Gerücht, das

Das Gerücht, des -es, plur. die -e. 1) Eine entfernte Nachricht von einer Neuigkeit, besonders wenn sie unter vielen mündlich fortgepflanzet wird. Es gehet ein Gerücht, daß das Türkische Heer geschlagen worden. Ein Gerücht ausbreiten, verbreiten, unter die Leute bringen. Das sind ungegründete Gerüchte. Gemurmel, Gerede, Gerücht und Geschrey, sind bloß in der innern Stärke der fortgepflanzten mündlichen Nachricht verschieden. 2) Figürlich, das mündliche Urtheil anderer von den Vorzügen eines Menschen; ohne Plural. Ein gutes Gerücht haben, einen guten Nahmen, in einem guten Rufe stehen. Ein böses Gerücht haben. Jemanden in ein böses Gerücht bringen.

Anm. Im Nieders. Ruchte, im Holländ. Rucht, im Schwed. Rykte. Ihre leitet es von rügen, mündlich fortpflanzen, her; allein, es ist wohl unläugbar, daß es, Wachters Ableitung zu Folge, von Ruf und rufen abstammet, weil die Verwechselung der Blase- und Hauchlaute etwas sehr gewöhnliches ist, man auch in den mittlern Zeiten ohne Unterschied Gerüft und Gerücht findet. In den Bremischen Statuten bedeutet Rucht ein Geräusch, Geruchte aber so wohl ein Feuergeschrey, als auch das Zetergeschrey, welches im Oberdeutschen das Gerüft genannt wurde. Sonst war für Fama, Gerücht, im Oberdeutschen auch die Gech, von jahen, sagen, die Mähre, bey dem Ottfried Maru, ingleichen Murmelung, gleichsam Gemurmel, üblich. S. Ruchtbar und Ruf.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Gerücht — Rede, Rederei; (bildungsspr.): Fama, Ondit; (derb): Scheißhausparole; (abwertend): Klatschgeschichte; (ugs. abwertend): Latrinengerücht, Latrinenparole; (veraltet): Ruf. * * * Gerücht,das:Flüsterpropaganda♦gehoben:Ondit·Sage·Fama♦salopp:Latrinenpa… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Das weite Land — ist eine Tragikomödie in fünf Akten von Arthur Schnitzler, die am 14. Oktober 1911[1] am Volkstheater in Wien uraufgeführt wurde.[2][3] Der Text erschien im selben Jahr bei S. Fischer in Berlin.[4] Der Wiener Fabrikant Friedrich Hofreiter bricht… …   Deutsch Wikipedia

  • Das halte ich für ein Gerücht —   In der Umgangssprache ist diese Redensart im Sinn von »das glaube ich nicht« gebräuchlich: Er will eine Eins in Mathe gekriegt haben? Das halte ich für ein Gerücht …   Universal-Lexikon

  • Gerücht — das Gerücht, e (Mittelstufe) unbestätigte Nachricht, die herumerzählt wird Beispiele: Wer hat dieses Gerücht in Umlauf gesetzt? Die Schauspielerin hat die Gerüchte über ihre Scheidung dementiert. Das ganze Land schwirrt vor Gerüchten …   Extremes Deutsch

  • Gerücht — Gerücht: Mnd. geruchte, das (mit niederd. cht statt hochd. ft ) mhd. geruofte »Geschrei« entspricht, gehört mit den unter ↑ anrüchig, ↑ berüchtigt und ↑ ruchbar behandelten Wörtern zu der Wortgruppe von ↑ rufen und bedeutete ursprünglich »Gerufe …   Das Herkunftswörterbuch

  • Gerücht — Sn std. (10. Jh., Form 14. Jh.) Stammwort. In spätmittelhochdeutscher Zeit aus mndd. geruht, gerüht entlehnt, das (mit niederdeutschem ft > ht) mhd. geruofede, geruofte, gerüefte, ahd. gihruofti entspricht. Dieses ist ein Verbalabstraktum zu… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

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  • Das Herz des Königs — ist ein Roman der deutschen Schriftstellerin Viola Alvarez aus dem Jahr 2003. Mit dem bei der Verlagsgruppe Lübbe erschienenen Werk feierte die Autorin ihr Debüt. Der Roman erzählt in Form einer fiktiven Autobiographie das Leben von Marke, dem… …   Deutsch Wikipedia

  • Das Pferd, das den Bussard jagte — ist ein Band mit ausgewählten Erzählungen des niederländischen Schriftstellers Maarten t Hart, übersetzt von Marianne Holberg. Die deutsche Ausgabe Das Pferd, das den Bussard jagte erschien im Jahr 2002 im Arche Verlag Zürich (ISBN 3 7160 2295 0) …   Deutsch Wikipedia

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