Arnegg (Blaustein)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Blaustein
Blaustein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Blaustein hervorgehoben
48.4163888888899.9188888888889495Koordinaten: 48° 25′ N, 9° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-Kreis
Höhe: 495 m ü. NN
Fläche: 55,61 km²
Einwohner: 15.323 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 276 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89134
Vorwahlen: 07304, 0731
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 141
Adresse der Gemeindeverwaltung: Marktplatz 2
89134 Blaustein
Webpräsenz:
Bürgermeister: Thomas Kayser

Blaustein ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg. Sie ist mit gut 15.000 Einwohnern die größte Landgemeinde im Kreis.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Eingebettet zwischen Hochsträß, Blautal, Lautertal und der Hochfläche der Schwäbische Alb liegt Blaustein unmittelbar westlich von Ulm. Die Gemeinde liegt auf einer Höhe zwischen 490 bis 690 Meter. Die Flüsse Blau und Lauter, die in Lautern (Blaustein) entspringt, fließen durch das Gemeindegebiet.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Nordosten an Dornstadt, im Südosten an die Stadt Ulm, im Westen an die Stadt Blaubeuren und im Nordwesten an Berghülen.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Blaustein besteht aus den 10 Ortsteilen Arnegg, Bermaringen, Dietingen, Ehrenstein, Herrlingen, Klingenstein, Lautern, Markbronn, Weidach und Wippingen.

Geschichte

Allgemein

Den Grundstein der Gemeinde legten am 1. September 1968 die Orte Ehrenstein und Klingenstein durch ihren Zusammenschluss zur Gemeinde Blaustein. Im Zuge der Gemeindereform wurden am 1. Oktober 1974 die Orte Bermaringen (mit Hohenstein) und Wippingen (mit Lautern) eingegliedert. Arnegg vereinigte sich bereits 1971 unabhängig von Blaustein mit Markbronn-Dietingen. Gemeinsam traten sie zusammen mit Herrlingen (mit Weidach) der Gemeinde Blaustein am 1. Januar 1975 bei.

Obwohl die Gemeinde Blaustein eine mehr als dreißigjährige gemeinsame Geschichte hat, verliefen die historischen und kulturellen Entwicklungen der einzelnen Ortsteile sehr unterschiedlich. Jeder Ortsteil kann auf eine jahrhundertealte Geschichte zurückblicken. Dadurch bewahrten sich die Ortsteile ihre Eigenständigkeit und Identität.

Eingemeindungen

  • 1. September 1968 (Gründung der Gemeinde Blaustein)
    • Ehrenstein
    • Klingenstein
  • 1. Oktober 1974
    • Bermaringen (mit Hohenstein)
    • Wippingen (mit Lautern)
  • 1. Januar 1975
    • Arnegg
    • Markbronn
    • Dietingen
    • Herrlingen (mit Weidach)

Ortsteile

Arnegg

Wappen

1292 erstmals urkundlich erwähnt, gruppierte sich der Ort um die gleichnamige Ruine Arnegg, von der heute nur noch Reste erhalten sind. Nach wechselnden Ortsherrschaften wurde seit 1700 die weitere Entwicklung von der Deutschordenskommende Altshausen bestimmt.

Heute noch zu sehen ist die unter dem Deutschorden im 17. Jahrhundert entstandene Zehntscheuer, die 1737 erbaute Marienkirche und das 1783 errichtete Amtshaus, das heute noch als Rathaus (Ortsverwaltung) genutzt wird.


Ehrenstein

Der Löwenfelsen in Ehrenstein

Bei der Anlage eines Absetzbeckens für die Abwässer des örtlichen Steinbruches wurde 1952 eine Feuchtboden-Siedlung der Jungsteinzeit entdeckt und in zwei Grabungen durch Oscar Paret und Hartwig Zürn teilweise untersucht. Die mehrphasige Siedlung bestand aus mehreren, in Reihen angeordneten Holzbauten. Kulturell gehört die Siedlung zur jungneolithischen Schussenrieder Kultur, zeigt aber Einflüsse der Michelsberger Kultur. Unter den Funden fallen große doppelt durchbohrte Kalksteinscheiben auf (siehe auch Jungsteinzeitliches Dorf bei Ehrenstein).

Vom Löwenfelsen (Schlossberg) liegen Funde einer frühbronzezeitlichen Höhensiedlung vor, anhand derer Hans Jürgen Hundt erstmals die Keramik der Übergangsperiode BzA2/B1 definierte.

Bei Bauarbeiten im Neubaugebiet Ehrenstein-Pfaffenhau wurden 1994 Reste einer kleinen urnenfelderzeitlichen Höhensiedlung gefunden.

Auf eine nicht unbedeutende Nutzung des Löwenfelsens (Schlossberg) in römischer Zeit weisen Ulmer Archivalen hin. Diese berichten Mitte des 18. Jahrhunderts vom Fund einer wohl lebensgroßen römischen Götter- oder Kaiserstatue aus Bronze im Taleinschnitt nördlich des Ehrensteiner Löwenfelsens (Schlossberg). Eine aus Ulm ausgesandte Rettungsexpedition konnte leider nur noch feststellen, dass die Ehrensteiner Bauern die antike Statue zwischenzeitlich unter Beteiligung des örtlichen Pfarrers als Götzenbild gründlich zerstört, und die Reste an durchreisende Altmetallhändler verkauft hatten.

Die 1137 erstmals erwähnte und um 1220 ausgebaute Burg Erichstain auf dem heutigen Löwenfelsen (Schlossberg) wurde bereits 1281 bis auf die 1275 erstmals erwähnte Schlosskapelle aufgrund einer Auseinandersetzung mit der Stadt Ulm geschleift. Die Kapelle diente fortan als Pfarrkapelle des zur Burg gehörigen Ortes Ehrenstein. 1724 wurde auch dieser letzte Rest der Burg Ehrenstein zugunsten des wesentlich größeren barocken Kirchenneubaus St. Martin im T(h)al abgerissen. An Stelle der Burgkapelle wurde ein bis heute erhaltener Bildstock errichtet. Auch die ehemals nordwestlich der Blau an der Hummelstraße gelegene Kirche Skt. Martin im T(h)al ist inzwischen aus dem Ortsbild vollständig verschwunden. Im Zuge der Neugestaltung des Blausteiner Ortsmittelpunkts und aufgrund von Bauschäden wurde sie gemeinsam mit dem benachbarten alten Rat- und Schulhaus 1983 abgerissen und durch moderne Büro- und Wohnbauten ersetzt. Die in ihr verwahrten, bedeutenden spätgotischen Heiligendarstellungen (u. a. eine spätgotische Ulmer Madonna) wurden in die neue Kirche St. Martin am neugeschaffenen Blausteiner Marktplatz überführt. Die wenig beachtete, 1931 durch die Stuttgarter Architekten Klatte und Weigle fertiggestellte evangelische Kreuzkirche stellt neben der benachbarten Kirche St. Joseph im Tal, der Pauluskirche in Ulm und der evangelischen Kirche in Gerhausen (Blaubeuren) eines der wenigen expressionistischen Kirchengebäude Baden-Württembergs dar.

Herrlingen

Hauptartikel: Herrlingen

Klingenstein

Wappen
Schloss Klingenstein

Der Ortsteil Klingenstein wird wesentlich durch das Schloss Klingenstein und die es umgebenden Ruinen der Burg Klingenstein geprägt. Die vermutlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts auf einem das mittlere Blautal beherrschenden Felsvorsprung erbaute Burg wurde 1215 erstmals erwähnt und stand in engem Zusammenhang mit der Pfalz in Ulm. Als ehemals größte Burganlage des Blautals bildete sie den Kern der Herrschaft der sich in verschiedene Linien verzweigenden Familie von Stain/Klingenstein. Deren umfangreiche Besitzungen erstreckten sich im 14. Jahrhundert über mehrere Teilorte der heutigen Großgemeinde Blaustein. Die Burg Klingenstein gelangte im weiteren Verlauf in den Besitz der Familie von Werdenberg und schließlich der Herren von Bernhausen. 1588 wurde die Burg zugunsten des neu errichteten Schlosses Oberherrlingen als Wohnsitz aufgegeben und dem Verfall überlassen. Die endgültige Zerstörung der Burg erfolgte 1630 im Zuge des Dreißigjährigen Krieges. 1756 wurde in den Ruinen der Burg durch die Herren von Bernhausen ein kleiner barocker Schlossneubau errichtet. 1860 gingen Schloss und Ruine in den Besitz der Ulmer Apotheker- und Erfinderfamilie Leube über. Sie befinden sich heute im Besitz der Leube-Stiftung. Einmal im August jeden Jahres wird der Klingensteiner Schlosshof zu neuem Leben erweckt, wenn die Blausteiner Narrenvereinigung dort die Poetenwallfahrt abhält. Weitere kulturhistorisch interessante Bauten Klingensteins sind die um 1900 entstandene Steinbruchsiedlung (Arnegger Straße), der in den 1980er Jahren weitgehend rekonstruierte Komplex der sogenannten Kalten Herberge, die im expressionistischen Stil errichtete und ausgestattete Kirche St. Joseph im Tal, sowie Reste einer ehemals geschlossenen Bebauung im späten (nüchternen) Jugendstil entlang der Hummel- und Ulmer Straße, an der unteren Galgenbergstraße und in der Molitorstraße.

Markbronn

Hauptartikel: Markbronn

Weidach

Weidach hat zwei katholische Kirchen. St. Wendelin besitzt einen kleinen Glockenturm, die Kirche St. Nikolaus von Flue hat keinen Glockenturm. Weidach teilt sich einen Ortsvorsteher mit Herrlingen. Seit neuestem gibt es in Weidach neben dem Landfrauenverein auch einen Bürgerverein.

Wippingen

Wappen

Wippingen ist schon seit dem Jahre 1085 urkundlich bekannt; 1611 brannte es fast vollständig ab. Noch heute gibt es das Zollhaus, ein alter, inzwischen restaurierter Fachwerkbau. Es spielte bei der Auseinandersetzung zwischen der Reichsstadt Ulm und dem Herzogtum Württemberg eine nicht unerhebliche Rolle.
siehe auch Burgrest Lauterstein

Einwohnerentwicklung

Graphische Darstellung der Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand.[2] Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1880 ¹ 3.277
1900 ¹ 3.595
1925 ¹ 5.151
1950 ¹ 8.690
1970 ¹ 12.967
1975 13.568
Jahr Einwohnerzahlen
1980 13.740
1985 13.448
1990 13.545
1995 14.611
2000 14.699
2005 15.154

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Sitzverteilung Gemeinderat Blaustein

Gemeinderat

Bei der Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 wurde die Sitzzahl auf 22 verringert. Durch die Gemeinderatswahl 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:

  • CDU 36,0 % (−4,0), 8 Sitze (−5)
  • FW 28,4 % (+1,5), 6 Sitze (−2)
  • SPD 18,5 % (−5,5), 4 Sitze (−3)
  • Grüne 17,1 % (+8,1), 4 Sitze (+2)

Die Fraktionsvorsitzenden sind Heiner Kahle für die CDU, Joseph Oßwald für die FW, Elisabeth Couvigny für die SPD sowie für die Grünen Dr. Robert Jungwirth.

Bürgermeister

Erster Bürgermeister war Robert Epple. Nach einer kurzen Interimszeit von Gerhard Häberle folgte ihm 2000 bis Januar 2008 Gerald Schikorr ins Amt. Am 1. Februar 2008 übernahm Thomas Kayser das Bürgermeisteramt.

Wappen

Wappen der Gemeinde Blaustein

Das Blausteiner Wappen repräsentiert seit dem 30. Mai 1978 die Gemeinde Blaustein.[3] Die bisherigen Wappen der ehemaligen Teilgemeinden bzw. Ortsteile verloren durch die Bildung der Gemeinde Blaustein (im Zuge der Gemeindereform) ihre rechtliche Bedeutung.

Das Blausteiner Wappen ist ein gespaltenes Schild. Vorne sind auf goldenem Grund drei gestürzte schwarze Wolfsangeln abgebildet. Hinten ist auf schwarzem Grund ein aufgerichtetes goldenes Hifthorn mit goldener Fessel abgebildet.

Da die Herren von Stein zu Klingenstein (die Wolfsangeln) und die Herren von Herrlingen-Hörningen (das Hifthorn) im Laufe der Zeit über alle Teilorte die Ortsherrschaft oder in ihnen Grundbesitz besaßen, sollen heute ihre Symbole alle Ortsteile aus historischer Sicht am besten repräsentiert.

Flagge

Die Gemeinde-Flagge wurde ebenfalls am 30. Mai 1978 verliehen und entspricht mit den Farben Gelb(Gold)-Schwarz den Farben des Wappens.[3] Die Flagge wird nur bei besonderen Anlässen benutzt, z. B. bei Gemeindewahlen.

Ortschaftsräte

Neben dem Gemeinderat bilden die zehn Ortsteile verschiedene Ortschaftsräte. Die Ortsteile Ehrenstein und Klingenstein bilden gemeinsam einen Ausschuss. Die Ortschäftsräte bieten den Bürgern in den einzelnen Ortsteilen direkte Ansprechpartner für diverse Belange und Wünsche.

Folgende Zusammenschlüsse zu einem Ortschaftsrat bestehen:

  • Arnegg, Dietingen und Markbronn (Ortsvorsteher Manfred Strobel)
  • Bermaringen (Ortsvorsteherin Sylvia von Darl-Späth)
  • Ehrenstein und Klingenstein (Ausschuss)
  • Wippingen und Lautern (Ortsvorsteher Peter Enderle)
  • Herrlingen und Weidach (Ortsvorsteher Heiner Kahle)

Gemeindepartnerschaften

Das Szeklertor in Blaustein ist ein Geschenk der Partnergemeinde Cernat in Rumänien

Die Gemeinde Blaustein unterhält seit 1993 eine Gemeindepartnerschaft mit der Gemeinde Moustoir-Remungol in Frankreich, seit 1995 mit Cernat in Rumänien und seit 1996 mit Faversham in Großbritannien.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen und Ausstellungen

Im Foyer des Blausteiner Rathauses befindet sich eine kleine Ausstellung der archäologischen Funde sowie ein Modell der jungsteinzeitlichen Siedlung Ehrenstein. Die Ausstellung kann während der normalen Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden. Nur nach Vereinbarung zu besichtigen ist das Rommelmuseum in der Villa Lindenhof in Herrlingen. Das Museum beherbergt Tagebücher, Korrespondenzen, Karten und Pläne, sowie Schrift- und Bilddokumente zur Biografie des Generalfeldmarschalls Erwin Rommel und zum zeitgeschichtlichen Hintergrund. Rommel musste, nachdem er Kritik an Hitlers Kriegstaktik geübt hatte, und ihm Beziehungen zum Attentat vom 20. Juli 1944 unterstellt wurden, am 14. Oktober 1944 in Herrlingen im Auftrag Hitlers Selbstmord begehen, um einem drohenden Schauprozess und der bereits geplanten Hinrichtung, sowie Sippenhaft seiner Familie zu entgehen. An Erwin Rommel erinnert auch sein auf dem Herrlinger Friedhof gelegenes Grab, sowie der an der Stelle seines erzwungenen Selbstmordes zwischen Herrlingen und Wippingen errichtete Rommel-Gedenkstein.

Kurz vor der Bergmesse (Juni 2006)

Eine Gedenktafel vor dem Gebäude Erwin-Rommel-Straße 50 erinnert an das Landschulheim, von Anna Essinger mit reformpädagogischer Ausrichtung begründet und nach deren Emigration 1933 von Hugo Rosenthal bis 1939 als Jüdisches Landschulheim weitergeführt. Mindestens 15 Lehrer und Schüler wurden Opfer des NS-Terrors. Im Nebengebäude "Haus unter dem Regenbogen" informiert eine Dauerausstellung über die Arbeit dieser Schule.[4]

Bauwerke

Kapelle Maria Hilf in Oberherrlingen
Evangelische Kirche Unserer Lieben Frau in Lautern
Katholische Andreaskirche in Herrlingen
  • Evangelische Kirche Unserer Lieben Frau in Lautern mit einem spätgotischen Schnitzaltar der Ulmer Schule
  • Kapelle Maria Hilf in Herrlingen
  • Katholische Andreaskirche in Herrlingen

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Alle fünf Jahre findet auf dem Löwenfelsen eine Bergmesse beim Kapelle statt. Nur bei schlechtem Wetter wird die Messe in einer der Kirchen verlegt. Oft findet nach der traditionellen Bergmesse ein Frühschoppen statt, dessen Einnahmen einem wohltätigen Zweck gespendet werden. Die letzte Bergmesse war im Juni 2006.
  • Kurz vor Weihnachten findet der eintägige Blausteiner Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz vor dem Rathaus statt. Der Weihnachtsmarkt wird durch verschiedene Vereine und Gruppierungen veranstaltet, die den gesamten Erlös für soziale und kulturelle Zwecke der Gemeinde zur Verfügung stellen.
  • An Christi Himmelfahrt bzw. Vatertag richtet der Musikverein Blaustein e. V. am Rathaus die Marktplatzhocke aus. Beginnend mit einem Weißwurst-Frühstück bzw. Frühschoppen dauert die Marktplatzhocke bis zum Abend und findet starken Zuspruch. Der Musikverein untermalt das Geschehen mit traditioneller Musik.
  • In der letzten Juniwoche veranstaltet der Musikverein Blaustein e. V. das traditionelle zweitägige Waldfest am Lehmansblick.
  • Jedes Jahr im August richtet die Narrenvereinigung Blaustein im Schlosshof des Schlosses Klingenstein die Poetenwallfahrt aus. Diese inzwischen überregional bekannte Veranstaltung ist der Pflege von schwäbischer Mundart und Brauchtum gewidmet und eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen Schloss und Ruine Klingenstein für die Öffentlichkeit frei zugänglich sind. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung in Innenhof der benachbarten Eduard-Mörike-Schule in Klingenstein statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Blaustein liegt direkt an der Bundesstraße 28, in der Nähe der Autobahnen A 8 und A 7. Außerdem ist die Gemeinde mit zwei Bahnhöfen (Blaustein und Herrlingen) an die Donautalbahn (UlmDonaueschingen) angebunden. Mehrere Buslinien der DING durchqueren den Ort und verbinden somit Blaustein mit Ulm und weiteren Orten in der Umgebung.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über sechs Grundschulen in den Ortsteilen Arnegg, Bermaringen, Ehrenstein, Herrlingen, Klingenstein und Wippingen, zwei Hauptschulen (Herrlingen, Klingenstein), eine Realschule in Ehrenstein und eine Schule für Lernbehinderte.

Grabplatte des Marquard Anton von Bernhausen im Mortuarium des Eichstätter Domes

Persönlichkeiten

  • Marquard Anton von Bernhausen, Herr in Eppishausen, Klingenstein und Herrlingen, Kanoniker in den Fürstbistümern Eichstätt und Augsburg, † 1699 in Eichstätt
  • Anna Essinger leitete in Herrlingen ihr jüdisches Landschulheim bis ca. 1938. Dieses Heim wurde von einem Zeitzeugen als Paradies in der Hölle beschrieben. Das Haus des Landschulheims steht in der Erwin-Rommel-Steige 1.
  • Erwin Rommel, im Zweiten Weltkrieg unter anderem Oberbefehlshaber des deutschen Afrikakorps sowie der für die Verteidigung des „Westwalls“ zuständigen Heeresgruppe B, wohnte von Mitte 1943 an mit seiner Familie im Ortsteil Herrlingen (damals Wippinger Steige, heute: Erwin-Rommel-Steige; das Haus gehörte ursprünglich zum Komplex des jüdischen Landschulheims). Nach einer schweren Verwundung wurde er am 14. Oktober 1944 während eines Genesungsurlaubs von zwei hochrangigen Offizieren zu Hause abgeholt und auf der Fahrt im Auto zwischen Herrlingen und Wippingen zum Selbstmord durch Einnahme von Zyankali gezwungen. Der vormalige „Lieblingsgeneral des Führers“ war bei Hitler in Ungnade gefallen, weil er kritische Lagevorträge zur Situation an der Westfront gehalten hatte. Er wurde zudem verdächtigt, am Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 beteiligt gewesen zu sein. An der Stelle, an der Rommel starb, befindet sich ein Gedenkstein. Rommel ist auf dem Herrlinger Friedhof begraben. In der Herrlinger Lindenhofvilla wurde vor einiger Zeit ein Rommel-Museum eingerichtet, womit eine eher vorläufige Gedenkstätte in zwei Räumen des Herrlinger Rathauses abgelöst wurde.

Literatur

  • Zürn, Hartwig: Das jungsteinzeitliche Dorf Ehrenstein (Kreis Ulm). Ausgrabung 1960. Teil I: Die Baugeschichte. Veröff. Staatl. Amt Denkmalpfl. Stuttgart A 10/1, Stuttgart 1965
  • J. Lüning/Sommer, Ulrike/Achilles, K. A./Krumm, H./Waiblinger, J./Hahn, J./Wagner, E.: Das jungsteinzeitliche Dorf Ehrenstein III Teil III: Die Funde. Forsch. u. Ber. Vor- u. Frühgesch. Bad.-Württ. 58, Stuttgart 1997
  • Hundt, H.-J.: Keramik aus dem Ende der frühen Bronzezeit von Heubach (Kr. Schwäbisch Gmünd) und Ehrenstein (Kr. Ulm). Fundber. Schwaben N. F. 14, 1957, 27–50
  • v. Memminger, Beschreibung des Oberamts Blaubeuren, 1830. Reprint bei Horst Bissinger KG, Verlag und Druckerei, Magstadt, 1976, ISBN 3-7644-0007-2

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (www.statistik.baden-wuerttemberg.de)
  3. a b Gemeinsames Amtsblatt Baden-Württemberg: GABI 328/1979
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 26f., ISBN 3-89331-208-0

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Arnegg — ist der Name folgender Orte: Arnegg (Blaustein), Ortsteil der Gemeinde Blaustein im Alb Donau Kreis, Baden Württemberg Arnegg SG, Ortsteil der Gemeinde Gossau im Kanton St. Gallen, Schweiz Oberarnegg, Ortsteil der Gemeinde Andwil im Kanton St.… …   Deutsch Wikipedia

  • Blaustein — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Blaustein — Infobox Ort in Deutschland image photo = Wappen = Wappen Blaustein.png lat deg = 48 |lat min = 25 |lat sec = 6 lon deg = 9 |lon min = 54 |lon sec = 29 Lageplan = Bundesland = Baden Württemberg Regierungsbezirk = Tübingen Landkreis = Alb Donau… …   Wikipedia

  • Dietingen (Blaustein) — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Ehrenstein (Blaustein) — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Lautern (Blaustein) — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Wippingen (Blaustein) — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Ruine Arnegg — p1 Ruine Arnegg Alternativname(n): Arneneck Entstehungszeit: 1200 bis 1300 Burgentyp: Höhenburg, Spornlage Erhaltungszustand …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Dörfer und Ortsteile in Baden-Württemberg/A — Dörfer und Ortsteile in Baden Württemberg A B C D E F G H …   Deutsch Wikipedia

  • Landkreis Ulm — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”