Verschonen


Verschonen

Verschonen, verb. regul. act. einer Person oder Sache ein bereits zugedachtes Übel nicht zufügen, wo es auf doppelte Art gebraucht wird. 1. Mit der zweyten Endung der Person, welche Wortfügung im Oberdeutschen und in der höhern Schreibart der Hochdeutschen am üblichsten ist. Der Herr verschonete des Loths, 1 Mos. 19, 16. Er verschonete nicht seines eigenen Sohnes, Röm. 8, 32. Nicht der Engel, die gesündigt haben, 2 Pet. 2, 4. Und so in andern Stellen mehr, wo verschonen eigentlich für das einfache schonen stehet. Da ward der Stadt verschont, Walser. Eine ganz ungewöhnliche Wortfügung ist es, wenn es Hiob. 33, 18 heißt, und verschonet seiner Seelen vor dem Verderben, und seines Lebens, daß es nicht ins Schwerd falle, ingleichen, wenn es Judith 2, 6 mit der dritten Endung gebraucht wird: du sollt keinem Reiche verschonen. 2. Mit der vierten Endung der Person, da denn das Übel vermittelst des Vorwortes mit ausgedrücket wird. Ein Land im Kriege verschonen. Das Land ist im Kriege verschonet geblieben. Das Feuer hat mein Haus verschonet. Es kann keiner verschont bleiben. Jemanden mit der Arbeit, mit der Strafe, mit den Abgaben verschonen. Ingleichen im weiterm Verstande. Verschonen sie mich mit dergleichen Verdacht, mit solchen Reden.

Daher das Verschonen und die Verschonung.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • verschonen — V. (Aufbaustufe) einer Sache keinen Schaden zufügen, etw. nicht beschädigen Synonyme: auslassen, unversehrt lassen Beispiele: Der Hurrikan hat die Stadt nicht verschont. Niemand ist vom Krieg verschont geblieben …   Extremes Deutsch

  • verschonen — a) aussparen, begnadigen, Gnade gewähren, keinen Schaden zufügen, nichts [Böses] tun, unversehrt lassen; (südd., österr.): auslassen. b) ersparen, fernhalten, nicht behelligen, nicht belästigen, schenken, sparen; (ugs.): in Ruhe lassen, vom Hals… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • verschönen — ver·schö̲·nen; verschönte, hat verschönt; [Vt] jemandem / sich etwas (mit etwas) verschönen jemandem / sich etwas angenehmer machen (indem man etwas tut, das Freude macht): sich den Tag mit einem Besuch bei Freunden verschönen …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • verschonen — schonen; (jemandem etwas) ersparen * * * ver|scho|nen [fɛɐ̯ ʃo:nən] <tr.; hat: davon absehen, (jmdm.) etwas Schlimmes anzutun; einer Sache keinen Schaden zufügen: der Sturm hat kein Haus verschont; bisher sind wir von der Seuche verschont… …   Universal-Lexikon

  • verschonen — ver·scho̲·nen; verschonte, hat verschont; [Vt] 1 jemand / etwas verschont jemanden / etwas jemand / etwas tut jemandem nichts Böses / etwas zerstört etwas nicht: Das schwere Erdbeben hat nur wenige Häuser verschont 2 jemand / etwas bleibt (von… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • verschonen — ver|scho|nen ; jemanden verschonen …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Verschonen — 1. Verschonen, wo man tödten kann, zeigt mehr als Seelenadel an. *2. Verschone mich nur mit deinem bösen Geruche, ich bedarf deiner Wohlgerüche nicht. Lege deine Grobheit ab, ich verlange keine Artigkeiten. Der Ehemann zu seiner Frau hinter den… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • verschonen — verschone …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • verschönen — verschöne‹r›n ↑ schön …   Das Herkunftswörterbuch

  • verschönen — ver|schö|nen; sie hat [mir] das Fest verschönt …   Die deutsche Rechtschreibung


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