Vorwenden


Vorwenden

Vorwênden, verb. regul. & irregul. act. S. Wenden, welches nur im figürlichen Verstande gebraucht wird, zur Ursache, zum Bewegungsgrunde anführen, wo es allemahl den Nebenbegriff einer, entweder erdichteten oder verdächtigen, oder doch nicht hinlänglichen Ursache bey sich führet. Siehe auch Vorgeben und Vorschützen. Eine Unpäßlichkeit vorwenden, zur Entschuldigung anführen. Er wandte vor, die Zeit sey dazu zu kurz gewesen. Der machte sich bald auf, und wendete vor, er müßte Renten einnehmen, 2 Macc. 3, 8. Daher die Vorwendung. Siehe auch Vorwand.

Anm. Es liegt hier eben die Figur zum Grunde, wie in vorschützen, daher es irrig ist, wenn einige es nach Oberdeutscher Sitte fürwenden geschrieben und gesprochen wissen wollen.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • vorwenden — vor|wen|den <unr. V.; hat (selten): als Vorwand gebrauchen. * * * vor|wen|den <unr. V.; hat (selten): als Vorwand gebrauchen …   Universal-Lexikon

  • Vorgeben — Vorgêben, verb. irregul. act. S. Geben, welches nach Maßgebung der Partikel vor in verschiedenen Bedeutungen gebraucht wird. 1. Von vor, eher, der Zeit nach, wäre vorgeben, eher geben, im Gegensatze des nachgeben; welche Bedeutung aber wenig… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Vorwand — Ausflucht; Notlüge; Entschuldigung; Ausrede; Deckmantel; Scheingrund * * * Vor|wand [ fo:ɐ̯vant], der; [e]s, Vorwände [ fo:ɐ̯vɛndə]: nicht zutreffender, nur vorgegebener, als Ausrede benutzter Grund: er findet immer irgendeinen Vorwand, um sie in …   Universal-Lexikon

  • Vorschützen — Vorschützen, verb. regul. act. eigentlich, als einen Schutz, eine Schutzwehre vor sich her aufführen. Man gebraucht es am häufigsten im figürlichsten Verstande, als eine Entschuldigung, als eine Rechtfertigung anführen, ohne zu entscheiden, ob… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Vorwand, der — Der Vorwand, des es, plur. die wände, von dem Zeitworte vorwenden, dasjenige, was vorgewendet wird, eine erdichtete, ungegründetet, oder doch verdächtige Ursache. Unter dem Vorwande der Selbstbeschützung zu den Waffen greifen. Die Religion muß… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Vorwand — »vorgeschützter Grund«: Das seit dem 15. Jh. vorwiegend als Wort der Rechtssprache bezeugte Substantiv ist zu dem heute veralteten Verb vorwenden »vorbringen, einwenden« gebildet (vgl. ↑ wenden). Es hatte ursprünglich die neutrale Bedeutung… …   Das Herkunftswörterbuch


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