Arne Birkenstock

Arne Birkenstock (* 7. Dezember 1967 in Siegen) ist ein deutscher Autor und Regisseur.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Arne Birkenstock studierte Volkswirtschaft, Politik, Geschichte und Romanistik in Köln, Buenos Aires und Córdoba und realisierte während seines Studiums seine ersten TV-Dokumentationen für die Sendereihen Unter Deutschen Dächern (ARD) und Menschen Hautnah, u.a. die preisgekrönte Dokumentation Man sieht ja mit den Ohren - Über den Fussballwahnsinn samstags im Radio (Regie gemeinsam mit André Schäfer). Sein erster Kino-Dokumentarfilm 12 Tangos - Adios Buenos Aires[1] hatte 2005 in Deutschland Premiere, wo er mit sieben Kopien über 40.000 Zuschauer erreichte. Der Film lief weltweit auf zahlreichen Festivals und startete auch in Japan in den Kinos. Neben verschiedenen Dokumentationen für das Fernsehen wie die WDR-Reihe 7000 Kilometer Heimweh - Ein Jahr in China[2] oder das Grand Format Sandkastenkrieger über deutsche Unteroffiziere, die an einer Bundeswehrfachschule zu Erziehern ausgebildet werden für ARTE (gemeinsam mit Katherina Knees), führte Birkenstock auch bei den Dokumentarfilmen Chandani und ihr Elefant, für den er 2011 den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Kinder- und Jugendfilm erhielt, und bei dem Musik-Dokumentarfilm "Sound of Heimat" Regie, der Anfang 2012 in den Kinos starten wird.

Arne Birkenstocks Bücher zu Tango[3] und Lateinamerikanischer Musik[4] gehören zu den Standardwerken in Deutscher Sprache. Das Buch zum Tango ist im Verlag Arbeiderspers auch auf Niederländisch erschienen. Als wissenschaftlicher Autor verfasste Birkenstock verschiedene Studien und organisierte mehrere kulturpolitische Symposien in seiner Heimatstadt Köln. 2001 verfasste er für den Kunstsalon e.V. im Auftrag der Staatskanzlei NRW die erste deutschsprachige Studie zur Drehbuchausbildung und Drehbuchförderung in Deutschland – Eine Wirkungsanalyse, 2003 schrieb er für den Kölner Kulturrat eine umfangreich Analyse der Stärken und Defizite der Kunststadt Köln unter dem Titel: Köln 2020 - Leitbild: Kunststadt - Ausgangslage und Handlungsoptionen für eine strategische Positionierung Kölns als Stadt der Künste. Für das Adolf-Grimme-Institut und das Bundesfamilienministerium veröffentlichte er 2005 gemeinsam mit Irmela Hannover die viel beachtete Studie Familienbilder und Familienthemen im deutschen Fernsehen. 2006, 2008 und 2010 bereitete Arne Birkenstock die beiden Kölner Kulturpolitischen Symposien vor und veröffentlichte dazu jeweils auch eine Dokumentation. Arne Birkenstock war und ist als Referent und Gutachter u.a. an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, dem TP2 Talent Pool für junge Filmschaffende in Mitteldeutschland, der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam, dem Internationalen Kunstmanagement Studiengang CIAM der Hochschule für Musik und der Kunsthochschule für Medien in Köln, sowie der Kunstakademie und der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf tätig.

Arne Birkenstock ist verheiratet, lebt in Köln und hat zwei Kinder. Er ist der älteste Sohn des Kölner Strafverteidigers Reinhard Birkenstock. Im Nebenberuf spielt Birkenstock in der kölschen Mundartband Schmackes das Akkordeon.

Auszeichnungen

  • Auszeichnung des Kino-Dokumentarfilms Chandani und ihr Elefant von der Deutschen Filmakademie als bester Kinderfilm mit dem Deutschen Filmpreis
  • Auszeichnung des Kino-Dokumentarfilms Chandani und ihr Elefant mit dem ersten Preis als bester Dokumentarfilm beim "International Children‘s Film Festival" in Chicago
  • Teilnahme des Kino-Dokumentarfilms Chandani und ihr Elefant beim Festival des deutschen Films
  • Nominierung zum besten Kinderfilm beim internationalen Tier- und Naturfilmfestival NaturVision 2010 Chandani und ihr Elefant
  • Nominierung für Goldener Spatz 2010 für Chandani und ihr Elefant
  • Silver Screen Award für die Doku-Serie 7000 Kilometer Heimweh beim US International Film- and Video Festival 2009, Chicago
  • Finalist Certificate für die Doku-Reihe 7000 Kilometer Heimweh beim New York Festival 2009
  • Festival- und Wettbewerbsteilnahmen von 12 Tangos u.a. beim The Era New Horizons International Film Festival Warschau, Jecheon International Music & Film Festival Seoul, Monterrey International Film Festival, Cinemania Festival Sofia, Internationales Filmfestival Kalkutta, Osterfestival Tirol, 7. Festival des Lateinamerikanischen Films Salzburg, Osterfestival Basel, Tangofestival Genf, Yamagata International Documentary Festival.
  • Festivalteilnahme von 7000 Kilometer Heimweh beim internationalen Dokumentarfilmfestival GZ DOC 2008 in Kanton (Guangzhou)
  • Axel-Springer-Preis 2000 für Man sieht ja mit den Ohren - Über den Fussballwahnsinn Samstags im Radio (RB/ARD, 1999).

Werke

Literatur

  • Tango: Geschichte und Geschichten. Deutscher Taschenbuchverlag, München 1999, ISBN 3-423-24182-9 (Sachbuch mit Audio-CD gemeinsam mit Helena Rüegg)
  • Drehbuchausbildung und Drehbuchförderung in Deutschland: Eine Wirkungsanalyse. Studie des KunstSalon e.V. im Auftrag der Staatskanzlei NRW (Januar bis August 2001)
  • Salsa, Samba, Santería: Lateinamerikanische Musik. Deutscher Taschenbuchverlag, München 2002, ISBN3-423-24341-4 (Sachbuch mit Audio-CD gemeinsam mit Eduardo Blumenstock)
  • Leitbild: Kunststadt – Ausgangslage und Handlungsoptionen für eine strategische Positionierung Kölns als Stadt der Künste Studie im Auftrag des Kölner Kulturrat e.V., September 2003
  • Zukunft Familie: Informationen zum 7. Familienbericht des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. (gemeinsam mit Irmela Hannover & Jürgen Kura)
  • Familienbilder und Familienthemen im deutschen Fernsehen. Studie für das Adolf-Grimme-Institut und das Bundesfamilienministerium, Köln 2005 (gemeinsam mit Irmela Hannover)

Filmographie

  • “Amerikas geile Puritaner - Kenneth Starr und die deutschen Medien” (1998, WDR, 15 Minuten), Buch & Regie
  • “Man sieht ja mit den Ohren - Über den Fußballwahnsinn Samstags im Radio” in der Reihe “Unter Deutschen Dächern” (1999, ARD/RB, 45 Minuten), Buch & Regie zusammen mit André Schäfer
  • “Viva España - Ein Spanienabend ohne Ballermann” (1999, WDR, 90 Minuten), Buch & Regie
  • “Stimmungskanonen – Drei Alleinunterhalter unterwegs” in der Reihe “Menschen Hautnah” (2000, WDR, 45 Minuten), Buch & Regie zusammen mit André Schäfer
  • “Von Rechthabern und Streithähnen – Beobachtungen in Deutschlands kleinstem Amtsgericht” in der Reihe “Unter Deutschen Dächern” (2000, ARD/RB, 45 Minuten), Buch & Regie zusammen mit André Schäfer
  • 12 Tangos – Adios Buenos Aires“ (2005, Kino-Dokumentarfilm, 52 & 90mn, 35mm, für Fruitmarket Kultur und Medien GmbH, Tradewind-Pictures GmbH, ZDF/ARTE, YLE, Entwicklung unterstützt von MEDIA Plus & EuroDOC), Buch, Regie & Produktion
  • „Die Sandkastenkrieger“ in der Reihe „Grand Format“, (2008, Dokumentarfilm 90 Minuten für Florianfilm, ZDF/ARTE), Buch & Regie zusammen mit Katherina Knees
  • „7000 Kilometer Heimweh“ (2008, Dokumentarfilmreihe 4 x 30 Minuten Fruitmarket Kultur und Medien GmbH, WDR, Deutsche Welle TV, Bayerischer Rundfunk, Kinderkanal), Buch & Regie zusammen mit Jürgen Kura, Produktion
  • “Kampf um Amazonien 3: Das Gerichtsschiff, (2010, TV-Dokumentation, 43‘&52', HDCam für FilmquadratDok, SWR und ARTE)
  • Chandani und ihr Elefant (2009, Kino-Dokumentarfilm, 43‘, 52 & 86mn, HDCam & 35mm für Fruitmarket Kultur und Medien GmbH, Tradewind-Pictures, SWR & WDR in Zusammenarbeit mit ARTE und YLE Finland, unterstützt von der Filmstiftung NRW, BKM, FFA und DFFF), Buch, Regie und Produktion. Der Film startet am 4. November 2010 im Verleih von Real Fiction in den Kinos und lief u.a. im Wettbewerb des Festivals Goldener Spatz, sowie auf dem Chicago International Childrens Film Festival und dem Kinofest Lünen. Der Film wurde 2009 mit dem deutschen Kameramann Marcus Winterbauer (Rhythm Is It!, Full Metal Village) in Sri Lanka produziert.

Zur Zeit arbeitet Arne Birkenstock an dem dokumentarischen Road Movie THE SOUND OF HEIMAT, der 2010 von Tradewind Pictures und Fruitmarket in Kooperation mit WDR Fernsehen produziert und von der Filmstiftung NRW, dem BKM, der Filmförderungsanstalt, der Mitteldeutschen Medienförderung und dem DFFF unterstützt wird und voraussichtlich 2011 im Verleih 3Rosen in den Kinos startet. Für den Film begibt sich der neuseeländische Jazzmusiker Hayden Chisholm auf eine Entdeckungsreise zur deutschen Volksmusik. Die Kamera führt bei diesem Film wieder Marcus Winterbauer.

Einzelnachweise

  1. 12 Tangos - Adios Buenos Aires
  2. 7000 Kilometer Heimweh - Ein Jahr in China
  3. Tango - Geschichte und Geschichten, DTV München 1999, gemeinsam mit Helena Rüegg
  4. Salsa, Samba, Santería, DTV München 2002, gemeinsam mit Eduardo Blumenstock

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