Verzweifeln


Verzweifeln

Verzweifeln, verb. regul. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, ob es gleich im Perfecto und Plusquamperfecto seltener gebraucht wird, alle Hoffnung zu etwas aufgeben, für unmöglich halten. Ich fange nun an zu verzweifeln, daß ich es bekommen werde. Am häufigsten mit dem Nennworte und dem Vorworte an. An etwas verzweifeln. An jemandes Besserung, an seinem Glücke, an Gottes Gnade, an sich selbst verzweifeln. Sie verzweifelten an seinem Leben, 2 Macc. 9, 18; sie gaben alle Hoffnung dazu auf. Im engsten Verstande verzweifelt man, wenn man die Unmöglichkeit der Besserung seines Zustandes auf das lebhafteste empfindet. Verzweifle unter den Martern einer verachteten Liebe! So auch die Verzweifelung, besonders in der letzten engern Bedeutung, der hohe Grad der Unlust über die erkannte Unmöglichkeit der Besserung seines Zustandes. In Verzweifelung fallen, gerathen.

Anm. Ver scheinet hier eine intensive Bedeutung zu haben, so daß verzweifeln den höchsten Grad des Zweifelns bezeichnen würde. Den ältesten Oberdeutschen Schriftstellern scheinet dieses Wort nicht bekannt gewesen zu seyn, indem Kero dafür farwannan, Notker aber für Verzweifelung Ferchunst gebraucht. Aichinger und andere Oberdeutsche Sprachlehrer sagen, man gebrauche dieses Zeitwort mit beyden Hülfswörtern, sowohl mit haben, als mit seyn; allein im Hochdeutschen ist das letztere nicht üblich.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • verzweifeln — verzweifeln …   Deutsch Wörterbuch

  • verzweifeln — ↑ Zweifel …   Das Herkunftswörterbuch

  • verzweifeln — V. (Aufbaustufe) die Hoffnung aufgeben, dass etw. geschieht Synonyme: mutlos sein, ratlos sein, verzagen (geh.), resignieren (geh.) Beispiele: Sie ist an seiner Liebe verzweifelt. Sie war über den Tod ihres Sohnes verzweifelt …   Extremes Deutsch

  • verzweifeln — verzagen; hoffnungslos sein * * * ver|zwei|feln [fɛɐ̯ ts̮vai̮fl̩n], verzweifelte, verzweifelt <itr.; ist: (in einer schwierigen Situation) jede Hoffnung, Zuversicht verlieren; keinen Ausweg mehr sehen: der Kranke wollte schon verzweifeln, als… …   Universal-Lexikon

  • verzweifeln — ver·zwei·feln; verzweifelte, ist verzweifelt; [Vi] (an jemandem / etwas) verzweifeln die Hoffnung völlig verlieren, dass jemand / etwas besser wird <an den Menschen, am Leben verzweifeln>: Sie war ganz verzweifelt, weil sie ihre Schulden… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • verzweifeln — alle Hoffnung fahren lassen, aufgeben, den Glauben/die Hoffnung/den Mut verlieren, sich die Haare raufen, die Hände ringen, hoffnungslos sein, keinen Ausweg sehen, keinen Rat wissen, mit seinem Latein/seiner Weisheit am Ende sein, mutlos sein,… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Verzweifeln — 1. Verzweifeln schneidet alle Hoffnung auf Besseres ab. – (Körte2, 7910.) Frz.: Vertu croist en desespoir. Lat.: Auget desperatio virtutem. (Bovill, II, 16.) 2. Verzweifelt wird verteufelt. Treibe niemand bis zum Aeussersten, öffne dem Feinde die …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • verzweifeln — ver|zwei|feln ; ich verzweif[e]le; {{link}}K 82{{/link}}: es ist zum Verzweifeln …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Arbeiten und nicht verzweifeln —   Diese Maxime ist eine Rückübersetzung aus dem Englischen. Der schottische Essayist und Historiker Thomas Carlyle (1795 1881) schloss seine Antrittsrede als Rektor der Universität Edinburgh 1866 mit seiner Übersetzung des Logengedichts… …   Universal-Lexikon

  • Baum — azyklischer, zusammenhängender Graph * * * Baum [bau̮m], der; [e]s, Bäume [ bɔy̮mə]: großes Gewächs mit einem Stamm aus Holz, aus dem Äste wachsen, die sich in Zweige (mit Laub oder Nadeln) teilen: die Bäume schlagen aus, blühen, lassen ihre… …   Universal-Lexikon


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