Arnold Esch

Arnold Esch (* 28. April 1936 in Altenbögge/Kreis Unna, Westfalen) ist ein deutscher Historiker und war von 1988 bis 2001 Direktor des Deutschen Historischen Instituts (DHI) in Rom.

Arnold Esch studierte in Münster, Göttingen und Paris Geschichte, Klassische Archäologie und Politische Wissenschaften. 1964 promovierte er mit einer Arbeit über Bonifaz IX. und der Kirchenstaat. Anschließend war er als Assistent in Göttingen tätig. Von 1970 bis 1973 war er als Assistent am DHI tätig. Nach der Habilitation 1974 in Göttingen mit der Arbeit Verhältnis von Stadt und Land am Beispiel der toskanischen Stadt Lucca lehrte er dort ein Jahr als Privatdozent und verbrachte ein weiteres Jahr als wissenschaftlicher Mitarbeiter am DHI. 1977 wurde er Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Bern. Von 1988 bis 2001 war er Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Rom.

Esch forschte hauptsächlich zur italienischen Geschichte im 14. und 15. Jahrhundert. In dieser Phase kehrte das Papsttum von Avignon nach Rom zurück und entfaltete sich die Renaissance in Italien. Neue Akzente setzten seine Studien zur Verwendung von Spolien und zu den römischen Straßen. Er hat aber auch wichtige Beiträge zur Geschichtsmethodik und -theorie geliefert. Im Bereich Überlieferung gehen die Konzepte Überlieferungschance und -zufall auf ihn zurück.

Als Socio Straniero gehört Esch der Accademia dei Lincei an. Er ist korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen sowie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er ist ferner Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts. Seit 1989 gehört er als korrespondierendes Mitglied der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Historica an. 1996 erhielt Esch den Karl-Vossler-Preis. 2007 wurde er mit der Lichtenberg-Medaille der Göttinger Akademie ausgezeichnet, 2011 mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa.

Schriften (Auswahl)

  • Zwischen Antike und Mittelalter. Der Verfall des römischen Straßensystems in Mittelitalien und die Via Amerina. C. H. Beck Verlag, München 2011, ISBN 978-3-406-62143-7.
  • Wahre Geschichten aus dem Mittelalter. Kleine Schicksale selbst erzählt in Schreiben an den Papst. C. H. Beck Verlag, München 2010 ISBN 978-3-406-60133-0.
  • Landschaften der Frührenaissance. Auf Ausflug mit Pius II. C. H. Beck, München 2008, ISBN 3-406-57038-0.
  • Wiederverwendung von Antike im Mittelalter. Die Sicht des Archäologen und die Sicht des Historikers. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-018426-5.

Literatur

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Esch — steht für: Esch (Mosel), Fluss in Frankreich, Nebenfluss der Mosel Bourg Esch, Burg in Frankreich Eschflur und Plaggenesch, einen historischen Flurtyp Bahnhof Ibbenbüren Esch, DB Bahnhof an der Bahnstrecke Löhne–Rheine Esch ist der Name folgender …   Deutsch Wikipedia

  • Waldems-Esch — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Simone Arnold Liebster — (* August 1930 im Elsass[1]) ist eine Frau, die wegen ihrer religiösen Ausrichtung unter dem Nationalsozialismus Repressionen ausgesetzt war und über diese Erlebnisse ein Buch veröffentlicht hat. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Veröffentlichungen …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Es — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Deutsches Historisches Institut in Rom — Logo des DHI in Rom Das 1888 gegründete Deutsche Historische Institut in Rom (Istituto Storico Germanico di Roma) ist das älteste der historischen Auslandsinstitute Deutschlands. Es dient der Erforschung der italienischen und deutschen Geschichte …   Deutsch Wikipedia

  • Istituto Storico Germanico di Roma — Logo des DHI in Rom Das 1888 gegründete Deutsche Historische Institut in Rom (Istituto Storico Germanico di Roma) ist das älteste der historischen Auslandsinstitute Deutschlands. Es dient der Erforschung der italienischen und deutschen Geschichte …   Deutsch Wikipedia

  • Deutsches Historisches Institut Rom — Logo des DHI in Rom Das 1888 gegründete Deutsche Historische Institut in Rom (Istituto Storico Germanico di Roma) ist das älteste der historischen Auslandsinstitute Deutschlands. Es dient der Erforschung der italienischen und deutschen Geschichte …   Deutsch Wikipedia

  • Überlieferungszufall — Die Überlieferungschance ist ein Fachbegriff der Geschichtswissenschaft. Den Begriff brachte Arnold Esch in Abgrenzung vom Überlieferungszufall 1985 in die fachwissenschaftliche Diskussion ein. Er hatte das Thema in seiner Antrittsvorlesung an… …   Deutsch Wikipedia

  • Sixtus Riessinger — Jüngere Fassung der Druckermarke von Sixtus Riessinger, aus dem ersten Band der Decisiones Rotae Romanae, gedruckt vermutlich 1483 in Rom Sixtus Riessinger oder Rüssinger († 1506 oder später) war ein aus Sulz stammender Inkunabeldrucker. Er… …   Deutsch Wikipedia

  • Paul Kehr — Paul Fridolin Kehr (* 28. Dezember 1860 in Waltershausen; † 9. November 1944 in Wässerndorf, Landkreis Kitzingen) war ein deutscher Historiker und Diplomatiker. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Schriften 3 …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”