Army Go Home
Filmdaten
Deutscher Titel: Army Go Home!
Originaltitel: Buffalo Soldiers
Produktionsland: Deutschland
Großbritannien
USA
Erscheinungsjahr: 2001
Länge: 98 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Gregor Jordan
Drehbuch: Gregor Jordan
Nora Maccoby
Eric Weiss
Produktion: Rainer Grupe
Ariane Moody
Musik: David Holmes
Kamera: Oliver Stapleton
Schnitt: Lee Smith
Besetzung

Army Go Home! ist eine US-amerikanische Militärsatire des australischen Regisseurs Gregor Jordan aus dem Jahr 2001.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Westdeutschland 1989, kurz vor dem Mauerfall. In einer Kaserne in Mannheim sind die stationierten US-Soldaten vom langsam verblassenden Feindbild des Kommunismus gelangweilt und arrangieren allerlei illegale Machenschaften. Allen voran GI Ray Elwood, der den Armeedienst dem Gefängnis vorzog und nun als Verantwortlicher im Nachschubbataillon an nahezu alles herankommt. Hinter dem Rücken des kameradschaftlichen, aber auch naiven Kasernenkommandanten Berman betreibt Elwood einen florierenden Schwarzmarkthandel mit Militärerzeugnissen, produziert und vertreibt Drogen und schläft mit Bermans Ehefrau.

Elwoods bisheriges Leben ändert sich völlig, als First Sergeant Lee auf den Stützpunkt versetzt wird, um die Zustände zu verbessern. Doch gerade jetzt muss Elwood eine große Ladung Heroin für seine Abnehmer herstellen. Darüber hinaus fällt ihm durch Zufall ein Militärtransport mit M16-Sturmgewehren und Stinger-Raketen in die Hände, die er im großen Stil verkaufen will. Zudem verliebt er sich in Lees Tochter Robyn.

Ab sofort ist Elwood seines Lebens nicht mehr sicher. Durchs Lees Anwesenheit kann er die versprochenen Waffen nicht ausliefern, weshalb ihm sein Mittelsmann mit Konsequenzen droht. Und auch der Sergeant scheint in seinem Kreuzzug gegen die herrschenden Zustände über Leichen zu gehen, wie Elwoods Kumpel Stoney am eigenen Leib erfahren muss. Elwood und seine Freunde müssen große Mengen Heroin herstellen, um die Kundschaft halten zu können. Doch Lee, der einen Agenten (PFC Knoll) eingeschleust hat, dem Elwood völlig vertraut, stürmt zusammen mit ihm die Szenerie. Beim anschließenden Handgemenge droht Lee Elwood umzubringen. Diesem helfen schließlich die Rauschgift-Chemikalien im Drogenlabor, die zu heiß werden und explodieren. Elwood wird zusammen mit Lee aus dem Fenster geschleudert, überlebt aber verletzt, Lee stirbt.

Am Schluss wird Elwood nach seiner Genesung auf einen Stützpunkt nach Hawaii versetzt, wo er seinen Schwarzmarkt neu aufziehen kann. Robyn wird seine feste Freundin.

Kritik

film-dienst 22/2002: „Ebenso bizarrer wie romantischer Film über das Leben in einer Welt ohne feste Grenzen, der den menschlichen Schwächen seiner Protagonisten mit Ironie und Sympathie begegnet und zugleich Liebe und Anstand als dauerhafte Werte feiert.“[1]

Steven Rea sprach bei Philly.com von einem „ausgekochte[n], gemeine[n] Film“ (crafty, cutting movie).[2]

Auszeichnungen

Der Film erhielt im Jahr 2003 fünf Nominierungen für den British Independent Film Award, darunter eine in der Kategorie Bester britischer Independentfilm, eine für Joaquin Phoenix und eine für das Drehbuch. Das Drehbuch erhielt 2004 den Evening Standard British Film Award. Oliver Stapleton wurde 2001 für den Golden Frog des polnischen Festivals Camerimage nominiert.

Trivia

  • Drehorte waren unter anderem Jockgrim (Szene mit explodierender Tankstelle), die mittlerweile abgerissene US-Kaserne in Knielingen, das Tullabad und die Marienstraße (Karlsruhe) sowie der Marktplatz des nahe gelegenen Ortes Königsbach. Teilweise wurden auch Szenen im ehemaligen US Army Depot Siegelsbach gedreht. Der Höhepunkt, der Kampf um die Heroinproduktion, wurde in alten Industriegebäuden der Danzas (mittlerweile abgerissen) in Maximiliansau geschossen. Im Film selbst ist Stuttgart nie zu sehen.
  • Im gleichnamigen Buch (von Robert O’Connor ISBN-3-453-19779-8) spielt die Geschichte in Mannheim kurz nach Ende des Vietnamkriegs.
  • Aufgrund der Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA wurde das Anlaufen des Films in den USA größtenteils um zwei Jahre hinausgezögert. Bei einer Vorführung auf dem Sundance Film Festival wurde dem Film von aufgebrachten Zuschauern Antiamerikanismus und unpatriotisches Gedankengut vorgeworfen, auf einer Pressekonferenz warf eine Frau eine Wasserflasche auf Anna Paquin.
  • Robert Edward Lee ist auch der Name des berühmtesten Generals der amerikanischen Südstaaten während des Sezessionskrieges 1861–1865.
  • Die U. S. Army verweigerte jede Unterstützung des Films. Fahrzeuge mussten daher von kommerziellen Verleihern und privaten Sammlern geliehen werden. Daher sind im Film niederländische YPR-Schützenpanzer und modifizierte deutsche Leopard 1-Kampfpanzer zu sehen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kritik von film-dienst / Lexikon des internationalen Films
  2. Steven Rea: 'Buffalo Soldiers' are so out of step, military will fume. In: www.philly.com. 8. August 2003. Abgerufen am 16. Februar 2009. (englisch)

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