Albertus de Ogna, S. (4)

4S. Albertus de Ogna Agric. (7. Mai). Der hl. Albert war ein Bauersmann aus Ogna bei Bergamo in Obertalien und wurde von seinen Eltern überaus fromm und gottesfürchtig erzogen. Wiewohl er keinem Orden angehörte, sondern in der Welt unter seinen Dorfbewohnern lebte, so zeichnete er sich doch durch seine Tugendhaftigkeit und ächt christlichen Wandel vor Allen aus und erfüllte auf's Genaueste die Pflichten seines Berufes, wobei er die Uebungen der Gottseligkeit nicht unterließ, sondern sie, unbeschadet seiner Berufspflichten, auf's Eifrigstebesorgte. Da er in seiner Ehe keine Kinder hatte, so verwendete er sein Vermögen zu Almosen für die Armen, weßhalb er von seinem Weibe viel auszustehen hatte. Allein er ließ sich dadurch nicht abhalten, nach seinem frommen Sinne zu verfahren, und diese Standhaftigkeit in Unterstützung der Armen wurde dadurch vom Himmel belohnt, daß oftmals die Gaben, welche er den Armen gebracht hatte, sich vervielfältigt in seinem Hause wieder vorfanden. In seinem Eifer für göttliche Dinge machte er eine Wallfahrt nach Rom, auf der er sich den nöthigen Unterhalt unterwegs durch seiner Hände Arbeit verschaffte. Dabei fehlte es ihm nicht an göttlicher Hilfe. Weil ihm die Handarbeitungemein leicht von Statten ging und er doppelt so viel arbeitete als die Uebrigen, zog er sich den Neid seiner Arbeitsgenossen zu. Sie suchten ihm daher gar oft einen Streich zu spielen, aber vergeblich. So geschah es denn einmal, daß er mit ihnen auf der Wiese mähte und es darin Allen zuvorthat. Da legten sie Steine in das Gras, damit die Schärfe seiner Sense verdorben werden sollte; allein er durchschnitt mit dieser zu ihrer Beschämung und Verwunderung die Steine so leicht, wie wenn sie gar nicht vorhanden oder wie wenn sie Gras gewesen wären. Auf seiner Rückreise aus Rom kam er an den Po, und da eben kein Schifflein vorhanden war um überzusetzen, breitete er seinen Mantel über das Wasser, machte das hl. Kreuzzeichen und ging trockenen Fußes über dasselbe. Allem Anscheine nach ging er nicht mehr in seine Heimat zurück, sondern blieb in Cremona, wo er sich an den hl. Homobonus anschloß und fortfuhr, mit Händearbeit sein Brod zu verdienen. Hier war es, wo er ein Glas, das eine Magd zerbrochen hatte, durch sein Gebet wieder ganz machte, und den Wein, der auf dem Boden wie zu einer Eisscholle geronnen war, wieder hineinbrachte. Als er in eine tödtliche Krankheit verfiel und es mit ihm zum Sterben kam, der Priester aber mit dem hl. Sakramente zu lange auf sich warten ließ, kam eine Taube herangeflogen und reichte ihm in ihrem Schnabel die hl. Hostie. Er starb zu Cremona am 7. Mai 1190 unter dem wunderbaren Zusammenläuten aller Glocken der Stadt, die sich ohne irgend eines Menschen Zuthun von selbst in Bewegung setzten, und wurde in der Kirche des hl. Matthias, wo ihm die Engel das Grab bereitet hatten, unter den größten Ehrenbezeugungen begraben. Hier ruht heute noch sein hl. Leib, da nur eine Schulter in seinen Geburtsort Ogna abgegeben wurde. Wegen der vielen Wunder, die an seinem Grabe geschahen, wurde er vom Papst Johannes XXI., der nur 8 Monate (vom 8. Sept. 1276 bis 21. Mai 1277) die Kirche regierte, heilig gesprochen. Nach Migne wurde seine Verehrung von Papst Benedict XIV. am 9. Mai 1749 bestätigt; warum aber dieser Hagiolog auch den 13. Mai als Tag seiner Verehrung bezeichnet, konnten wir nicht finden, es müßte nur an diesem Tage eine Translation gefeiert werden. Uebrigens rechnet derselbe Schriftsteller unsern Heiligen zu den »Seligen«, was nach den Bollandisten, die ihm den Titel »heilig« geben, nicht richtig ist.



http://www.zeno.org/Heiligenlexikon-1858. 1858.

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