Überschwänklich

Ǘberschwnklich, adj. et adv. von dem vorigen Zeitworte überschwanken, eigentlich so, daß es überschwanket, in reichem Maße überfließet. Es wird indessen nur in figürlichem Verstande fast so wie überflüssig gebraucht, in überaus reichem Maße, ob es gleich auch hier im Hochdeutschen wenig mehr gebraucht wird. Die Gerechtigkeit kommt überschwänglich, Es. 10, 22. Überschwängliche Klarheit, 2 Cor. 3, 9. 10. Die überschwängliche Größe der Kraft, Ephes. 1, 19. Der überschwängliche Reichthum der Gnade Gottes, Kap. 2, 4. Und so in andern Stellen mehr, wo es ein ungewöhnlich reichliches Maß bedeutet. Da dieses Wort von überschwanken herkommt, so siehet man bald, daß die Schreibarten überschwänglich und überschwenglich unrichtig sind. Notker gebraucht dafür ubersueifig, von schweifen, schwanken.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • Überschwang, der — Der Ǘberschwang, (richtiger Überschwank,) des es, plur. car. ein im Hochdeutschen unbekanntes Wort für Überfluß. Ihr Überschwang diene eurem Mangel, 2 Cor. 8, 14. S. Überschwänklich …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schweifen — Schweifen, verb. reg. welches als ein Intensivum von schweben angesehen werden kann, und in einer doppelten Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte seyn, wo es eigentlich bedeutet, sich in einem weiten Raume hin und her bewegen …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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