Gleisheber


Gleisheber

Gleisheber (track lifter; pince à rails; leva rotaie). Zum Anheben des Gleises beim Nageln und Stopfen wurde früher ausschließlich der Wuchtebaum verwendet, eine hölzerne Stange von 2–2∙5 m Länge und 15–20 kg Gewicht, am Angriffspunkte mit Eisen beschlagen und mit einer Nase versehen (Abb. 266). Mit dem Wuchtebaum wird das Schwellenende angehoben, er wirkt als zweiarmiger Hebel, wobei als Drehpunkt ein Unterlagsklotz benutzt wird. Seine Vorzüge sind: große Einfachheit, geringer Anschaffungspreis, Möglichkeit das Gleis beliebig hoch anzuheben; die Nachteile: seine Sperrigkeit, das Hineinragen in den Lichtraum des Nachbargleises, Unmöglichkeit ihn während der Vorüberfahrt eines Zuges unter dem Gleis zu belassen, Schwierigkeit der Handhabung sowohl auf hohen steilen Dämmen und' Viadukten, wie auch in engen Einschnitten und zwischen Futter- und Widerlagsmauern.

Man ist daher in neuerer Zeit mehr und mehr zu dem zuerst in Amerika eingeführten Hebebock (track jack) übergegangen, der zum Unterschied vom Wuchtebaum nicht die Schwelle, sondern den Schienenfuß anhebt und daher nur bei der Unterhaltung, nicht bei der Verlegung des Gleises benutzt werden kann. Die Gleisheber sind meist aus Gußeisen oder Gußstahl hergestellt und mit einer breiten Fußplatte ausgerüstet, die das Einsinken in die Bettung verhindern soll. Sie greifen mit einer Nase unter den Schienenfuß und sollen so gebaut sein, daß sie nicht in die Umgrenzung des lichten Raumes hineinragen, so daß sie während der Durchfahrt eines Zuges an ihrer Stelle belassen werden können. Die Hebevorrichtung muß daher mit einer Sperrklinke ausgerüstet und im stände sein, die volle Radlast zu tragen. Das Gewicht eines Hebebocks beträgt 22–50 kg. Die Hubhöhe schwankt zwischen 7 und 50 cm; Gleisheber mit Hubhöhen unter 10 cm sind nicht überall verwendbar.

Die zahlreichen Bauarten lassen sich fast alle auf zwei Grundformen zurückführen:

1. Gleisheber in Form einer Winde Abb. 268 Der Antrieb geschieht durch ein Schneckenrad. Der Schlüssel kann abgenommen werden.

2. Hebebock mit Hebelstange. Der Antrieb geschieht mittels Exzenters oder mit Räderübersetzung Abb. 267. Die Hebelstange kann abgenommen werden, sie macht den Gleisheber sperrig, so daß er auf engem Raum nicht so gut verwendet werden kann, wie der in Abb. 268 dargestellte.

Schimpff.

Abb. 266.
Abb. 266.
Abb. 267. Hebebock mit Hebelstange.
Abb. 267. Hebebock mit Hebelstange.
Abb. 268. Gleisheber mit Windevorrichtung.
Abb. 268. Gleisheber mit Windevorrichtung.

http://www.zeno.org/Roell-1912. 1912–1923.

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