Arnold Boecklin
Selbstportrait (1873)
„Selbstportrait mit fiedelndem Tod“, 1872
Böcklin 1847, gemalt von Rudolf Koller
Die Schriftart

Arnold Böcklin (* 16. Oktober 1827 in Basel; † 16. Januar 1901 in San Domenico bei Fiesole, Provinz Florenz) war ein Schweizer Maler, Zeichner, Graphiker und Bildhauer des Symbolismus. Er gilt als einer der bedeutendsten bildenden Künstler des 19. Jahrhunderts in Europa.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Böcklin war der Sohn eines Kaufmanns. Er erhielt in Basel Zeichenunterricht und studierte von 1845 bis 1847 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Johann Wilhelm Schirmer, Theodor Hildebrandt und Rudolf Wiegmann. 1847 unternahm er mit Rudolf Koller eine Studienreisen nach Belgien, wo ihn die Arbeiten von Peter Paul Rubens stark beeindruckten. Weitere Reisen führten in die Schweiz und in die Niederlande. 1848 ging er nach Paris und tätigte Studien im Louvre. Es folgte eine Tätigkeit im Atelier von Johann Gottfried Steffan. Bis 1850 arbeitete er in Basel, wo er seine ersten charakteristischen Landschaftsbilder malte.

Von 1850 bis 1857 arbeitete er mit Unterbrechungen in Rom, wo er sich mit den Alten Meistern auseinandersetzte. Während seines dortigen siebenjährigen Aufenthaltes stand er unter starkem Einfluss von Gaspard Dughet und Franz Dreher. 1853 heiratete Böcklin Angela Pascucci, das Modell vieler seiner Gemälde und siedelte 1857 nach Basel über.

1858 erhielt er – nach Empfehlung durch Anselm Feuerbach – vom hannoverschen Konsul in Palermo Karl Wedekind den Auftrag, in dessen Villa in Hannover den Speisesaal auszumalen. Durch das Bild Pan im Schilf wurde er im März 1859 weithin bekannt. Von 1860 bis 1862 lehrte er, gefördert von Graf Adolf Friedrich von Schack, als Professor an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar. Die Jagd der Diana war 1862 seine erste grosse Auftragsarbeit.

Im selben Jahr zurückgekehrt nach Italien besuchte er Neapel und Pompei. In dieser Zeit vollendete er seinen unverkennbaren Stil mit den deutlichen Konturen und der intensiven Leuchtkraft seiner Farben, durch die er in seinen Gemälden eine Welt von mythologischen Fabelwesen veranschaulichte. 1871 bis 1874 hielt er sich in München auf, wo er 1872 das Selbstbildnis mit fiedelndem Tod malte. Vom Herbst 1874 bis April 1885 lebte er in Florenz, meist im Atelierhaus von Wladimir von Swertschkoff. Hier entstanden fünf Fassungen der Toteninsel.

1885 bis 1892 wohnte er in Hottingen bei Zürich, wo er sich an der heutigen Böcklinstrasse vom Zürcher Architekturprofessor Georg Lasius ein Ateliergebäude errichten liess. Nach einem Schlaganfall 1892 liess er sich bei Florenz nieder und bezog später sein Anwesen in Fiesole. Dort starb er und wurde am 18. Januar 1901 auf dem protestantischen Friedhof Camposanto degli Allori bei Florenz begraben.

Werke

Neben Ferdinand Hodler, Max Klinger und Lovis Corinth ist Böcklin einer der Hauptvertreter des deutschen Symbolismus, der mit der dominierenden akademischen Malerei und dem vorherrschenden Naturalismus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brach.

Surrealisten wie Giorgio de Chirico, Salvador Dalí und Max Ernst sahen in ihm einen ihrer Vorläufer und würdigten Böcklin als „genialen und ironischen Künstler“.

Zu seinen bedeutenden Werken zählen das Selbstbildnis mit fiedelndem Tod (1872) und die fünf Variationen der Toteninsel (1880–1886).

Bekannt wurde der Name Böcklins auch durch die nach ihm benannte Schriftart im Jugendstil.

Weitere Bilder

Zitate

„Die Porträtkunst ist die elendste Gattung der Malerei, weil bei ihr der Künstler am meisten gebunden ist.“

Arnold Böcklin: Waetzold 19. Jahrhundert

Literatur

  • Carl Brun: Schweizerisches Künstler-Lexikon, 1. Band A-G, Huber & Co, Frauenfeld 1905. Reprint: Kraus Reprint Ltd., Nendeln, Liechtenstein 1967. Seiten 162-167.
  • Fritz von Ostini: Böcklin (Band LXX der Künstler-Monographien herausgg. von H. Knackfuß), Verlag von Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig 1907
  • Adrian Scherrer (Hg.): Grüner Heinrich: Lebensläufe zwischen Scheitern und Erfolg: Johann Gottfried Steffan und die Schweizer Maler in München 1840 bis 1890. - Stäfa: Gut, 2005. - ISBN 3-85717-163-4
  • Luigi Carluccio: the sacret and profane in Symbolist art, Art Gallery of Ontario, Toronto, 1. November bis 26. November 1969.

Weblinks


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