Geruch, der

Der Gerúch, des -es, plur. die Gerǘche, von dem Zeitworte riechen. 1. Subjective, das sinnliche Vermögen zu riechen, und die dadurch verursachte Empfindung; ohne Plural. Keinen Geruch haben. Einen scharfen Geruch haben. Die Werkzeuge des Geruches. 2. Objective, die Ausdünstungen aus den Körpern, so fern sie durch die Werkzeuge des Geruches empfunden werden. 1) Eigentlich. Einen angenehmen Geruch haben, von sich geben. Im gemeinen Leben hat es auch in dieser Bedeutung keinen Plural, der aber in der edlen und dichterischen Schreibart sehr häufig gebraucht wird. Wie wenn der Lenz Gerüche aus Rosenbüschen haucht, Schleg. Hier kühl' ich meine Flügel im Rosenthau und sammle liebliche Gerüche, Geßn. Dann werden sie unter lieblichen Gerüchen erwachen, ebend. Alle Liebesgötter verbreiteten von den Blumen alle süße Gerüche über unsere Häupter, Weiße. S. Wohlgeruch. 2) Figürlich, doch nur in der Deutschen Bibel; theils von einer starken Empfindung, wie 2 Cor. 2, 15, 16; theils aber auch von dem Rufe oder Gerüchte, wie 2 Mos. 5, 21: Ihr habt unsern guten Geruch stinkend gemacht. So auch Philipp. 4, 18, und Ephes. 5, 2. Im Geruche der Heiligkeit sterben, im Rufe; in der Römischen Kirche.

Anm. Im Nieders. Rök, Röke, im Holländ. Reuk, bey dem Notker Ruoche, bey dem Opitz, Hans Sachs, Günther und andern auch nur Ruch, im Hebr. ריח. Bey andern Oberdeutschen ist dafür Schmack und Geschmack, im Nieders. auch Snöfe und Versnuf, und bey den Jägern auch Witterung üblich.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Geruch — Ausdünstung; Duft; Aroma * * * Ge|ruch [gə rʊx], der; [e]s, Gerüche [gə rʏçə]: Ausdünstung, Ausströmung, die durch das Geruchsorgan wahrgenommen wird; die Art, wie etwas riecht: ein süßlicher, stechender, harziger, beißender Geruch; Zwiebeln… …   Universal-Lexikon

  • Geruch — In keinem guten Geruch stehen: sich keiner Wertschätzung, keines guten Rufes erfreuen. Schon in einer geschichtlichen Urkunde aus Österreich aus dem Jahre 1517 (Fontes rer. Austr. I, 1, 128) ist belegt: »Wo aber die fürgenomen praut nyt aines… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Geruch — 1. Am geruch erkennt man die blumen. – Lehmann, 917, 16. 2. Am Geruch erkennt man Kräuter, am Geschwätze Bärenhäuter. 3. Für den Geruch zahlt man den Wirth mit Klingen – der Münze. Wie Eiselein (228) bemerkt, nach einer Anekdote bei Pauli und… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Geruch — 1. a) Aroma, Ausdunstung, Ausdünstung, Duft; (schweiz.): Geschmack; (geh.): Hauch, Ruch; (veraltend): Odeur; (Jägerspr.): Witterung; (Med.): Odor. b) Geruchsempfindung, Geruchssinn, Geruchsvermögen, Nase, Spürsinn; (schweiz.) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Geruch — Der Geruch (lat. Olfactus, daher olfaktorische Wahrnehmung) ist die Interpretation der Sinnes Erregungen, die von den Chemorezeptoren der Nase oder anderer Geruchsorgane an das Gehirn eines Lebewesens geliefert werden. In einigen Gebieten der… …   Deutsch Wikipedia

  • Geruch — Sm std. (15. Jh.), spmhd. geruch Stammwort. Ist wie mhd. ruch ein Verbalabstraktum zu riechen. Da Gerücht in regionalen Formen lautgleich wird, kommt es zu Verwendungen wie in den Geruch kommen, im Geruch stehen und zu mhd. gerühte mit der… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Geruch — Geruch: Mhd. geruch ist eine Bildung zu dem nur noch vereinzelt in gehobener Sprache gebrauchten Ruch (mhd. ruch »Duft; Ausdünstung; Dunst, Dampf«), das zu dem unter ↑ riechen behandelten Verb gehört. • Geruch im Geruch stehen ... »den Ruf haben …   Das Herkunftswörterbuch

  • Geruch — (als Sinn). Der Geruchssinn ist im ganzen Thierreich verbreitet u. ist um so entwickelter, je mehr die Respirationsorgane ausgebildet sind. Bei den Insecten hält man die Stigmata für Riechorgane; bei Fischen u. Amphibien erkennt man zwei… …   Pierer's Universal-Lexikon

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