Eisenbahnbanken

Eisenbahnbanken, Gesellschaften, die sich mit Kauf, Verkauf und der Belehnung von Eisenbahnwerten, sowie mit der Ausgabe von Obligationen auf Grund der erworbenen Wertpapiere oder mit der Geldbeschaffung für neue Eisenbahnen u.s.w. befassen. Solche E. sind beispielsweise:


Die Bank für Transportwerte (Banque pour valeurs de transport) in Basel;

die Banque Beige de chemins de fer in Brüssel;

die Zentralbank für Eisenbahnwerte in Dahlem bei Berlin;

die Eisenbahnbank Frankfurt a. M.;

die Eisenbahnrentenbank in Frankfurt a. M.;

die Bank für orientalische Eisenbahnen (Banque des chemins de fer Orientaux) in Zürich u.a.

Zu erwähnen ist ferner das österreichisch Kreditinstitut für Verkehrsunternehmungen und öffentliche Arbeiten mit dem Sitze in Wien.

Dieses kann zwecks Beschaffung der erforderlichen Geldmittel zum Neubau von Eisenbahnen oder auch für Investitionen auf schon bestehenden Lokal- und Kleinbahnen sowie auf Staatsbahnen im Wege der zessionsweisen Übernahme von Forderungen, Darlehen gewähren, oder aber die von den Unternehmern emittierten Titres erwerben. Wird die Verzinsung und Tilgung der Darlehen oder Titres durch den Staat sichergestellt, so können auf Grund dessen staatsgarantierte Obligationen, wenn die Verzinsung und Tilgung jedoch von Seiten eines der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder, oder einer mit der Garantie des Landes versehenen Landesbank oder schließlich pupillarmäßig erfolgt, so können pupillarsichere Schuldverschreibungen ausgegeben werden. Wenn die vorerwähnten Sicherstellungen nicht vorliegen, so dürfen nur dann Darlehen gewährt bzw. Titres erworben werden, wenn dies die Regierung genehmigt. Es können dann im Genehmigungsfalle Schuldverschreibungen ausgegeben werden, doch müssen diese ausreichend fundiert sein, was gleichfalls von der Regierung festgestellt wird.


http://www.zeno.org/Roell-1912. 1912–1923.

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