Col di Tenda Tunnel


Col di Tenda Tunnel

Col di Tenda Tunnel. Der 8100 m lange, für 2 Gleise ausgebaute aber zunächst nur mit einem Gleis versehene Tunnel liegt auf der 43 km langen Linie Cuneo-Limone-Vievola der italienischen Staatsbahnen, die nach Ventimiglia am Ligurischen Meere bzw. nach Nizza (Frankreich) fortgesetzt werden soll.

Er verbindet das Tal von Vermenagna (Nord) mit dem Roia Tale (Süd), in gerader Linie, hat auf der Nordseite 2‰, auf der Südseite 10‰, ausnahmsweise 14 Steigung. Der Nordeingang liegt auf 1030 m, der Südeingang auf 990 m, die höchste Stelle im Tunnel auf 1038 m Seehöhe. Die größte Überlagerung beträgt 870 m.

Der Bau wurde Ende 1889 begonnen und Mitte Februar 1898 vollendet; hat also infolge besonderer Schwierigkeiten über 8 Jahre gedauert. Etwa 280 m höher liegt der im Jahre 1882 erbaute 3180 m lange Tunnel der Staatsstraße Cuneo-Nizza, dessen Achse ungefähr parallel läuft mit der des Eisenbahntunnels.

Der Eisenbahntunnel wurde mit dem Firststollen beginnend und nach der belgischen Bauweise auch in den Druckstrecken ausgeführt.

Der Stollen wurde anfänglich von Hand, dann mit Preßluftbohrmaschinen (Ferroux, Gatti, Seguin, Segalla) auf etwa die halbe Tunnellänge aufgefahren.

Dann traten starke Wasserzuflüsse 300 l/Sek. auf der Nordseite etwa, 900 l/Sek. auf der Südseite, sowie wiederholte Schlammeinbrüche und ganz, bedeutender Gebirgsdruck auf, der zu besonderer und sehr kostspieliger Ausbauweise nötigte. Im Stollen mußte Eisenzimmerung mit eisernen Vortriebspfählen verwendet werden. Die Mauerstärken gehen bis zu 2∙5 m. In den schwierigen Strecken stiegen die Kosten bis auf 6922 Fr. = 5538 M. f. 1 lfd. m. Die interessante Ausbauweise in den Druckstrecken ist im Giornale (s. Literatur) sehr ausführlich und mit guten Abbildungen veröffentlicht.

Literatur: Giornale. Settembre-Ottobre 1897. – Annalen f. Gewerbe u. Bauwesen 1898. – Schwz. Bauztg. 1898. – Ztg. d. VDEV. 1898.

Dolezalek.


http://www.zeno.org/Roell-1912. 1912–1923.

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