Übel, das

Das Übel, des -s, plur. ut nom. sing. das vorige Wort, als ein Hauptwort gebraucht. 1) Ein Leibesschaden. Ein Übel an einem Fuße haben, einen Schaden. In einigen Gegenden wird auch die Epilepsie, oder das böse Wesen, das fallende Übel genannt. 2) In weiterer Bedeutung, alles, was unsern oder anderer Zustand unvollkommener macht, im weitesten Verstande. Also gereuete dem Herrn das Übel, das er dräuete seinem Volke zu thun, 2 Mos. 32, 14. Der ich Friede gebe und schaffe das Übel, Es. 45, 7. Der Herr behüte dich vor allem Übel, Ps. 121, 7. Einem Übel begegnen, steuern, abhelfen. Dem Übel ist leicht abzuhelfen. Man muß Übel mit Übel vertreiben. Aus zwey Übeln muß man das kleinste erwählen. Die Übel, die du nicht wissentlich verschuldet hast, entspringen aus einer göttlichen Anordnung, Gell. Das Strafübel, die Strafe als ein Übel, oder das Übel als eine Strafe betrachtet, das Sündenübel u.s.f.

Anm. Schon bey dem Kero, Ottfried u.s.f. thaz Vbilo, Man muß dieses Wort nicht mit dem Neutro des vorigen verwechseln, wenn dasselbe Substantive gebraucht wird.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Das Übel — ist in der Philosophie ein Begriff, der alles bezeichnet, was dem Guten entgegengesetzt ist. Es ist vom Bösen zu unterscheiden, mit dem es häufig verwechselt wird. Übel ist der allgemeinere Begriff, der das Böse umfasst. Alles Böse gehört zum… …   Deutsch Wikipedia

  • Übel — Übel, das; s, ; das ist von, gehoben vom Übel …   Die deutsche Rechtschreibung

  • übel — schlimm; schlecht; böse; hundsmiserabel (umgangssprachlich); mulmig (umgangssprachlich); speiübel (umgangssprachlich); elend; kotzübel ( …   Universal-Lexikon

  • Übel — Teufelei; Böses; Übeltat; Schurkerei; Gemeinheit * * * übel [ y:bl̩] <Adj.>: 1. moralisch schlecht, fragwürdig: eine üble Gesellschaft; einen üblen Ruf haben. Syn.: ↑ abscheulich, ↑ arg (geh., veraltet), ↑ …   Universal-Lexikon

  • Das Gesetz — Mose betet für den Sieg gegen die Amalekiter. Solange er die Arme hebt, siegen die Hebräer; sobald er sie sinken lässt, siegen die Gegner. Da die Schlacht einen ganzen Tag lang andauert, müssen Moses Arme gestützt werden. Gemälde von John Everett …   Deutsch Wikipedia

  • Übel — Übel, er, ste, adj. et adv. überhaupt dem Willen eines vernünftigen Geistes zuwider und darin gegründet, da es denn bald dem wohl, bald auch dem gut entgegen stehet. In engerer Bedeutung. 1) Man sagt, es ist mir übel, wenn man eine unangenehme… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Übel — Das kleinere Übel wählen. Im ›Protagoras‹ des Plato sagt Sokrates: »Dyoin kakoin ... oydeis to meizon ai phsetai exon to elatton« (= Von zwei Übeln wird niemand das größere wählen, wenn er das kleinere wählen kann); vgl. auch Aristoteles ›Nikom.… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Das kleinere Übel — Das Übel ist ein Mangel am ontologisch Guten. Häufig wird es mit dem Bösen verwechselt. Während das Böse ein Mangel an ethisch Gutem ist, ist das (physische) Übel nur ein seinsmäßiger Mangel, also etwa eine Sehschwäche oder ein gebrochenes Bein.… …   Deutsch Wikipedia

  • Das Böse — (ahd. bôsi, von germanisch *bausja „gering, schlecht“, genaue Etymologie unklar)[1] ist der Gegenbegriff zum Guten und ein zentraler Gegenstand der Religion, Religionswissenschaft, Kulturwissenschaft, Religionsphilosophie, und philosophischer… …   Deutsch Wikipedia

  • übel — • übel – üble Nachrede; übler Ruf – die Verhältnisse sind hier am übelsten – ich habe nicht übel Lust, das zu tun (ich möchte es tun) – wir wurden übelst beschimpft – beinahe hätte ich mich übelst blamiert Großschreibung {{link}}K 72{{/link}}: –… …   Die deutsche Rechtschreibung

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