Java


Java

Java ist die kleinste, aber die bedeutendste der Sunda-Inseln. Es hat eine Oberfläche von rund 126.000 km2 und etwa 25 Mill. Einwohner. Das Land ist außerordentlich fruchtbar. Fast alle Tropengewächse, die im Innern der Insel angebaut werden, gedeihen vorzüglich und werden in großen Mengen nach Europa und nach Amerika ausgeführt. Die Nordküste ist flach und teilweise sumpfig, die Südküste wird begrenzt durch eine Gebirgskette, deren größter Teil als Goenoeng Kidoel oder Südgebirge bekannt ist. Schiffbare Flüsse von Bedeutung sind auf der Insel nicht vorhanden. An der Nordküste befinden sich die größeren Häfen von Batavia (bekannt als Hafen von Tandjonk Priok) und Soerabaja. Der beste, vorzügliche Hafen liegt auf der Südküste bei Tjilatjap.

Schon bald zeigte sich das Bedürfnis, das Binnenland durch Eisenbahnen mit den Ausfuhrhäfen zu verbinden. Die erste Eisenbahn war eine Privatbahn, die Nederlandsch Indische Spoorweg Maatschappy. Sie erhielt im Jahre 1862 die Konzession für den Bau einer Eisenbahn vom Hafenplatz Samarang von der Nordküste über Soerakarta nach Djokjakarta und später einer Zweigbahn von Kedoeng-Djattie nach Willem I. Der Bau der Bahn wurde 1864 begonnen, die erste Teilstrecke 1867, die ganze Bahn (205 km) 1873 eröffnet. Dieselbe Gesellschaft erhielt später die Konzession für eine Bahn von Batavia nach Buitenzorg (56 km), deren Bau im Jahre 1869 angefangen und 1873 vollendet wurde. Mit Gesetz vom 20. Juli 1913 wurde ein Vertrag genehmigt, durch den der Staat die letztere Linie kaufte und in Betrieb nahm. Für ihre erste Strecke erhielt die Gesellschaft eine staatliche Zinsbürgschaft von 41/2 v. H. für ein Baukapital von 17 Mill. Gulden. Bei Zahlung einer Dividende von mehr als 5% war der Mehrbetrag zur Tilgung der Staatsschuld zu verwenden, die Tilgung erhöhte sich bei einer Dividende von mehr als 7%. Für die Strecke Batavia-Buitenzorg ist keinerlei Staatsunterstützung gewährt worden. Die Konzessionen sind auf 99 Jahre verliehen, nach deren Ablauf das Unternehmen dem Staate heimfällt, der indes für Betriebsmaterial, Inventar u.s.w. Vergütung zu leisten hat. Die erste Bahn hat eine Spurweite von 1∙435 m, die sonst bei den javanischen Bahnen nicht vorkommt; die Baukosten betrugen 96.100 Gulden für das km. Die Spurweite der zweiten Bahn, die normale Spur der javanischen Bahnen ist 1∙067 m; ihre Baukosten betrugen 58.200 Gulden für das km.

Diese Bahnen sind die einzigen Hauptbahnen im Besitz von Privatunternehmern. Eine andere Linie, die von einer Privatgesellschaft (der Java Spoorweg Maatschappy) gebaute Bahn von Tagal nach Balahoclang (25 km) gehört jetzt zu den Kleinbahnen, eine dritte von Batavia nach Kedong Gedek (57 km), von der Batavia-Ooster Spoorweg Maatschappy gebaut, ist später in Staatseigentum übergegangen.

Außer diesen Privatbahnen bestehen in J. Staatsbahnen, teils Hauptbahnen, teils Kleinbahnen, und Kleinbahnen, die zum größten Teil Privatunternehmern gehören. Das Staatsbahnnetz hatte (1912) eine Länge von 2172 km, wovon 16 km zweispurig, 2∙5 km dreispurig waren. Die Hauptlinie durchzieht die Insel vom äußersten Westen Laboean nach dem äußersten Osten Banjoevangi in einer Länge von rund 1350 km, einschl. der Zwischenstrecke Djokjakarta-Soerakarta der niederländisch-indischen Privatbahn. An verschiedenen Punkten schließen sich Zweigbahnen an zur Verbindung der Hauptstrecke mit der Nordküste und den Häfen. Eine kurze Zweigbahn führt von der Station Maos nach den oben erwähnten Hafen von Tjilatjap. Ein in den Jahren 1890 und 1891 unternommener Versuch, in Niederländisch Indien dasselbe System einzuführen wie in den Niederlanden, und die Staatsbahnen zu verpachten, ist gescheitert.

Auf J. finden sich Gebirgsbahnen mit Steigungen von 25, 30 und 40. Auf einzelnen Linien wird das Zahnrad angewendet. Es finden sich auch zahlreiche Kunstbauten (Tunnel, Brücken, Durchlässe). Mit Rücksicht auf die häufig auftretenden Hochwässer, die durch plötzliche starke Regengüsse entstehen, sind besondere Schutzvorkehrungen getroffen.

Die Kleinbahnen, deren Gesamtnetz, außer den städtischen Straßenbahnen einen Umfang von 2000 km hat,1 haben fast durchweg eine Spurweite von 1∙067 m, so daß ein Übergang der Betriebsmittel von den Hauptbahnen stattfinden kann. Vielfach gehen sie auch in die Straßenbahnen der Städte über. Es lassen sich etwa 3 Gruppen unterscheiden: 1. Die von Soerabaja und den dort mündenden Eisenbahnen ausgehenden Linien, einschließlich der Kleinbahnen auf der Insel Madoera. 2. Die von Semarang ausgehenden Linien. 3. Die im nördlichen Teil der Insel liegenden Längslinien. An vielen Stellen schließen sich kurze Stichbahnen an. Die längsten Linien haben folgenden Umfang: Kadipaten-Cheribon Pekalongan-Semarang (297 km), Semarang-Goendhi (82 km), Goendhi-Tjepoc-Soerabaja (270 km) und Soerabaja-Kaliangit-Ostspitze der Insel Modoera (210 km). Nach Fertigstellung der zurzeit in Vorbereitung begriffenen Staatsbahn Kadipaten-Rantjaekek würde dieses Kleinbahnnetz das größte Stück einer zweiten, die Insel von Osten nach Westen durchziehenden Linie bilden.

Nachrichten über die Betriebsergebnisse liegen nur für die Staatsbahnen vor. Für die ältere Zeit finden sie sich in den unten angeführten Aufsätzen von Snethlage, sowie in den alljährlich herausgegebenen Berichten über die Staatsbahnen in Niederländisch Indien, aus denen regelmäßig Auszüge im Arch. f. Ebw. (zuletzt Jahrg. 1913 S. 817 ff.) veröffentlicht werden.

Es betrugen bei den Staatsbahnen und staatlichen Kleinbahnen mit javanischer Normalspur (1∙067 m):


Jahr Einnahmen Ausgaben Überschuß
fl. fl. fl.
1878 259.849 129.087 130.782
1890 5,458.195 3,139.021 2,319.174
190011,770.110 6,218.417 5,551.893
190514,084.472 7,546.842 6,537.630
191021,421.46610,862.78010,608.686
191124,147.91211,057.86213,090.050
191227,155.29912,584.06914,571.220

Literatur: Snethlage, Die Kleinbahnen auf Java. Arch. f. Ebw. 1892, S. 277 ff. u. 550 ff. – Blum, Die Kleinbahnen Javas. Ztschr. f. Kleinb. 1905, S. 117 ff. – Die Tramwegen op Java, Denkschrift. 1908. Auszug in der Ztschr. f. Kleinb. 1908, S. 611 ff. Verslag der Staatsspoorwegen in Niederlandsch Indie. (Jahresberichte, die alljährlich veröffentlicht werden.) – Staatsspoor en Tramwegen op Java. Verkort verslag. Batavia (Amtlicher, jährlich veröffentlichter Bericht über die Betriebsergebnisse.)

v. der Leyen.


http://www.zeno.org/Roell-1912. 1912–1923.

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