Fackeln

Fackeln (torches; torches; torci) werden bei Bahnarbeiten benutzt, die bei künstlicher Beleuchtung durchgeführt werden müssen, beispielsweise in längeren Tunneln, bei nächtlichen Arbeiten auf offener Strecke infolge von Entgleisungen, Abrutschungen oder sonstigen Bahnunfällen, bei dringenden Herstellungen am Bahnkörper u.s.w. Man benutzt zu diesem Zweck Kien-, Pech-, Petroleum- auch Gas-, Ceresin-, Magnesium-, Zinkfackeln u.s.w.

Kienfackeln werden aus trockenem, harzreichem Kienholz hergestellt.

Pechfackeln haben eine Länge von 1∙5 bis 1∙7 m, sind 42–45 mm dick und werden manchmal mit Holzstielen versehen. Sie bestehen aus einem Docht von Hanfwergfäden, die von Holzsplittern gut gereinigt und gewickelt, mit bestem Weißpech (Harz ohne Teerzusatz) getränkt und mittels des Fackeleisens fest zusammengepreßt werden. Zum Schutz gegen das Abbröckeln des Pechs werden die Pechfackeln mit einem Überzug versehen, der aus Oips, Bergkreide und Leim bereitet ist. Die F. dürfen sich nicht zu schwierig anzünden lassen, müssen leicht und sparsam brennen, ein helles Licht geben, ohne zu qualmen und zu tropfen, sie dürfen nur wenig Asche hinterlassen, bei starkem Wind nicht verlöschen und müssen bis auf den letzten Rest ohne Lockerung niederbrennen. Die Brenndauer einer F. soll zwei Stunden betragen.

Petroleumfackeln werden nach zwei verschiedenen Systemen hergestellt. Nach dem einen System besteht die F. aus einem zylindrischen Petroleumbehälter, der mit einem Tragbügel samt eisenbeschlagenem Holzstiel (zum Einstecken in einen Dreifuß oder in die Erde) und am oberen Rand mit einem Brenner samt Docht, einem Reflektor und einer Verschlußkappe versehen ist. Nach dem andern System wird der Ölbehälter oben angebracht und fließt das Petroleum durch ein Ventil und das senkrechte, mit wagrechtem Knie versehene Leitungsrohr zum sternförmig angeordneten Brenner ohne Docht und wird dort entzündet. Die Petroleumfackeln können an Mauern, Holzpfosten u. dgl. angehängt werden.

Gasfackeln, die unmittelbar von einer Gasleitung gespeist werden, bedingen den Anschluß an eine solche und finden daher seltener Verwendung.

In England und in Holland werden Gasfackeln (Lucigen) für Verschubstationen verwendet. Als Brennstoff dient Teeröl, das mit einer hellen Flamme brennt, wenn reichlich Luft zugeführt wird. Die Lichtstärke kann durch Erwärmung noch erhöht werden.

Bei einer anderen Gattung von F. wird die Lampe mit Petroleum gespeist, das unter Luftdruck als Gas zur Verbrennung gelangt.

Für umfassendere, längere Zeit in Anspruch nehmende Arbeiten wird häufig eine elektrische Beleuchtung eingerichtet, zu welchem Zweck die Bahnverwaltungen Beleuchtungswagen (s.d.) besitzen, die mit allen notwendigen Einrichtungen ausgestattet sind.


http://www.zeno.org/Roell-1912. 1912–1923.

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  • Fackeln — Fackeln, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches nur im gemeinen Leben üblich ist. 1) Sich ohne Noth hin und her bewegen, unnöthige Bewegungen vor einer Handlung machen; in welchem Verstande es im gemeinen Leben noch oft für zaudern… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • fackeln — fackeln:1.⇨zögern–2.nicht[lange]f.:⇨durchgreifen fackeln→zögern …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • fackeln — Vsw std. stil. phras. (14. Jh., Bedeutung 18. Jh.), spmhd. vackelen Hybridbildung. Ursprünglich unruhig brennen wie eine Fackel , dann übertragen auf das Hin und Herbewegen, ohne das Ziel anzugehen (nicht lange fackeln). Eine andere… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • fackeln — V. (Oberstufe) ugs.: sich nicht entschließen können und deshalb zögern Beispiel: Kein anderes Land in der Welt fackelt so lange mit straffälligen Ausländern wie Deutschland …   Extremes Deutsch

  • fackeln — Nicht lange fackeln: nicht zögern, keine Umstände oder Umwege machen; meist in der imperativischen Form: (nur) nicht lange gefackelt: hurtig vorwärts, nicht gezögert!{{ppd}}    Das Verbum fackeln geht zurück auf das seit dem 14. Jahrhundert… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • fackeln — fa·̣ckeln; fackelte, hat gefackelt; [Vi] meist nicht lange fackeln gespr; nicht lange nachdenken, bevor man etwas tut, nicht zögern: Der Schiedsrichter fackelte nicht lange und stellte den Spieler vom Platz …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • fackeln — zögern. »Fackeln Se nich so lange« …   Berlinerische Deutsch Wörterbuch

  • Fackeln — *1. Dar is nich mit to fackeln. – Eichwald, 466. *2. Dat fackelt nig. – Schütze, I, 308. Damit ist nicht zu spassen. *3. Er fackelt im Frost und fährt mit der Stange im Nebel umher. *4. He fackelt nich, wenn he wach ward. – Eichwald, 465. *5. He… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • fackeln — fạ|ckeln 〈V. intr.; hat; umg.〉 unentschlossen warten, zögern ● ich fackle nicht lange ich mache schnell Ernst; los, vorwärts, nicht lange gefackelt! [<mhd. vacklen, urspr. „unstet sein wie die Flamme einer Fackel“; → Fackel] * * * fạ|ckeln… …   Universal-Lexikon

  • fackeln — fackelnintr 1.zögern;Umständemachen.Meistverneint:»nichtfackeln;nichtlangefackeln«.LeitetsichhervonderunruhigenHin undHerbewegungderFlammeeinerFackel.KannsichauchaufeinennächtlichenFußgängerbeziehen,der,aufeinverdächtigesGeräuschaufmerksamgeworden… …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

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