Armstrong-Whitworth AW 41
Armstrong Whitworth Albemarle

Die Armstrong Whitworth AW 41 Albemarle war ein britischer Bomber aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, der von Armstrong Whitworth gemäß der Spezifikation B. 18/38 des britischen Luftfahrtministeriums (Air Ministry) entworfen wurde.

Konstruktion und Bau

Der zweimotorige mittlere Bomber sollte aus Holz und Metall gebaut werden, denn seine Fabrikation sollte auch durch Firmen, welche nicht der Flugzeugindustrie angehörten, möglich sein. Es wurden zwei Prototypen hergestellt, der zweite (P1361) absolvierte am 20. März 1939 seinen Erstflug. Die Fertigung sämtlicher 600 Flugzeuge wurde der Firma A.W. Hawkseley Ltd in Gloucester übertragen. Nur die ersten 32 („Mk I Serie l“ genannt) wurden als Bomber ausgeführt. Es war eine Besatzung von sechs Mann vorgesehen, darunter je zwei Kanoniere für den Vierlingsturm auf dem Rumpfrücken und den einziehbaren Zwillingsturm auf der Rumpfunterseite. Der Rumpfrückenturm war leicht nach links versetzt, um den Durchgang im Rumpf zu vergrößern. Die Albemarle war das erste englische Kriegsflugzeug mit einziehbarem Bugfahrwerk, hatte aber noch ein festes, schlagdämpfendes Heckrad. Das erste Flugzeug der Serie war im Dezember 1941 fertiggebaut.

Einsatz

Die Albemarle wurde nie in ihrer vorgesehenen Art verwendet. Die ersten 32 Flugzeuge wurden zu Transportern umgebaut. Im Januar 1943 begannen die Lieferungen an die Squadron 295 in Harwell. Die folgenden Albemarle wurden mit ST (Special Transport) oder GT (General Transport) bezeichnet und wie folgt fabriziert: 99 ST Mk I, 69 GT Mk I, 99 ST Mk II, 49 ST Mk V, 133 ST Mk VI und 117 GT Mk VI. Diese waren entsprechend ihren Aufgaben oder ihrer Ausrüstung weiter in Serien unterteilt. Die acht ST Mk I Serie l verfügten lediglich über zwei Rücken-MG, welche durch ein Schiebedach überdeckt waren. Die 14 ST Mk I Serie 2 hatten Vorrichtungen von Macolm zum Schleppen von Lastenseglern. Die ST Mk VI glichen der Serie l, nur hatten sie eine Frachttür auf der hinteren rechten Rumpfseite. Die GT Mk VI entsprachen der Serie 2, aber mit zusätzlicher Funkausrüstung und ohne Bewaffnung auf der Rumpfoberseite. Die Mk II konnte als Transporter für zehn Fallschirmjäger eingesetzt werden. Die Mk V glich der Mk II, hatte aber eine Vorrichtung zum Abwerfen von Kraftstoff. Allen gemeinsam waren die Bristol Hercules XI Motoren. Es bestand allerdings ein Projekt für eine Mk III mit Merlin-Motoren. Eine Mk IV wurde mit 1600 PS Wright R-2600-A5B Double Cyclone gebaut. Als weitere Staffeln setzten No. 296 und 297 (in England und Nordafrika) und No. 570 die Albemarle ein. In geringer Stückzahlen verwendeten sie auch Squadron 161 und 511. Einige – wahrscheinlich zehn – Albemarle wurden an die sowjetische Luftwaffe geliefert. Viele Albemarle nahmen bei den Landungen der Alliierten auf Sizilien (Juli 1943), in der Normandie (Juni 1944) und bei Arnheim (September 1944) teil.

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