Arni AG
AG ist das Kürzel für den Kanton Aargau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Arnif zu vermeiden.
Arni
Wappen von Arni
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau
Bezirk: Bremgartenw
Gemeindenummer: 4061i1f3f4
Postleitzahl: 8905
Koordinaten: (674362 / 241418)47.3194398.422229568Koordinaten: 47° 19′ 10″ N, 8° 25′ 20″ O; CH1903: (674362 / 241418)
Höhe: 568 m ü. M.
Fläche: 3.37 km²
Einwohner: 1741 (31. Dezember 2010)[1]
Website: www.arni-ag.ch
Arni

Arni

Karte
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Arni (in einheimischer Mundart: [ˈɑːɾ.ni])[2] ist eine Einwohnergemeinde des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt im Bezirk Bremgarten an der Grenze zum Kanton Zürich und entstand erst 1983 durch die Trennung der ehemaligen Gemeinde Arni-Islisberg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Dorf liegt etwas mehr als drei Kilometer östlich der Reuss, inmitten der muldenförmigen Hochebene des Holzbirrlibergs. Gegen Norden steigt das Gelände sanft zum Seegaden (610 m ü. M.) an, gegen Süden zum Himmelsbüel (628 m ü. M.) und zum Rainhau (594 m ü. M.). Nur im Osten, in Richtung der Anhöhe von Islisberg, wird das Gelände steiler. Die Ebene wird über den Arnibach entwässert, der bei Unterlunkhofen in die Reuss fliesst.[3]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 337 Hektaren, davon sind 100 Hektaren mit Wald bedeckt und 58 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 643 Metern an der östlichen Gemeindegrenze, der tiefste auf 517 Metern am Arnibach.

Nachbargemeinden sind Aesch im Norden, Islisberg im Osten, Hedingen im Südosten, Jonen im Südwesten, Oberlunkhofen und Unterlunkhofen im Westen sowie Oberwil-Lieli im Nordwesten.

Geschichte

Die ältesten Besiedlungsspuren auf dem Gemeindegebiet von Arni stammen aus der Zeit von 800 bis 500 v. Chr. Das Dorf war Teil des Kelnhofes Lunkhofen, das im Jahr 694 dem Kloster St. Leodegar in Luzern geschenkt worden war und neben Arni auch Islisberg, Jonen, Oberlunkhofen und Unterlunkhofen umfasste. Der Ort wird erstmals zwischen 1184 und 1190 in einer Urkunde des Klosters Engelberg als Ârne erwähnt. Der Name stammt von einer althochdeutschen Zusammensetzung *ahornahi und bedeutet ‚Ahorngehölz‘.[2]

Im Mittelalter existierte eine kleine Burg eines kyburgisch-habsburgischen Ministerialengeschlechts, wovon allerdings nichts erhalten geblieben ist. 1291 kaufte Rudolf I. den Kelnhof, auch die Stadt Luzern und 15 weitere Dörfer gelangten für 2000 Mark Silber in den Besitz der Habsburger. Diese Transaktion war eine der Ursachen, dass die drei Urkantone die Alte Eidgenossenschaft gründeten. Nachdem der Kelnhof verwaltungstechnisch zuerst zum Freiamt Affoltern gehört hatte, bildete er zwanzig Jahre später ein eigenes Amt, das so genannte Kelleramt. Im Jahr 1415 wurde Arni durch die Stadt Zürich erobert. Während die Zürcher die hohe Gerichtsbarkeit übernahmen, war die niedere Gerichtsbarkeit bereits seit 1410 im Besitz der Stadt Bremgarten.

Gemeindezentrum und Kirche Arni

1529 wurde die Bevölkerung von Arni reformiert, musste aber 1531 nach der Zweiten Kappelerkrieg wieder zum Katholizismus übertreten. 1797, ein Jahr vor dem Zusammenbruch der alten Herrschaftsverhältnisse, verkaufte Bremgarten seine Rechte an die Dorfgemeinschaften. Nach der Eroberung der Schweiz durch die Franzosen und der Ausrufung der Helvetischen Republik im März 1798 wurde das Kelleramt aufgelöst und es entstanden die Gemeinden Ober- und Unterlunkhofen, Jonen, Arni und Islisberg. Diese gehörten zunächst zum kurzlebigen Kanton Baden und gelangten 1803 zum Kanton Aargau; die Bewohner hatten zunächst allerdings einen Anschluss an Zug oder Zürich bevorzugt. Mit dem Beitritt zum neuen Kanton wurden Arni und Islisberg zur Gemeinde Arni-Islisberg zusammengeschlossen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Arni-Islisberg zu einer schnell wachsenden Agglomerationsgemeinde, wobei das Wachstum auf Arni beschränkt blieb. Die Bewohner des Ortsteils Islisberg fühlten sich immer mehr an den Rand gedrängt, obwohl sie selbständig über Steuerbelange, das Schulwesen und das Bauwesen entscheiden konnten. 1974 forderten sie in einer Konsultativabstimmung die Bildung einer eigenständigen Gemeinde. Der Grosse Rat des Kantons Aargau lehnte dies 1978 zunächst ab, da es noch keine gesetzlichen Grundlagen dafür gab. 1981 wurde dann die Trennung beschlossen, die ein Jahr später vom Grossen Rat oppositionslos bestätigt und am 1. Januar 1983 vollzogen wurde. Der Siedlungsdruck der Agglomeration Zürich führte zu einem markanten Bauboom und zur Verdoppelung der Einwohnerzahl innerhalb von zwanzig Jahren.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «Geteilt von Gelb mit schreitendem rotem Löwen und von Blau mit weissem Doppelschlüssel.» Bis 1950 besass die damalige Gemeinde Arni-Islisberg kein eigenes Wappen. Als es dann eingeführt wurde, besann man sich auf historische Vorgaben: Der rote Löwe steht für die Stadt Bremgarten, die einst die niedere Gerichtsbarkeit ausgeübt hatte, der Schlüssel für das Kelleramt.[4]

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung (bis 1970 inkl. Islisberg):[5]

Jahr 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000
Einwohner 432 434 430 397 401 650 817 966 1302

Am 31. Dezember 2010 lebten 1741 Menschen in Arni, der Ausländeranteil betrug 11,5 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 41,6 % römisch-katholisch. 34,3 % reformiert und 1,9 % muslimisch. 2,0 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 94,8 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,3 % Französisch, 0,9 % Italienisch, je 0,6 % Albanisch und Englisch.[6]

Politik und Recht

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Bremgarten zuständig. Arni gehört zum Friedensrichterkreis Lunkhofen.

Wirtschaft

In Arni gibt es gemäss Betriebszählung 2005 rund 200 Arbeitsplätze, davon 19 % in der Landwirtschaft, 34 % in der Industrie und 47 % im Dienstleistungssektor.[7] Der überwiegende Teil der erwerbstätigen Bevölkerung arbeitet in der Agglomeration Zürich. Dank seiner ausgezeichneten Lage wird Arni als Wohnort für Pendler immer beliebter. Dazu trägt auch der attraktive Steuerfuss bei, der zu den niedrigsten im Kanton gehört.

Verkehr

Arni liegt per Auto knapp 15 Minuten von Zürich entfernt. Zwei Postautolinien verkehren vom Bahnhof Zürich Wiedikon über Arni nach Muri bzw. nach Affoltern am Albis. Eine weitere Linie verkehrt von Arni über Islisberg nach Bonstetten. Seit 2008 ist Arni noch besser erreichbar, nachdem die Westumfahrung Zürich (Autobahn A4) eröffnet worden ist.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Real- und die Sekundarschule können in Jonen besucht werden, die Bezirksschule in Bremgarten. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Wohlen.

Weblinks

 Commons: Arni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsstatistik, 2. Halbjahr 2010, Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 28. März 2011
  2. a b Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. Historische Quellen und sprachwissenschaftliche Deutungen. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau. Band 100/II, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 62–64. Angegebne Lautschrift: ā́rnị.
  3. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1111, Swisstopo
  4. Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 105.
  5. Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden im Bezirk Bremgarten, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  6. Gemeindeporträt, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  7. Betriebszählung 2005, Statistisches Amt des Kantons Aargau

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