Werder Bremen und wurde 2004 mit der griechischen Nationalmannschaft Europameister. Feldkamp holte in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren Meisterschaften mit dem 1. FC Kaiserslautern und Galatasaray Istanbul. Eine Sonderstellung unter den Trainern nimmt Willi Nolting ein, der insgesamt viermal als Interimstrainer auf der Bank Platz nahm.

Weitere Mannschaften

Die zweite Mannschaft

Jörg Böhme ist Co-Trainer der zweiten Mannschaft.

Die zweite Herrenmannschaft der Arminia spielt seit 2008 in der neu eingeführten NRW-Liga. Trainiert wird die Mannschaft von Armin Perrey. Co-Trainer ist Ex-Profi Jörg Böhme.[78]

Über lange Jahre spielte die zweite Mannschaft nur in regionalen Ligen und pendelte zumeist zwischen Landes- und Bezirksliga. 1984 gelang der damals noch als „Arminia Bielefeld Amateure“ spielende Mannschaft erstmals der Aufstieg in die Verbandsliga. Nun wurde die Reserve zur Fahrstuhlmannschaft zwischen Verbands- und Landesliga. Erst zwischen 1992 und 1997 konnte sich die Mannschaft über einen längeren Zeitraum in der Verbandsliga halten. In der Saison 1999/2000 wurde die Mannschaft ungeschlagen Meister der Landesliga. Nach zwei Jahren in der Verbandsliga wurde der Sprung in die Oberliga geschafft. Die Saison 2003/04 schloss die zweite Mannschaft als Meister ab und stieg in die Regionalliga auf. Der Sprung erwies sich jedoch als zu groß und so musste die Mannschaft nach einem Jahr sofort wieder absteigen. In der Saison 2007/08 qualifizierte sich das Team als Elfter für die NRW-Liga.

Die dritte Mannschaft

Die dritte Herrenmannschaft spielt in der Landesliga. Die heute von Miron Tadic trainierte Mannschaft ist bundesweit, zusammen mit dem Hamburger SV und Hertha BSC, nach Werder Bremen die am höchsten spielende dritte Mannschaft.

Jugendfußball

Arminia Bielefeld verfügt über 16 Jugendmannschaften, darunter fünf Mädchenteams. A- und B-Jugend spielen in den jeweils höchsten Spielklassen, der U19- bzw. U17-Bundesliga. In den jüngeren Altersklassen spielen die Mannschaften, bis auf eine Ausnahme, in den jeweils höchstmöglichen Spielklassen. Eine Sonderstellung nimmt die D-Jugend ein, die in der C-Jugend-Kreisliga A gegen bis zu zwei Jahre ältere Konkurrenz antritt. Die B-Juniorinnen mussten 2008 aus der höchsten Spielklasse, der Westfalenliga, absteigen.[79][80]

Zu den Erfolgen im Jugendbereich zählen westdeutsche Meisterschaft der A-Jugend im Jahr 1961. Eine deutsche Meisterschaft in dieser Altersklasse wird erst seit 1969 ausgespielt. 1996 wurde die A-Jugend Westfalenpokalsieger und erreichte das Halbfinale im DFB-Junioren-Vereinspokal. Dort unterlag das Juniorenteam jedoch dem späteren Finalisten Energie Cottbus mit 0:3. Fünf Jahre später gewann die A-Jugend den Westdeutschen Pokal, schied auf Bundesebene aber erneut im Halbfinale aus. Beim FK Pirmasens unterlagen die Bielefelder mit 1:2.[81]

Aus dem Nachwuchs des DSC Arminia stammen Spieler wie Thomas Helmer, der 1996 mit der deutschen Nationalmannschaft Europameister wurde oder Yves Eigenrauch, der zwischen 1990 und 2001 236 Bundesligaspiele für Schalke 04 absolvierte.

Frauenfußball

Die erste Frauenmannschaft des DSC Arminia spielt in der viertklassigen Westfalenliga. Trainer der Mannschaft ist Markus Wuckel.

1975 wurde eine Abteilung für Frauen- und Mädchenfußball gegründet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, genügend Spielerinnen für die Mannschaften zu finden, gelang 1980 der Aufstieg in die Bezirksliga. 1982 folgte der Abstieg, als es durch einen „Babyboom“ zu personellen Engpässen kam. Dennoch gelang der sofortige Wiederaufstieg, der von einem Durchmarsch in die Landesliga gefolgt wurde. Seit 1990 spielt die erste Mannschaft in der Verbandsliga[82], die seit 2008 Westfalenliga genannt wird. Die zweite Mannschaft stieg 2007 in die Bezirksliga auf.

Erfolge

Neunmal stellte Arminia Bielefeld einen Torschützenkönig. Ernst Kuster wurde zwischen 1967 und 1969 dreimal in Folge Torschützenkönig der Regionalliga West. In der 2. Bundesliga waren Volker Graul, Christian Sackewitz, Fritz Walter, Bruno Labbadia sowie zweimal Artur Wichniarek bester Torschütze einer Saison. Sieben Mal wurde ein Tor eines Arminiaspielers von den Zuschauern der ARD-Sportschau zum Tor des Monats gewählt. 1986 wurde Stefan Kohns Fallrückziehertor im Spiel bei Tennis Borussia Berlin zum Tor des Jahres gekürt.[84]

Bisher gewannen mit Patrick Owomoyela (Dezember 2004) und Artur Wichniarek (August 2008) zwei Spieler die Wahl zum Fußballer des Monats. Insgesamt waren seit August 2003 vier Spieler des DSC für die Wahl nominiert (Owomoyela, Buckley, Boakye, Wichniarek), wobei Buckley und Boakye jeweils den dritten Platz belegten.[85]

In der ewigen Tabelle der Fußball-Bundesliga belegt die Arminia den 21. Platz. Von 510 Spielen gewann der DSC 149, verlor 238 und spielte 123 Mal unentschieden. Das Torverhältnis beträgt 616:827.[86] In der ewigen Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga ist die Arminia auf Platz 16 zu finden. Aus 474 Spielen holte der Verein 221 Siege, 127 Unentschieden und 126 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 818:570.[87]

Der Verein

Schematische Darstellung des Geschäftsmodells von Arminia Bielefeld.
Die Geschäftsstelle des DSC Arminia Bielefeld in der SchücoArena.

DSC Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA

Seit dem 1. Juli 2001 ist die Lizenzspielerabteilung des Vereins in die „DSC Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA“ ausgegliedert. Der DSC Arminia Bielefeld e.V. ist der hundertprozentige Kommanditist dieser Gesellschaft. Komplementär ist die DSC Arminia Bielefeld Management GmbH, deren alleiniger Gesellschafter der Hauptverein ist.

Der GmbH & Co. KGaA stehen zwei Geschäftsführer vor. Roland Kentsch ist für den finanziellen, Detlev Dammeier für die sportlichen Belange zuständig. Kontrolliert werden die Geschäftsführer von einem neunköpfigen Aufsichtsrat, dem mit Hans-Hermann Schwick der Präsident des Hauptvereins vorsteht.[88]

DSC Arminia Bielefeld e.V.

Der Hauptverein umfasst insgesamt neun Abteilungen. Vereinsvorsitzender ist Hans-Hermann Schwick, der dieses Amt seit 1991 bekleidet und damit der Präsident mit der längsten Amtszeit ist. Vizepräsident ist Andreas Mamerow. Der Verein verfügt neben dem Präsidium über einen fünfköpfigen Verwaltungsrat und einen gleich großen Ehrenrat. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich in der SchücoArena zwischen der Ost- und Südtribüne.

Zu Beginn der Bundesligasaison 2005/06 startete der Verein eine Mitgliederoffensive mit dem Ziel, die Anzahl der Vereinsmitglieder auf 5.000 zu steigern („Aktion 5000“). Im Mittelpunkt der Kampagne standen Plakate und Postkarten, die mit verschiedenen Motiven rund um den Verein aufwarteten. Das Kampagnenziel wurde bereits im Dezember 2005 erreicht. Die Aktion wurde nun unter dem Namen „Aktion 5000 Plus“ fortgesetzt. Im Oktober 2007 konnte das 10.000. Mitglied im Verein begrüßt werden.[89] Damit konnte die Zahl der Mitglieder seit dem 100-jährigen Vereinsjubiläum am 3. Mai 2005 verdreifacht werden.[90]

Präsidenten

Liste der Präsidenten von Arminia Bielefeld

Seit der Gründung des 1. Bielefelder FC „Arminia“ am 3. Mai 1905 hatte der Verein 25 Präsidenten. Erster Vorsitzender war Emil Schröder. Karl Demberg setzte ab März 1934 das Führerprinzip im Verein durch und läutete damit eine der dunkelsten Kapitel der Vereinsgeschichte ein. Wilhelm Stute hatte 1971 den Bundesliga-Skandal mit zu verantworten. Dass der Verein nach diesen Ereignissen wieder in ruhiges Fahrwasser gelang war ein Verdienst von Dr. Jörg Auf der Heyde, der knapp 13 Jahre lang Vorsitzender war und damit die zweitlängste Amtszeit aller Präsidenten hatte. Mit der Lokalpolitikerin Gisela Schwerdt hatte die Arminia 1986 als erster deutscher Verein im Profifußball eine Präsidentin. Ihre Amtszeit war mit neun Monaten allerdings nur von kurzer Dauer.

Abteilungen

Aktuelle Abteilungen

Logo des ASC

Altliga

Die Arminia stellt derzeit drei Altherrenteams. In der Alterklasse Ü32 ist eine Mannschaft sowohl auf dem Feld als auch in der Halle aktiv. Die Mannschaften Ü43 und Ü50 spielen ausschließlich in der Halle. Geleitet wird die Abteilung von Dirk Hempel.

Arminia Supporters Club

Nach der Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung des DSC Arminia in eine Kapitalgesellschaft, gründete der Verein am 6. Dezember 2003 eine Fan- und Förderabteilung unter dem Namen „Arminia Supporters Club“ (ASC). Der ASC soll als Schnittstelle zwischen dem Verein und den Fans dienen. Innerhalb kürzester Zeit wurde aus dem ASC die mitgliederstärkste Abteilung im Verein mit etwa 4.500 Mitgliedern[91] Der Abteilungsleiter ist Hans-Jürgen Laufer.

Arminis

Lohmann, das Maskottchen der Arminis

Im September 2005 wurde mit den „Arminis“ eine Fanorganisation für Kinder ins Leben gerufen. Der Verein kooperiert mit der von-Laer-Stiftung, die im Bereich Bielefeld und Umgebung im Rahmen der Jugendhilfe aktiv ist. Ziel der Abteilung ist es, möglichst viele junge Familien, insbesondere aber Kinder für den Fußball und den DSC Arminia zu begeistern. Neben kindgerechten Veranstaltungen bieten die „Arminis“ ihren Mitgliedern eine Kinderbetreuung während der Heimspiele und Rabatte auf Fanartikel an.[92] Des Weiteren organisieren die Arminis auch Fahrten zu Auswärtsspielen der Arminia.

Maskottchen der Arminis ist seit dem Sommer 2006 der Stier „Lohmann“. Der Name geht auf den Bauern Lohmann zurück, der dem Verein im Jahre 1926 das Gelände der heutigen SchücoArena verpachtete. Zum Andenken an dieses Ereignis trägt Lohmann ein Trikot mit der Rückennummer 26.[93]

Billard

Jüngste Abteilung des Vereins ist die Billardabteilung. Am 7. August 2007 wurde die 2003 gegründete Abteilung „BVO Interpool“ in den DSC Arminia integriert. Mit insgesamt vier Mannschaften tritt die Abteilung in den Ligen des Billardverbandes Ostwestfalen-Lippe an. Spielstätte ist das Billardcafé Interpool in der Feilenstraße. Abteilungsleiter ist Michael Wosch, der ebenfalls Vorsitzender des Billardverbandes Ostwestfalen Lippe e.V. (BVOWL) ist.[94][95]

Eiskunstlauf

Am 31. März 1979 schloss sich eine Gruppe des Bielefelder Roll- und Schlittschuhclubs dem DSC Arminia an. In den 1980er-Jahren errang die Abteilung zahlreiche nationale und internationale Titel. Höhepunkt war der Gewinn des Nationen-Cup 1988 in Budapest. Zu dieser Zeit lief die Vize-Europameisterin Krisztina Czakó für die Arminia.[96] Seit 1979 veranstaltet die Abteilung jedes Jahr das „Winterfest auf dem Eis“. Trainings- und Wettkampfstätte ist die Oetker-Eisbahn in Bielefeld-Brackwede. Abteilungsleiterin ist Sabine Esser.

Hockey

Das Hockeygelände (ohne Feldmarkierungen) des DSC Arminia in unmittelbarer Nähe des Heimat-Tierparks Olderdissen.

Bereits 1925 versuchte der damalige Vereinsvorsitzende Dr. Mennerich eine Hockeyabteilung zu gründen. Da sich jedoch zu wenig Interessenten fanden, wurde nichts aus diesen Plänen. Erst 1946 kam es zur Gründung der Abteilung und die ersten Erfolge stellten sich schnell ein. Die Herrenmannschaft stieg bereits 1948 in die Oberliga auf. Zwischen 1979 und 1988 spielten die Herren ununterbrochen in der damals dritthöchsten Spielklasse, der Oberliga. Mittlerweile spielt die Mannschaft in der 2. Verbandsliga (6. Liga). Die Damenmannschaft gehörte in den späten 1980er-Jahren der Hallen-Oberliga an und pendelt seitdem auf dem Feld zwischen Ober- und Verbandsliga.

In den frühen Jahren der Abteilung hatte die Abteilung große Probleme, eine geeignete Spielstätte zu finden. Zeitweise mussten die Mannschaften ihre Heimspiele im benachbarten Gütersloh austragen, dann innerhalb der Queller Rennbahn, die allerdings auch von britischen Sportflugzeugen genutzt wurden. So kam es, dass Spiele wegen Starts und Landungen unterbrochen werden mussten. 1971 fand die Abteilung auf der Anlage neben dem Heimat-Tierpark Olderdissen eine Heimat. Im April 1972 wurde auf der Anlage ein Länderspiel der deutschen Damen-Nationalmannschaft gegen Argentinien (Endstand 1:1) ausgetragen.[97] Abteilungsleiter ist Alexander Doht, der gleichzeitig als Spieler für die erste Mannschaft aktiv ist.[98]

Schiedsrichter

19 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sind für den DSC Arminia aktiv. Allerdings pfeifen alle Unparteiischen nur in regionalen und lokalen Ligen. Geleitet wird die Abteilung von Vlado Radmann.

Ehemalige Abteilungen

Boxen

In den 1930er-Jahren unterhielt der Verein kurzzeitig eine Boxabteilung. Über Erfolge und Gründe für die Auflösung ist jedoch nichts bekannt.[99]

Handball

Die Handballabteilung wurde 1923 gegründet. Mitte der 1930er-Jahre hatten die Handballer ihre erfolgreichste Zeit. Die erste Mannschaft spielte in der Feldhandball-Gauliga regelmäßig vor mehreren tausend Zuschauern. Franz Dierkes gehörte zu dieser Zeit zu den Leistungsträgern und verpasste die Nominierung für den Olympiakader 1936 nur knapp. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Handballer der Arminia immer mehr von den Vereinen aus den umliegenden Bielefelder Stadtteilen überrundet und rutschten bin in die Kreisliga hinab. Im Mai 1987 wurde die Abteilung schließlich aufgelöst.[99]

Leichtathletik

Mit dem Olympischen Sportclub Bielefeld gab es zwischen 1952 und 1956 einen dem DSC Arminia angeschlossenen Leichtathletikverein. Zu den bekanntesten Athleten gehörte Paul Schmidt, der mehrfach deutscher Meister im 800-Meter-Lauf war und bei den Olympischen Sommerspielen 1960 Vierter wurde.

Das kurze Fortbestehen von nur vier Jahren ist darin begründet, dass die Betreuung der Abteilung mit mehr als hundert Aktiven finanziell und logistisch zu aufwändig war. Auch war die Unterstützung durch Sponsoren nicht gegeben, so dass die finanzielle Grundlage lediglich auf Zuwendungen des damaligen Arminia-Präsidenten und Industriellen Kurt Wolff beruhte.

Neben der einzig aktiven Zeit der Leichtathletik-Abteilung wurde bereits 1907 und später noch einmal 1964 versucht, eine solche ins Leben zu rufen. Dies misslang jedoch und seit 1973 besteht seitens des DSC Arminia kein Interesse an einer eigenen Leichtathletik-Abteilung mehr.[100]

Fans und Zuschauer

Die Fans

Fans, auf der im Jahr 2007 abgerissenen Osttribüne, feiern die Mannschaft nach einem Sieg über den FC Bayern München am 16. September 2006

Die Anhängerschaft des Vereins kommt in erster Linie aus Bielefeld sowie der Region Ostwestfalen-Lippe. Das Einzugsgebiet entspricht in etwa einem Umkreis von 100 Kilometern um Bielefeld herum.[101] Der „harte Kern“ der Fans befindet sich bei den Heimspielen in den Blöcken 1 und 3 der Südtribüne. Zu den prominentesten Arminiafans gehören der N24-Nachrichtensprecher Hans-Hermann Gockel, 11 Freunde-Chefredakteur Philipp Köster und der Entertainer Ingolf Lück.

Seit dem letzten Bundesligaaufstieg im Jahre 2004 lag der Zuschauerschnitt konstant knapp über 20.000. Damit belegt der Verein allerdings nur die hinteren Ränge der Zuschauertabelle. Die höchste Zuschauerzahl wurde am 19. August 1978 erzielt, als 34.882 Zuschauer die Partie gegen Schalke 04 sahen. Am 11. November des gleichen Jahres sollen über 35.000 Zuschauer das Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern verfolgt haben.[102]

Wie groß der Einfluss der Fans auf die Vereinsarbeit ist zeigte sich zuletzt im Frühjahr 2008. Anfang März wurde ein modernisiertes Logo veröffentlicht, welches das bisherige um den Schriftzug „Arminia“ ergänzt, zeigte. Von Seiten der Fans regte sich Unmut, da die Buchstaben „DSC“ in diesem neuen Logo fehlten, welche die Fans als einen elementaren Bestandteil der Vereinskultur ansahen. Zudem stieß auch die neue Gestaltung des Schriftzugs „Arminia“ auf Ablehung. Es gründeten sich daraufhin mehrere Initiativen darunter die Gruppierung „Unser DSC“, die unter dem Motto „Tradition lässt sich nicht erfinden“, innerhalb kürzester Zeit, über 2.000 Unterschriften gegen das neue Logo sammelte. Nach mehreren Gesprächsrunden mit der Vereinsführung wurde ein Kompromiss erzielt, nach dem die neue Gestaltung des Logos erhalten blieb, die Buchstaben DSC jedoch wieder in das Vereinslogo aufgenommen wurden.[103]

Die Fans der Arminia wählen seit der Saison 2002/03 den „Arminen der Saison“. Erster Preisträger war Rüdiger Kauf, zuletzt wurde Mathias Hain gewählt.[104]

Liste der Arminen der Saison

Fangesänge und Liedgut

Die Bielefelder Fanszene pflegt eine Vielzahl unterschiedlicher Gesänge. Die offizielle Vereinshymne, die kurz vor Beginn eines jeden Heimspiels gesungen wird, ist „Arminia, unser Herz schlägt nur für Dich“ von Willy d´Villa. Eines der populärsten Lieder, die vor und während der Spiele auf den Rängen gesungen werden, ist „Arminia, wie schön sind Deine Tore“ von Werner Tennberg. Bis Ende der 1980er Jahre wurde nach jedem Tor für die Arminia „La Bostella“ gespielt. Seit 1988 wurde dann der Cancan zur Torhymne. Dies änderte sich kurzzeitig in der Hinrunde der Saison 2008/09, als der Cancan durch Seven Nation Army ersetzt wurde. Durch den Sieg bei einer Abstimmung auf der Vereinshomepage im Februar 2009, bei der neben dem Cancan und Seven Nation Army noch vier weitere Stücke zur Auswahl standen, wurde der Cancan wieder zur offiziellen Torhymne der Arminia.[105]

Neben den Gesängen gibt es noch eine Vielzahl an Liedern unterschiedlicher Interpreten und Stilrichtungen, die sich mit der Arminia befassen. So gab der Verein im März 2005 zum Vereinsjubiläum einen Sampler mit 20 Titeln heraus.[106] Zudem produziert das Fan-Projekt regelmäßig Fansampler, auf denen Lieder von Fans rund um das Thema Arminia zu finden sind. Zuletzt erschien im Jahr 2007 die CD „Block Party“.

Fanclubs und Organisationen

Der Fantreff Block 39 des Bielefelder Fan-Projekts und des Schwarz-Weiß Blauen Dachs (Ellerstraße/Ecke Stapenhorststraße)

Mit dem ersten Bundesligaaufstieg 1970 bildeten sich die ersten Fanclubs. Am Ende des Jahrzehnts tauchten mit dem „Alm-Adlern“ und der „Blue Army - Ostwestfalenterror“ die ersten gewaltbereiten Gruppierungen auf. Insbesondere die Blue Army zeigte dabei eine Nähe zu rechtsextremen Kreisen. Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten gründete die Stadt Bielefeld 1984 das Bielefelder Fan-Projekt, das nach dem Abstieg der Arminia in die 2. Bundesliga 1985 jedoch wieder aufgelöst wurde, da es die Stadt nun für unnötig erachtete. In der Folgezeit erlebte die Bielefelder Hooliganszene ihre Blütezeit. Heutzutage spielen Hooligangruppen kaum noch eine Bedeutung in der Bielefelder Szene, was sicherlich auch dem 1996 neu gegründeten Fan-Projekt Bielefeld e.V. geschuldet ist, das mit zwei hauptamtlichen Mitarbeitern die Fanszene betreut.[107][108]

Fast zeitgleich zu der Wiederbelebung des Fan-Projektes gründete sich am 1. Oktober 1996 die Fanorganisation Schwarz-Weiß-Blaues Dach, die seitdem als Dachverband der Arminiafanclubs die Faninteressen gegenüber dem Verein vertritt und bei der Organisation von Auswärtsfahrten sehr aktiv ist. Zur Zeit hat der Dachverband in etwa 900 Mitglieder.[109]

Zwar sind das Fan-Projekt und das Schwarz-Weiß-Blaue Dach unabhängig voneinander, jedoch arbeiten sie intensiv zusammen. So teilen sich beide Organisationen ein Büro in der Ellerstraße 39. In diesen Räumlichkeiten befindet sich ebenfalls der Fantreff Block 39 des Fan-Projektes.[109]

Seit Mitte der 1990er-Jahre hielt auch die Ultrà-Bewegung ihren Einzug in die Bielefelder Fanszene, insbesondere durch die Gründung der „Boys Bielefeld“ im Jahre 1995.[110] Nachdem die Bezeichnung „Ultras“ zunächst keine Verwendung fand, gründeten einige Bielefelder Fangruppierungen im Jahr 2001 die Bielefelder Ultras.[111] Nach knapp drei Jahren löste sich die Vereinigung wieder auf. Begründet wurde dieser Schritt unter anderem damit, dass der Begriff „Ultras“ in Deutschland zunehmend mit gewalttätigen Aktionen in Verbindung gebracht werde.[112] Trotzdem gibt es in Bielefeld einige Gruppierungen die als ultraorientiert gelten und szenetypische Aktionen wie z.B. Choreographien durchführen.

Seit 1999 ist Christian Venghaus hauptamtlich als Fanbeauftragter des Vereins angestellt. Im Dezember 2003 gründete der Verein den „Arminia Supporters Club“ als eigenständige Abteilung. Mittlerweile existieren über 100 Fanclubs der Arminia, die neben der Region Ostwestfalen-Lippe auch in Köln, Hamburg, Berlin, Münster und Stuttgart beheimatet sind. Im Ausland sind die Fanclubs „Dutch Arminia Team“ (Niederlande) und „BFC Tirol“ (Österreich) aktiv.[113]

Fanfreundschaften

Fanfreundschaften pflegen die Fans des DSC insbesondere zu Gruppierungen des Hamburger SV. Hierbei sind die gemeinsamen Farben ein verbindendes Element. Ausdruck findet die Verbundenheit unter anderem in dem Schlachtruf „Schwarz-Weiß-Blau, Arminia und der HSV“, der regelmäßig in den Bielefelder Fanblocks zu hören ist. In den letzten Jahren veranstalteten die Supporter Clubs beider Vereine, bei den jeweiligen Gastspielen, gemeinsame Partys für die Fans beider Vereine. Freundschaftliche Bande gibt es ebenfalls zu Teilen der Fanszene von Hannover 96.[111] Von Seiten der Jugendabteilung der Arminia, den „Arminis“, gibt es Freundschaften zu Jugendabteilungen anderer Vereine, so etwa zu den „Wölfis“ vom VfL Wolfsburg.

Fanrivalitäten

Freistoß gegen den VfL Bochum

Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen hat der DSC Arminia keinen Hauptrivalen. Eine Erzfeindschaft, wie sie zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 besteht, gibt es nicht. Ein Grund hierfür ist das ständige Auf und Ab des Vereins im deutschen Ligensystem, weswegen die Rivalitäten zu anderen Vereinen nur einen zeitlich befristeten Charakter entwickeln konnten.

Erster großer Rivale war der VfB 03 Bielefeld. Neben dem Kampf um die Vorherrschaft in der Stadt spielte der gesellschaftliche Hintergrund der Vereine eine entscheidende Rolle. Während die Arminia bürgerliche Wurzeln hatte, galt der VfB 03 als Arbeiterclub.[114] In den frühen 1930er-Jahren lief der VfB für einige Jahre der Arminia den Rang ab. Zuletzt spielte der VfB in der Saison 1955/56 eine Klasse über der Arminia. Nachdem der DSC 1962 in die II. Division West aufstieg, trennten sich die Wege der Vereine. Heute tritt der mittlerweile VfB Fichte heißende Club in der Landesliga gegen Arminias dritte Mannschaft an.

In den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren avancierte dann Preußen Münster zum Hauptrivalen des DSC. Während dieser gemeinsamen Oberligajahre kam es bei den Spielen beider Mannschaften regelmäßig zu Schlägereien. Seit 1995 spielen beide Vereine in unterschiedlichen Ligen. Anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums wurde Präsident Hans-Hermann Schwick gefragt, welchen Gegner er sich für ein Freundschaftsspiel wünschen würde. Seine Antwort lautete: „Entweder Real Madrid oder Preußen Münster.“[115]

Die seit Anfang der 1970er-Jahre latent vorhandene Rivalität zum VfL Bochum verschärfte sich 1996/97 unter anderem, nachdem der Bochumer Spieler Dariusz Wosz in einem Spiel mehrfach obszöne Gesten an das Bielefelder Publikum richtete.[116]

Vereinsumfeld

Stadien

Blick auf die Haupttribüne des Stadions
Das Trainingsgelände des DSC Arminia an der Friedrich-Hagemann-Straße

SchücoArena

Heimspielstätte des Vereins ist seit 1926 die „Bielefelder Alm“. Das Stadion hat eine Kapazität von 27.300 Plätzen[117], davon sind ca 20.000 Sitzplätze. Alle Tribünen sind überdacht. Seit 2004 trägt das Stadion den Namen SchücoArena, nachdem der gleichnamige Bauzulieferer die Namensrechte am Stadion erwarb. Neben dem Stadion gibt es einen Kunstrasenplatz („Hartalm“) sowie einen Ascheplatz („Westplatz“).

Nachdem Arminia Bielefeld seine Spiele zunächst auf dem Kesselbrink, einem innerstädtischen Park, später kurzzeitig an der Kaiserstraße (heute: August-Bebel-Straße) und einem Sportgelände an der Pottenau nördlich der Innenstadt ausgetragen hatte, wechselte der Verein 1926 an die heutige Spielstätte am westlichen Rand der Innenstadt.

Die Alm glich ursprünglich einem Acker. Die Spielfläche war uneben und bei Regen sammelte sich das Wasser in zahlreichen Furchen. Aufgeschüttete Erdwälle dienten als Zuschauertribünen. 1954 wurden die Erdwälle durch Betonstufen ersetzt. Nach dem Bundesligaaufstieg 1970 wurde eine Haupttribüne gebaut. Auf der Nord- und Ostseite wurden Stahlrohrtribünen hochgezogen. Die Kapazität des Stadions wuchs auf etwa 30.000. Dazu wurden Flutlichtmasten installiert.

Nach dem zweiten Bundesligaaufstieg wurde die Haupttribüne überdacht und die anderen Tribünen noch einmal erweitert. Mit etwa 35.000 Plätzen erreichte die Alm das größte Fassungsvermögen ihrer Geschichte. Nachdem die Arminia in den späten 1980er-Jahren in die Oberliga abstieg wurden die ursprünglich als Provisorium gedachten Stahlrohrtribünen demontiert. Die Südtribüne musste wegen Einsturzgefahr abgerissen werden. Die Osttribüne wurde dafür überdacht. Die Kapazität sank so auf 18.500, später auf 15.000.

Nachdem erneuten Bundesligaaufstieg 1996 erfolgte ein Neubau der Haupt- und Nordtribüne. 1999 folgte der Neubau der Südtribüne. Zwei Jahre später wurde zwischen Süd- und Osttribüne die neue Geschäftsstelle des Vereins errichtet. In der letzten Ausbaustufe entstand zwischen 2007 und 2008 die als neue Haupttribüne konzipierte Osttribüne.

Die zweite Mannschaft trägt ihre Heimspiele im "Stadion Rußheide“ aus. Die Rußheide ist ebenfalls die Heimstätte des VfB Fichte Bielefeld und liegt in der Nähe des Bielefelder Ostbahnhofs. Das 1970 eröffnete Stadion hat eine Kapazität von 12.000 Plätzen, davon sind etwa 1.400 überdachte Sitzplätze. Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen der NRW-Liga dürfen jedoch nicht mehr als 1.000 Zuschauer in das Stadion hereingelassen werden.[118] Bei größerem Publikumsandrang weicht die Mannschaft in die SchücoArena aus.

Die Frauenmannschaft spielt auf der Hartalm. Die A-Junioren nutzen das Stadion im Bielefelder Stadtteil Brackwede, während die B-Junioren das „Waldstadion“ in Quelle nutzen. Das Trainingsgelände der Profis befindet sich im Osten Bielefelds zwischen dem Stadtzentrum und Bielefeld-Heepen an der Friedrich-Hagemann-Straße. Es soll weiter ausgebaut und sukzessive erweitert werden, um den Profis bessere Bedingungen zu bieten und die Zusammenarbeit zwischen Profi- und Jugendabteilung verbessern zu können.

Clubzeitungen, Fanmagazine und Blogs

Die erste vereinseigene Zeitung waren die sogenannten Monatsblätter im Jahr 1925. Sie sollten der besseren Einbindung der Mitglieder in das Vereinsleben dienen. Mitte der 1960er Jahre gab der Verein dann mit den Vereinsnachrichten Arminia Bielefeld e.V. die erste Clubzeitung im engeren Sinne heraus. Im Laufe der 1970er-Jahre etablierte sich für die Vereinsnachrichten der eingängigere Name Almpost. Zunächst produzierte der Verein die Zeitung noch selbst, ab dem Jahr 1983 übernahm dies das Westfalen-Blatt, welches die Almpost als Zeitungsbeilage auf eine Rekordauflage von 60.000 Exemplaren brachte. Nach Aussage des damaligen Managers Norbert Müller war die Almpost somit die auflagenstärkste Stadionzeitung aller Bundesligisten. Ab dem Jahr 2003 übernahm der Verein wieder die Federführung bei der Produktion. Im Jahr 2004 wurde die Almpost im Zuge der Umbenennung des Stadions in HALBVIER umbenannt. Der Name HALBVIER bezieht sich dabei auf die Anstoßzeit der Fußballbundesliga an Samstagen um 15:30 Uhr.[119]

Die HALBVIER erscheint regelmäßig zu jedem Heimspiel der Arminia sowie mit einer Sonderausgabe zum Saisonende. Sie beinhaltet dabei in der Regel Themen rund um den aktuellen Gegner, Rückblicke auf Auswärtsspiele, Interviews mit Spielern aus dem Profi- und Nachwuchsbereich, Neuigkeiten aus dem Verein sowie Statistiken. Die HALBVIER wird von der DSC Arminia GmbH & Co KGaA herausgegeben, wobei die Gesamtherstellung durch das Medienbüro 24/7 erfolgt. Neben der HALBVIER erscheint von Vereinsseite aus vierteljährllich das Magazin Arminia Supporter des Arminia Supporter Clubs. Bis Ende 2008 trug diese Zeitschrift den Namen ASC Aktuell.[120]

Das vom Verein unabhängige Fanprojekt Bielefeld e.V. gibt ebenfalls zu jedem Heimspiel die Zeitung Fan-Post mit aktuellen Informationen zum Spieltag und kommenden Auswärtsfahrten heraus.[121]

Im Laufe der Jahre betätigten sich auch unterschiedliche Fanclubs und Einzelpersonen als Zeitungsmacher. So hatte in den 1960er-Jahren die vereinseigene Zeitung Almpost starke Konkurrenz durch das privat herausgegebene Magazin Alm-Kurier, mit einer Auflage von 5000 Exemplaren pro Spieltag, sowie in den 1970er Jahren durch Sport-Aktuell.[119] Aktuell sind es vor allem Fanclubs, die Zeitungen produzieren. So geben beispielsweise die Boys Bielefeld das Magazin Mit Schirm, Charme & Melone heraus.[122]

Auch im Internet gibt es verschiedene Fanzines und Blogs, die sich mit der Arminia befassen. So setzt sich beispielsweise das Blog5 auf teils satirische Weise mit dem Geschehen rund um den Verein auseinander.[123]

Sponsoren

Das Trikot der Saison 2007/08 mit dem Logo des aktuellen Sponsors Krombacher. (Getragen von Sibusiso Zuma)
Mit der Blauen Wand, werden die Zeichner der Aktion Bau auf Blau in der SchücoArena geehrt

Liste der Sponsoren, Ausrüster und Vermarkter

Zwei Jahre nachdem Eintracht Braunschweig als erster deutscher Fußballverein mit Trikotwerbung auflief, wurde die Fruchtsaftmarke Granini erster Trikotsponsor der Arminia. Nach vier Jahren löste die Firma Seidensticker, Europas größter Hemdenhersteller, Granini ab. Diese Liaison dauerte sechs Jahre an, bis heute die längste Partnerschaft der Vereinsgeschichte. Bis 1996 hatten alle Trikotsponsoren ihren Sitz in Bielefeld, ehe mit Gerry Weber aus Halle (Westf.) die erste auswärtige Firma Trikotsponsor wurde. Seit 2004 ist die Krombacher Brauerei Trikotsponsor. Ausrüster ist die Firma Sport Saller.

Nachdem im Jahre 1987 die Existenz des Vereines nur durch ein Vergleichsverfahren gerettet werden konnte, ging der Verein im Bereich der Sponsorenaquise neue Wege. Mit Hilfe von Rüdiger Lamm, der die Tischtennisabteilung der Spvg Steinhagen an die europäische Spitze führte, wurde ein Sponsorenpool aufgebaut, der innerhalb eines Jahres bereits 100 Unternehmen umfasste. In den ersten Jahren arbeitete Lamm auf Provisionsbasis, ab 1994 war er als hauptamtlicher Manager tätig. Lamms Nachfolger Heribert Bruchhagen schloss im Jahre 2001 einen auf zehn Jahre laufenden Vertrag mit der Vermarktungsfirma Sportfive ab.

Die wohl bekannteste Bielefelder Firma, die Dr. August Oetker KG, hat sich gegenüber der Arminia in Sachen Sponsoring bisher immer zurückgehalten und war nur hin und wieder mit einer Bandenwerbung im Stadion vertreten. Seit Jahrzehnten hält sich im Umfeld des Vereins das Gerücht, dass sich der Verein und Oetker Anfang der 1970er-Jahre im Zuge einer Diskussion über ein neues Stadionprojekt zerstritten hätten.[124] Ungeachtet dieses angeblichen Zerwürfnisses übernahm der Syndikus von Oetker, Dr. Jörg Auf der Heyde, zwischen 1973 und 1986 das Präsidentenamt der Arminia.

Mit einer spektakulären Public Relations-Aktion machten Arminia Bielefeld und der damalige Trioktsponsor, die Herforder Brauerei, im Sommer 1999 von sich reden. Sie kleideten die Statue des Namenspatron der Arminia, das Hermannsdenkmal, in ein überdimensionales Trikot aus 130 m² Stoff. Das Trikot trug die Rückennummer Neun, eine Reminiszenz an den Sieg des Arminius über die Römer im Jahre 9 n. Chr.. Als „größtes Fußballtrikot der Welt“ erhielt das Kleidungsstück einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde. Auch touristisch war das Spektakel ein großer Erfolg, eine halbe Million Besucher fanden den Weg zum Herrmansdenkmal während der Zeit der Verhüllung. Die Kosten der Aktion beliefen sich auf etwa 10.000 Mark.[125][126]

Im August 2008 vergab Arminia als erster Bundesligist eine Lizenz an den Q1 Tankstellenvertrieb, der eine Tankstelle in der Nähe der Alm betreibt. Die nun unter dem Namen „Der 12. Mann“ firmierende Tankstelle bietet Mitgliedern des DSC verschiedene Vergünstigungen an.[127]

Aktion Bau auf Blau

Zur Finanzierung des Stadionausbaus und anderer infrastruktureller Projekte präsentierte der Verein zusammen mit der Bank SEB AG am 14. September 2006 eine Fananleihe unter dem Motto „Bau auf Blau“. Der Nennwert pro Schuldverschreibung lag bei 100 Euro. Zurückgezahlt werden die Einlagen nach fünf Jahren, wobei die Einlage mit 6,5% pro Jahr verzinst wird.[128]

Nach mehreren Fristverlängerungen endete die Aktion am 28. Februar 2007. Nach Vereinsangaben wurde die Anleihe vollständig an etwa 2300 Zeichner verteilt. Insgesamt erbrachte die Aktion drei Millionen Euro.[129]

Zu Ehren der Zeichner wurde am 15. November 2008 die Blaue Wand enthüllt. Dabei handelt es sich um zwei Tafeln im Erdgeschoss der neuen Haupttribüne, auf der alle Zeichner der Fananleihe namentlich aufgeführt sind.[130]

Literatur

  • Jens Kirschneck, Marcus Uhlig, Volker Backes, Olaf Bentkämper, Julien Lecoeur: Arminia Bielefeld - 100 Jahre Leidenschaft. Verlag Die Werkstatt. Bielefeld, 2005. ISBN 3-89533-479-0
  • Jens Kirschneck, Klaus Linnenbrügger: Arminia Bielefeld – Ein Verein will nach oben Verlag Die Werkstatt. Bielefeld, 1997. ISBN 3-89533-182-1

Einzelnachweise

Quellen

  1. arminia-bielefeld.de: Arminia/Intro (Stand: 22. Oktober 2008)
  2. arminia-bielefeld.de: Warum heißt Arminia eigentlich Arminia?
  3. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 18
  4. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 227
  5. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 20
  6. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 21
  7. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 22
  8. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 27
  9. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 28
  10. Hardy Grüne: Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. 1890 bis 1963. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 1. AGON Sportverlag, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1, S. 76. 
  11. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 194
  12. blaue-daten.de: Einzelstatistik der Endrundenspiele um die deutsche Meisterschaft
  13. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 175
  14. wdr.de: Tor, Tor, Tor 80 Jahre Fußball-Reportagen im Radio
  15. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 32
  16. arminia-bielefeld.de: Die SchücoArena/Intro
  17. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 30
  18. Grüne 1996, Seite 125
  19. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 42
  20. Grüne 1996, Seite 193
  21. Grüne 1996, Seite 217
  22. Grüne 1996, Seite 262
  23. zitiert in Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 44
  24. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 45
  25. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 49
  26. Dietrich Schulze-Marmeling: Der Ruhm, der Traum und das Geld - Die Geschichte von Borussia Dortmund. Verlag die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-480-4, S. 67. 
  27. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 50
  28. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 195
  29. Von 1949 bis 1952 bestand die II. Division aus zwei Gruppen.
  30. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 53
  31. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 58
  32. a b c d e f blaue-daten.de: Zuschauerschnitt seit 1962
  33. a b c Hardy Grüne: Vereinslexikon. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 7. AGON Sportverlag, Kassel 2001, ISBN 3-89784-147-9. 
  34. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 60
  35. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 62
  36. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 71
  37. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 72
  38. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 74
  39. Hardy Grüne: Bundesliga & Co. 1963 bis 1997. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs - Band 2. AGON Sportverlag, Kassel 1997, ISBN 3-89609-113-1, S. 81. 
  40. blaue-daten.de: Saisonverlauf in der 2. Liga Nord 1974/75
  41. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 199
  42. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 79
  43. blaue-daten.de: Saisonverlauf in der 2. Liga Nord 1977/78
  44. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 203
  45. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 98
  46. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 205
  47. ard.de: 40 Jahre Bundesliga - Teil 2
  48. a b Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 100
  49. blaue-daten.de: Saisonverlauf in der Bundesliga 1982/83
  50. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 206
  51. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 104
  52. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 105
  53. 11freunde.de: Da waren's nur noch neun
  54. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 119
  55. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 209
  56. blaue-daten.de: Zuschauerschnitt seit 1962
  57. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 143
  58. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 148
  59. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 212
  60. Statt mit 33 Mio. Mark in der Zweitligasaison plante der Verein mit 32 Mio. Mark in der Bundesliga. Vgl. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 152
  61. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 157
  62. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 158
  63. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 156
  64. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 162
  65. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 165
  66. arminia-bielefeld.de: Arminen-Kicker werden wie Helden gefeiert!
  67. arminia-bielefeld.de: Rapolder beurlaubt. Geideck und von Heesen übernehmen
  68. arminia-bielefeld.de: Es sollte nicht sein...
  69. a b blaue-daten.de: Saisonverlauf in der Bundesliga 2006/07
  70. fifa.com: Middendorp sagt Bayern den Kampf an
  71. arminia-bielefeld.de: Trainer Middendorp freigestellt. Dammeier Interimscoach
  72. arminia-bielefeld.de: Detlev Dammeier ist neuer "Geschäftsführer Sport"
  73. arminia-bielefeld.de: Arminia bleibt erstklassig! 2:2 in Stuttgart
  74. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 222
  75. blaue-daten.de. Spieler-ABC: Alle Ligaspieler seit 1963
  76. arminia-bielefeld.de: Die DSC-Jahrhundert-Elf
  77. blaue-daten.de: Alle Trainer seit 1922
  78. arminia-bielefeld.de:U23-Mannschaft der Arminia
  79. arminia-bielefeld.de:U19-Mannschaft der Arminia
  80. almbuben.de:Homepage der Nachwuchsmannschaften des DSC Arminia im Bereich U9-U16
  81. Kicker-Sportmagazin (Hrsg.): Kicker-Almanach 2006. Copress, München 2006, ISBN 3-7679-0813-1, S. 556 f.. 
  82. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 67
  83. a b Arminia war Meister der Nordgruppe
  84. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 225
  85. fussballer-des-monats.de: Fußballer des Monats. Die bisherigen Sieger
  86. fussballdaten.de: Ewige Tabelle der Bundesliga
  87. fussballdaten.de: Ewige Tabelle der 2. Bundesliga
  88. arminia-bielefeld.de: GmbH & Co. KGaA
  89. arminia-bielefeld.de: Mitglieder
  90. Damals hatte der Verein 3.386 Mitglieder. Vgl. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 221
  91. arminia-supporters-club.de: Kurzer Nachbericht der JHV des ASC vom 29. April 2008
  92. arminis.de: Das Konzept
  93. arminis.de: Das bin ich
  94. arminia-bielefeld.de: Neuzugang beim DSC
  95. bvowl.de: Profil von Michael Wosch beim BVOWL
  96. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 66
  97. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 65
  98. arminia-hockey.de:Homepage der Hockeyabteilung des DSC
  99. a b Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 68
  100. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 69
  101. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 135
  102. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 221
  103. unser-dsc.de: Einigung erzielt
  104. arminia-bielefeld.de: Armine der Saison
  105. arminia-bielefeld.de: Im Amt bestätigt!
  106. arminia-bielefeld.de: Eine Hymne für die Fans! CD "Allez Allez" erhältlich
  107. fanprojekt-bielefeld.de:Fan-Projekt Bielefeld e.V.
  108. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 132ff
  109. a b swb-dach.de:Schwarz-Weiß-Blaues Dach
  110. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 137
  111. a b boys-bielefeld.de: Die Fanszene des DSC Arminia und der Werdegang der „BOYS“
  112. ultras-bielefeld.de: Bielefelder Szene: Am Puls der Zeit!?
  113. arminia-bielefeld.de: Fanclubs
  114. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 35
  115. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 33
  116. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 36f
  117. Westfalen Blatt (28. August 2008): Elitär? Eine Tribüne für dich und mich
  118. nw-news.de: Rußheide für 1.000 Fußballfans frei
  119. a b arminia-bielefeld.de: Bye-bye Almpost! Hallo Halbvier!
  120. arminia-bielefeld.de:ASC: Das neue Heft ist da
  121. fanprojekt-bielefeld.de: Fanprojekt Bielefeld: Unsere Angebote
  122. boys-bielefeld.de: Mit Schirm, Charme & Melone
  123. blog5.fussballkompetenz.de: Lach- und Sachgeschichten rund um Arminia Bielefeld
  124. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 107
  125. presseportal.de: Hermann trug größtes Fußballtrikot der Welt
  126. bi-info.de: Hermann der Cherusker nun ein Armine
  127. nw-news.de: Tanken in schwarz-weiß-blau
  128. arminia-bielefeld.de: Bau auf Blau: DSC präsentiert Fananleihe
  129. arminia-bielefeld.de: Fananleihe: Letzter Ausgabetag am 22. März
  130. Vorhang auf für die Blaue Wand “, arminia-bielefeld.de, 16. November 2008. Zugriff am 19. November 2008. 

Fußnoten

1 Zwischen 1922 und 1926 wurden die Meisterschaften im Westdeutschen Spiel-Verband nach dem so genannten „Neuen Weg“ ausgespielt. In der Saison 1922/23 trug die Arminia nur Spiele gegen die Mannschaften der Ostgruppe der Bezirksliga Westfalen aus, während man in der Saison 1923/24 nur gegen die Mannschaften der Westgruppe spielte. Während der Saison 1924/25 wurde nur die Hinrunde und in der Saison 1925/26 die Rückrunde ausgespielt. Ab 1926 wurde der Neue Weg wieder abgeschafft. Vgl. Kirschneck, Uhlig u. a., Seite 228ff.
2 Weder der DFB noch die Deutsche Fußball Liga machen auf ihren Homepages exakte Angaben über die Zuschauerschnitte der Vereine in einzelnen Spielzeiten. Dadurch kommt es, dass in verschiedenen Quellen widersprüchliche Zahlen genannt werden. Beispielsweise werden bei Kirschneck, Uhlig u. a., in Grünes Buch „Bundesliga & Co.“ sowie im Kicker-Sonderheft „40 Jahre Bundesliga“ für die Saison 1970/71 ein Schnitt von 23.946 genannt. Die Fanseite blaue-daten.de nennt 24.900. Die Seite weltfussball.de kommt auf 24.941 Zuschauer. Für die Saison 1978/79 nennt Grüne 25.332, der Kicker 23.093, weltfussball.de 26.553 und die blauen Daten 26.550.

Weblinks

52.0311111111118.51694444444447Koordinaten: 52° 1′ 52″ N, 8° 31′ 1″ O


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