Armschutzplatte
(Bluterguss) durch Bogensehne

Armschutzplatten sind Vorrichtungen, die den Arm eines Bogenschützen vor der zurückschnellenden Bogensehne schützen. Sie wurden meist am linken Unterarm getragen. Durch falsche Haltung des Bogenarmes kann die vorschnellende Bogensehne nachhaltig schmerzliche Verletzungen (Bluterguss) erzeugen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Armschutzplatte aus dem Dolmen von Grailhe

Neolithische Armschutzplatten aus Horn sind aus der Schussenrieder Kultur bekannt, Exemplare aus Schiefer und anderem Material aus dem Verbreitungsgebiet der Glockenbecherkultur, wo sie eine typische Grabbeigabe in reichen Männergräbern darstellen. Die Platten sind oft mit geometrischen Mustern verziert und können zwei, vier oder sechs Durchbohrungen aufweisen.

In Spanien sind die Platten seit dem Chalkolithikum üblich. Armschutzplatten sind vereinzelt aus der frühen Bronzezeit bekannt, in der britischen Wessex-Kultur waren sie gelegentlich mit goldenen „Nieten“ verziert. In den Gräbern liegen die Armschutzplatten meist am linken Unterarm, andere wurden jedoch am Gürtel getragen oder Toten in Bechern beigegeben (Thanet, siehe Weblink). Sie werden daher auch als Standesabzeichen gedeutet [1].

Materialien

Beispiel für moderne Armschutzplatten

Armschutzplatten wurden wohl meist aus Leder gefertigt, das sich im archäologischen Kontext nicht erhalten hat. Typisch für die Glockenbecherkultur ist die Verwendung von Stein, meist Schiefer oder Sandstein. In Großbritannien ist auch die Nutzung von Andesit belegt, der auch für Steinbeile verwendet wurde (Great Langdale, Gruppe VI).

Moderne Armschutzplatten bestehen meist aus verstärktem Leder und werden mit Klett- oder Hakenverschlüssen angelegt.

Literatur

  • Emil Hoffmann, Lexikon der Steinzeit, C.H.Beck, München, 1999, ISBN 3-406-42125-3
  • Gebers, W.: Das Endneolithikum im Mittelrheingebiet. Typologische und chronologische Studien. Saarbrücker Beitr. Altkde. 27 (Bonn 1984).
  • Jörn Jacobs, Die Einzelgrabkultur in Mecklenburg-Vorpommern, Archäologisches Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin, 1991
  • Sangmeister, E.: Zwei Neufunde der Glockenbecherkultur in Baden-Württemberg. Ein Beitrag zur Klassifizierung der Armschutzplatten in Mitteleuropa. Fundber. Baden-Württemberg 1, 1974, 103–156.
  • Jan Turek: Nátepni desticky z obdobi zvoncovitych poháru, jejich suroviny, technologie a spolecensky vyznam (Bell Beaker wristguards, their raw-materials, technology and social significance). Festschrift für Vladimir Podborsky. Brno 2004, S. 207-226.

Einzelnachweise

  1. http://www.ucl.ac.uk/prehistoric/past/past41.html On his forearm there was a slate 'wristguard' or 'bracer', perhaps to protect his arm from the recoil of the bow; perhaps a symbol of status.

Weblinks


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