Sophronius, S. (2)

Sophronius, S. (2)

2S. Sophronius, Patr. Conf. (11. März). Dieser berühmte Heilige war zu Damascus geboren. Seine Eltern hießen Plinthas und Myro(ne). Sie schickten ihn behufs gründlicher Ausbildung an die berühmtesten Lehranstalten jener Zeit. Er machte sich, wie aus seinem Beinamen »Sophist« zu schließen ist, mit der griechischen Philosophie wohl bekannt, und hielt sich zu diesem Zwecke theils zu Jerusalem, theils zu Alexandria in Aegypten auf. Mit den Studien, die er so eifrig trieb, daß er dem Erblinden nahe war, verband er von Jugend auf das eifrigste Streben nach Frömmigkeit und Abtödtung, weßhalb er in seinem Vaterlande und in Aegypten sich mit den Grundsätzen und der Lebensweise der damaligen frommen Einsiedler auch in Oberägypten bekannt und vertraut machte. In Alexandria trat er in den Mönchsstand. Eben daselbst wurde er mit dem hl. Johannes, dem Almosengeber, innig befreundet. Unter dem Papste Deusdedit besuchte er auch die Stadt Rom, welche damals wie jetzt als der Mittelpunkt der Christenheit in Verehrung stand. Es ist kein Zweifel, daß er hier in seinem Eifer für die Reinheit des Glaubens so ergriffen und begeistert wurde, daß er, ein festes Bollwerk gegen die Ketzer seiner Zeit, mit unverzagtem Muthe allen Irrlehren entgegentrat. Er kam um d. J. 620 wieder nach Palästina zurück, und setzte seine Thätigkeit als Beistand der rechtgläubigen Bischöfe gegen die Verstellungskünste der Ketzer fort. Man wählte ihn im J. 634 als Nachfolger des Modestus zum Patriarchen von Jerusalem. Seine erste Sorge war, nach seiner Besitznahme des bischöflichen Stuhles alle ihm untergeordneten Bischöfe zu einem Concilium zu versammeln, um den Monotheletismus zu verdammen. Zu gleicher Zeit verfaßte er ein Synodalschreiben. worin er eine Darstellung des kathol. Glaubens lieferte, das er durch den Diacon Leontius an der Auferstehungskirche an den Papst Honorius und den Patriarchen Sergius von Constantinopel, an dessen Rechtgläubigkeit damals noch Niemand zweifelte, übersandte. Dieses Sendschreiben wurde später (im J. 680), auf dem sechsten allgemeinen Concil vorgelesen und gut geheißen. Den Bischof Stephanus von Dora sendete er nach Rom an den Papst Honorius, um ihn zu gleicher Thätigkeit zu bestimmen. Diese Bemühungen führten aber erst unter Papst Martinus I. zum Ziele, welcher dieser Ursache wegen im J. 649 das erste Concilium im Lateran versammelte. Unterdessen hatte der hl. Sophronius Vieles von den Sarazenen zu erdulden, die im J. 636 die Stadt Jerusalem belagerten und im folgenden Jahre von derselben Besitz nahmen. Omar, der an der Spitze der Ungläubigen stand, entweihte die heiligen Orte und begann an der Stelle des salomonischen Tempels eine Moschee zu bauen. Der Heilige beweinte, wie ehemals Jeremias, die Verwüstung der heiligen Stadt, und arbeitete aus allen Kräften, die Zerstreuung seiner Heerde zu verhindern. Er wachte unermüdet in sorgfältiger Liebe, daß den Unglücklichen keine Hilfe sowohl für den Leib, als für die Seele ermangelte; und mehr als einmal setzte er sein Leben, bei dringender Noth seiner Kirche, der Todesgefahr aus. Endlich aber nahm ihn Gott aus der Mitte der Gottlosen hinweg, um ihn der Freuden seiner Auserwählten theilhaftig zu machen. Er starb nach dreijähriger Amtsführung am 11. März des J. 638. Andere setzen seinen Tod etwas später. Seine Schriften (vgl. W.-W. K.-L. X. 249) bestehen außer dem obenerwähnten Synodalschreiben in einigen Homilien und kleineren Abhandlungen. Wie er vom römischen Stuhle dachte, sieht man aus den ihm (in den griech. Menäen) beigelegten Worten: »Hier befinden sich die Grundpfeiler der ächten Lehre.« Er findet sich als Bischof, in einem Buche schreibend, abgebildet. (II. 65–72)



http://www.zeno.org/Heiligenlexikon-1858. 1858.

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