Johannes, S. (175)

Johannes, S. (175)

175S. Johannes wird in der Einleitung (Tract. praelim.) zum I. Bande des Juli als ein Neffe des hl. Anastasius angegeben. Dieser von dem Bollandisten Janning verfaßte Tractat (S. 1–72) führt die Aufschrift: De Sanctis 12 Sociis, und werden in ihr dem hl. Anastasius 2 Söhne, nämlich die hhl. Eutitius (Eutychius) und Brictius, dann 9 Neffen zugeschrieben, nämlich die hhl. Johannes, Theudila, Isaak, Abundius, Carpophorus, Laurentius, Proculus, Herculanus und Baractalis. Diese »hl. 12 Genossen« sollen Alle aus Syrien nach Umbrien, namentlich nach Spoleto, gekommen seyn, dort das Evangelium gepredigt und dann theilweise bei Foligno am 10. December den Martyrtod erlitten haben; doch seien in den betreffenden Acten, welche S. 9 bis 15 gegeben werden, von dem ungeschickten Compilator mehrere Heilige zusammengestellt worden, die sonst weit auseinander liegen und gar nicht miteinander verwandt sind etc. Nachdem Janning im Allgemeinen über die Namen-Varianten, sowie über die Zeit, welche nicht vor dem 4. Jahrhunderte treffen könne, und über die Oertlichkeiten etc. Mehreres angeführt, unterwirft er die Acten selbst einer strengen Kritik (S. 16 bis 72), deren Resultat Folgendes ist: 1) Der hl. Anastasius, welcher als angeblicher Vater an der Spitze steht, ist nicht unser S. Anastasius31, mit welchem ihn Jacobillus vermengte, auch nicht S. Anastasius24, sondern ein ganz Anderer, von dem man aber Näheres nicht angeben kann, da er in keinem Martyrologium sich findet. 2) Der hl. Euticius war ein Einsiedler bei Norcia, welchen wir als S. Eutychius12 haben. 3) Der hl. Brictius war nicht der erste Bischof von Spoleto, wie Jacobillus will, sondern wahrscheinlich Jener, den wir als S. Brictius1 haben. 4) Von unserem hl. Johannes heißt es in den Acten (S. 17), der hl. Brictius habe ihn zum Bischof von Spoleto consecrirt; als solcher habe er alle Götzenbilder vernichtet und auf dem benachbarten Berge dem hl. Petrus eine große Kirche erbaut. Doch Janning sucht unter Verwerfung mehrerer Angaben des Jacobillus nachzuweisen, daß er kein Anderer sei, als unser S. Johannes35. 5) Der hl. Laurentius war nicht Bischof von Spoleto, auch nicht von Sabina, sondern ist ein Anderer, der in den ältern Matyrologien nicht genannt wird. 6) Der hl. Herculanus ist Der, den wir als S. Herculanus7 haben. 7) und 8) Bezüglich der hhl. Carpophorus8 und Abundius7, auch Habundius genannt, gilt das in unserm Heiligen-Lexikon Bd. I. S. 564 Gesagte. 9) Der hl. Proculus ist kein Anderer, als der, welcher am 1. December auch im Mart. Rom. als Bischof von Narni vor kommt. 10) Der hl. Isaak ist unser S. Isaac3. 11) Der hl. Baractalis, auch Paractatis, und am 19. Juli (IV. 578) als Parietalis angegeben, ist der von uns Bd. I. S. 380 aufgeführte S. Baractalis, von welchem die Bollandisten am 9. Oct. (IV. 994) sagen, daß sie inzwischen Weiteres nicht haben finden können. 12) Der hl. Theudila oder Teudilla, am 19. Juli (IV. 578) auch als Teudilius angegeben, steht ebenfalls in keinem Matyrologium; doch findet sich in den Acten des hl. Bischofs Chrispolytus von Bettona im Kirchenstaate eine Schwester desselben Namens Teutilia oder Teutilla, welche der Compilator zu den »12 Genossen« gesetzt zu haben scheint, während dieselbe anderswo als Teuletus und Tutela gefunden wird. Vgl oben S. Chrispolitus (Bd. I. S. 603) und S. Chryspolitus (S. 618). Wer Näheres hierüber zu wissen verlangt, möge den oben bezeichneten Tractat des Bollandisten Janning selbst nachsehen. †



http://www.zeno.org/Heiligenlexikon-1858. 1858.

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