Kreuzkopf


Kreuzkopf

Kreuzkopf (cross-head; crosse de piston; testa a croce), das Konstruktionsglied einer Maschine, das die gelenkige Verbindung der geradlinig hin- und hergehenden Kolbenstange mit der diese Bewegung in die drehende Bewegung der Kurbel umsetzenden Treibstange vermittelt.

Infolge der den jeweiligen Kurbelstellungen entsprechenden geneigten Lagen der Treibstange treten, durch Zerlegung des auf den Kolben wirkenden Dampfdrucks, im K. senkrecht zur Kolbenstange wirkende Kräfte auf, die ein Biegen der Kolbenstange anstreben. Durch zwangläufige Führung des K. in Linealen (Kreuzkopfführung, Gleitlineale, Führungslineale) parallel zur Kolbenstangenrichtung wird der Einfluß dieser Kräfte auf die Kolbenstange aufgehoben.

Kreuzkopf und Kreuzkopfführung bei Lokomotiven (Abb. 257260). Der K. besteht aus einem aus Schmiedeisen oder Stahlguß angefertigten Körper, der in dem dem Kolben zugewendeten Teil eine Öffnung (C) zur Aufnahme des konisch geformten Kolbenstangenendes trägt. Die feste Verbindung des K. mit der Kolbenstange erfolgt durch einen Keil (K), die gelenkige Verbindung des K. mit der Treibstange durch einen Bolzen (B), der vermittels Keils und Muttern festgelagert ist. Der Treibstangenkopf tritt entweder in den ausgehöhlten K. hinein oder umfaßt gabelförmig den K. Zur Verminderung der Reibung sind jene Teile des K., die an den Linealen gleiten, mit Rotgußplatten belegt oder mit einem Aufguß von Weißmetall (W) versehen. Oft werden diese gleitenden Teile (Schlitten genannt) aus Gußeisen hergestellt und behufs Ausgleichs der eintretenden Abnutzung in nachstellbare Verbindung mit dem K. gebracht.

An der Außenseite des K. ist ein Schmiergefäß (S) angebracht, das die Ölzufuhr zum Kreuzkopfbolzen bewirkt.

Je nach dem verfügbaren Raum (durch die Dampfzylinderanordnung bedingt) wendet man zwei (Außenzylinder), vier (Innenzylinder) oder auch nur ein Lineal an.

Die feste Lagerung der Führungslineale erfolgt einerseits am rückwärtigen Zylinderdeckel (Abb. 258 a u. b), anderseits an einem durch Winkel oder angeschweißte Lappen mit dem Rahmen fest verbundenen Träger (T) (Führungsträger). Zur Schmierung der oberen Schleiffläche des K. sind auf dem oberen Lineal Schmiergefäße (S1) angebracht. Die Schmierung der unteren Schleiffläche, bzw. des unteren Lineals erfolgt durch das vom Kreuzkopfschmiergefäß auf den Kreuzkopfbolzen geführte und von da abtropfende Öl.

Zur Herstellung der Kreuzkopfführungen verwendet man Martinstahl von großer Festigkeit oder Tiegelgußstahl. Das Material der Kreuzkopfbolzen ist meistens Schweißeisen, durch Einsatz gehärtet.

In Abb. 259 a u. b ist ein K. mit vier Führungslinealen (Anordnung bei Lokomotiven mit innenliegenden Zylindern) dargestellt.

Abb. 260 zeigt die bei amerikanischen Lokomotiven übliche Ausführungsweise.

Kreuzkopf und Kreuzkopfführung bei Stabilmaschinen. Die K. bei Stabilmaschinen sind im wesentlichen wie bei Lokomotiven gestaltet. Die Schlitten bestehen fast stets aus Gußeisen, ohne Metallplatten oder Weißmetallaufguß, wegen der bei Stabilmaschinen möglichen großen Auflageflächen.

Abgesehen von Lokomobilen und ganz groß bemessenen Walzenzug- und Pumpenmaschinen, die bezüglich der Kreuzkopfführungen wie die Lokomotiven durchgeführt sind, besteht diese Führung aus einem am Bajonett, bzw. Fundament angegossenen, nach außen offenen, röhrenförmigen Teil, Rundführung genannt.

Literatur: Maurice Demoulin, Traité pratique de la Machine Locomotive, Paris 1898. – Modern Locomotives, published by the Railroad Gazette, New York 1901. – Eisenbahntechnik der Gegenwart, Wiesbaden 1912.

Gölsdorf.

Abb. 257 a u. b.
Abb. 257 a u. b.
Abb. 258 a u. b.
Abb. 258 a u. b.
Abb. 259 a u. b.
Abb. 259 a u. b.
Abb. 260 a u. b.
Abb. 260 a u. b.

http://www.zeno.org/Roell-1912. 1912–1923.

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