Arnd Krüger

Arnd Krüger (* 1. Juli 1944 in Mühlhausen/Thüringen) ist ein deutscher Leichtathlet, Sporthistoriker, Professor und Direktor des sportwissenschaftlichen Instituts an der Universität Göttingen .

Inhaltsverzeichnis

Sportliche Karriere

Krüger startete als Mittelstreckler bis 1967 für den CSV Marathon Krefeld, wechselte dann zu Bayer Leverkusen, trat 1972 - 1974 für ASC Darmstadt an und ließ seine Karriere beim OSC Berlin ausklingen. Krüger war 1963 Deutscher Vizemeister im 800-Meter-Lauf, 1968 und 1969 war er Vizemeister über 1500 Meter. In der Halle war er 1966 und 1969 Deutscher Meister über 800 Meter. Im Nationaltrikot wurde Krüger elfmal eingesetzt. Bei den Olympischen Spielen 1968 schied er über 1500 Meter im Zwischenlauf aus. Seine Bestleistung über 800 Meter stellte er 1966 mit 1:47,7 Minuten auf, über 1500 Meter erreichte er 1968 und 1972 jeweils 3:38,8 Minuten.

Werdegang

Krüger studierte Geschichte, Englisch, Philosophie und Sport an der Universität Mainz, der University of California, Los Angeles, wo er 1967 den Grad eines Bachelors erlangte, und der Universität zu Köln, wo er schließlich 1971 promovierte. Es folgte bis 1974 eine Tätigkeit als Referent beim Deutschen Sportbund und 1974 bis 1978 als Wissenschaftlicher Assistent an der Pädagogischen Hochschule Berlin am Seminar für Leibeserziehung. 1978 bis 1980 war er dann Professor im Arbeitsbereich Training und Bewegung des Instituts für Sportwissenschaft der Universität Hamburg. Seit 1980 ist er Professor für Sportwissenschaft an der Universität Göttingen.

Eklat 2008

Besonderes Aufsehen erregte Krüger mit einem Vortrag auf der Jahrestagung 2008 der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (DVS), in dem er sich mit der Geiselnahme von München während der Olympischen Sommerspiele 1972 auseinandersetzte. Er stellte hierbei die These auf, dass die israelischen Sportler eventuell freiwillig und bewusst in den Tod gegangen sein könnten, was auf ein angebliches jüdisches Körperbewusstsein zurückzuführen sein könne. Krüger werden methodische Mängel vorgeworfen, aber auch, dass seine Darstellung an Volksverhetzung grenze. Eine eingehende Beschäftigung mit seiner Arbeit erwies, dass er darin Zitate gefälscht, Zeugenaussagen erfunden und historische belegte Fakten verdreht hatte.[1] Krüger hat sich mittlerweile von seinen Thesen distanziert und entschuldigt.[2] Bei der DVS wurde ein Ausschlussverfahren eingeleitet[3], wegen seiner bisherigen Leistungen wurde jedoch nur eine scharfe Rüge erteilt. Es wurde dabei klargestellt, dass Krügers Arbeit zur Geiselnahme in München nicht den Standards geistes- und sozialwissenschaftlichen Arbeitens entsprochen habe.[2]

Literatur

  • Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft, Bd. 1, S. 653.
  • Swantje Scharenberg / Bernd Wedemeyer-Kolwe: Grenzüberschreitung: Sport neu denken. Festschrift zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Arnd Krüger. Hoya 2009 (Schriftenreihe des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte ; Bd. 20) ISBN 978-3-932423-35-2.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Der Fall Krüger, eine Abwicklung in Jungle World, 11. September 2008
  2. a b Michael Barsuhn, Nicht mal die Zahlen stimmen, Sueddeutsche Zeitung Online vom 12. September 2008.
  3. Martin Wittmann, Eklat um Vortrag eines Sporthistorikers, FAZ 4. Juli 2008

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