Waare, die


Waare, die

Die Waare, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, eine jede bewegliche leblose Sache, so fern sie ein Gegenstand des Handels ist, d.i. verkauft und gekauft wird. Am häufigsten gebraucht man es von solchen Gegenständen, welche durch die Kunst hervor gebracht sind. Hölzerne Waare, Eisenwaare, baumwollene, seidene Waaren. Aber auch oft von bloßen Erzeugnissen. Grüne Waare, Gartengewächse, als ein Gegenstand des Handels. In Westphalen heißen alle Erzeugnisse des Bodens Waare, daher man daselbst Erdwaare und Holzwaare hat. Sprichw. Jeder Kramer lobt seine Waare; gute Waare rühmt sich selbst; gute Worte verkaufen böse Waare.

Anm. Im Niederdeutschen und Englischen gleichfalls Ware, im Schwedischen und Isländischen wara. Die Abstammung und erste Bedeutung dieses vermuthlich sehr alten Wortes lässet sich nur errathen. Im Isländischen ist noch das Verbum werja, verkaufen, üblich. Das doppelte a ist nicht so wohl ein Zeichen der Dehnung, welches hier überflüßig scheinen könnte, weil der folgende einfache Consonant dieselbe schon hinlänglich bezeichnet, und da, wo sie noch besonders angedeutet werden soll, das h eingeführet ist; sondern vielmehr ein bloßes Hülfsmittel, diesem Worte, als dem Ausdrucke eines vollständigen sehr bestimmten Begriffes, ein wenig mehr Körper zu geben, welches besonders zu der Zeit nöthig scheinen konnte, da das e am Ende nur selten mit ausgedruckt wurde; die Waare für das ehemahlige die War. Jetzt, da das End e allgemein üblich ist, und dem Worte schon körperlichen Umfang genug gibt, könnte man es hier freylich eben so gut entbehren, als in Wage, und andern ähnlichen.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Material Waare, die — Die Materiāl Waare, plur. die n, rohe und seltene Waaren aus dem Mineral und Pflanzenreiche, so wie sie in den Küchen, Apotheken, von den Färbern, Mahlern u.s.f. weiter verarbeitet werden; wohin die Spezereyen, Gewürze, rohe Farbenkörper u.s.f.… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Waare — 1. Alte Wahr gilt nichts. – Lehmann, 6, 7. Schwed.: Gamla waror gjälla intet mycket. (Grubb, 244.) 2. Alze frinj Wôr gît nit af. (Siebenbürg. sächs.) – Schuster, 346. 3. An böser wahr ist nichts zu gewinnen. – Lehmann, 99, 31; Eyering, II, 497;… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Waare — Waare, 1) jedes verkäufliche bewegliche Gut, Alles, was Gegenstand des Handels wird, namentlich leblose Gegenstände, bes. 2) Erzeugnisse der Kunst u. Natur, welche gewöhnlich in den Handel kommen, wie Specerei (Material ), Apotheker (Droguerie ) …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Waare — jeder verkäufliche Gegenstand; besonders die verkäuflichen Kunsterzeugnisse …   Herders Conversations-Lexikon

  • Güte, die — Die Güte, plur. car. das Abstractum des Bey und Nebenwortes gut. 1. Absolute, das Verhältniß der innern Beschaffenheit einer Sache gegen die Absicht des Subjectes, und gegen ihre Bestimmung oder ihren Endzweck. Die Güte eines Zeuges, einer Waare… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Abnahme, die — Die Abnahme, plur. inusit. 1) Das Abnehmen in einigen Bedeutungen des Neutrius, der Zustand der Verminderung an innerer Stärke. Die Abnahme des Gedächtnisses, des Gesichtes. Die Abnahme der Kräfte, und an Kräften. Die Abnehme am Fleiße, an Tugend …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Theuerung, die — Die Theuerung, plur. die en, von dem veralteten Zeitworte theuern, theuer machen, welches noch in vertheuern üblich ist, oder vielmehr unmittelbar von theuer und der Ableitungssylbe ing oder ung. Es ist nur in der vierten Bedeutung des Beywortes… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Eisenwaare, die — Die Eisenwaare, plur. die n, eine jede Waare von Eisen, eisernes Geräthe, als eine Waare betrachtet. Mit Eisenwaaren handeln …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Hand, die — Die Hand, plur. die Hände, Diminut. das Händchen, Oberd. Händlein. 1. Eigentlich. Dasjenige Gliedmaß der Menschen und Thiere, womit sie andere Dinge ergreifen und halten. 1) Im weitesten Verstande, in welchem nur noch die Füße der Falken bey den… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Accise, die — Die Accīse, plur. inusit. 1) Überhaupt eine obrigkeitliche Auflage auf Lebensmittel und solche Waaren, welche sich durch den Gebrauch abnützen lassen, wenn sie in ein Land, oder in eine Stadt eingeführet werden. Besonders, so wohl die Abgabe von… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart


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