Abeken


Abeken

Abeken, 1) Bernhard Rudolf, Philolog, geb. 1. Dez. 1780 zu Osnabrück, gest. daselbst 24. Febr. 1866, studierte Theologie in Jena, ward 1808 Leb rer der Söhne Schillers, 1810 Konrektor in Rudolstadt, 1815 Konrektor und 1841 Rektor am Gymnasium zu Osnabrück. Er gab die Werke J. Mösers (s. d.) heraus und schrieb: »Cicero in seinen Briefen« (Hannov. 1835); »Goethe in den Jahren 1771–1775« (2. Aufl., das. 1865) u.a.

2) Heinrich, Neffe des vorigen, geb. 19. Aug. 1809 zu Osnabrück, gest. 8. Aug. 1872 in Berlin, studierte 1827–31 in Berlin Theologie, ward 1834 preußischer Gesandtschaftsprediger in Rom, 1841 in London auf Befehl Friedrich Wilhelms IV. zur Ausführung des geplanten evangelischen Bistums in Jerusalem tätig, begleitete 1842 Lepsius nach Ägypten und Äthiopien und ward 1848 im preußischen Ministerium des Auswärtigen angestellt, dem er seit 1853 als Geheimer Legationsrat angehörte. A. wurde als Mitglied des Auswärtigen Amts von Bismarck mit Vorliebe mit der Abfassung diplomatischer Schriftstücke beauftragt, stand aber auch bei König Wilhelm in hohem Ansehen. Oft mußte er den König auf seinen Sommerreisen als Vertreter des Auswärtigen Amts begleiten und war als solcher auch im Juli 1870 zu Ems tätig. Im Hauptquartier des Königs, dem er während des Krieges 1870/71 folgte, kam seine vermittelnde Natur mehrfach zur Geltung. Von ihm stammt die anonyme Schrift gegen die Gräfin Hahn-Hahn: »Babylon und Jerusalem« (Berl. 1851). Eine Biographie von A., die durch die Briefe aus dem Hauptquartier 1870/71 wertvoll ist, gab seine Witwe, Hedwig A., geborne v. Olfers, heraus (»Heinrich A., ein schlichtes Leben in bewegter Zeit«, Berl. 1898).

3) Christian Wilhelm Ludwig von, sächs. Justizminister, Neffe von A. 1), geb. 26. Nov. 1826 zu Dresden, gest. daselbst 18. Okt. 1890, studierte 1845–48 in Leipzig und Heidelberg die Rechte, ward 1856 Staatsanwalt in Borna, 1858 Bezirks-, 1863 Appellationsgerichtsrat in Dresden, 1866 Rat im Justizministerium, 1871 Justizminister und Mitglied des Bundesrats, 1878 geadelt.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Abeken — ist der Nachname folgender Personen: Bernhard Abeken (1826–1901), deutscher Schriftsteller und Politiker Bernhard Rudolf Abeken (1780–1866), deutscher Philologe Christian Wilhelm Ludwig von Abeken (1826–1896), deutscher Politiker Heinrich Abeken… …   Deutsch Wikipedia

  • Abeken — may refer to:*Bernhard Rudolf Abeken (1780 1866), German philologist and literature historian. *Heinrich Abeken (1809 1872), German theologian and Prussian diplomat *Hermann Abeken (1820 1854), German political writer and statistician *Wilhelm… …   Wikipedia

  • Abeken — Abeken, 1) Bernh. Rud., geb. 1780 zu Osnabrück, studirte zu Jena Theologie, ward 1802 Hauslehrer in Berlin, unterrichtete seit 1808 eine Zeitlang die Söhne Schillers, ward 1811 Lehrer an dem Gymnasium zu Rudolstadt u. 1815 Professor u. später… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Abeken — Abeken, Hermann, jüngerer Bruder von A. 2), war Vorstand des Statistischen Bureaus in Hannover u. st. daselbst 24. April 1854; er schr.: Die amerikanische Negersklaverei u. die Emancipation, Berl. 1847; Der Eintritt der Türkei in die europäische… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Abeken — Ạbeken,   Heinrich, Theologe, * Osnabrück 19. 8. 1809, ✝ Berlin 8. 8. 1872; 1834 Prediger an der preußischen Gesandtschaft in Rom; 1848 Eintritt ins Auswärtige Amt, wo er nach 1862 als Mitarbeiter O. von Bismarcks das »unvergessliche und… …   Universal-Lexikon

  • Heinrich Abeken — Heinrich Johann Wilhelm Rudolf Abeken (* 19. August 1809 in Osnabrück; † 8. August 1872 in Berlin) war ein deutscher Theologe und preußischer Wirklicher Geheimer Legationsrat. Heinrich Abeken wurde am 19. August 1809 in Osnabrück als Sohn von… …   Deutsch Wikipedia

  • Heinrich Abeken — (August 19 1809 ndash; August 8 1872), German theologian and Prussian Privy Legation Councillor in the Ministry of Foreign Affairs in Berlin, was born and raised in the city of Osnabrück as a son of a merchant, he was incited to a higher… …   Wikipedia

  • Bernhard Rudolf Abeken — (* 1. Dezember 1780 in Osnabrück; † 24. Februar 1866 ebd.) war ein deutscher Philologe und Schulmann. Bernhard Rudolf Abeken studierte Theologie in Jena, war 1808 Lehrer der Söhne Schillers, wurde 1814 Konrektor, 1841 Rektor am Ratsgymnasium… …   Deutsch Wikipedia

  • Hermann Abeken — (* 27. Juni 1820 in Osnabrück; † 27. April 1854 in Hannover) war ein deutscher Autor und Politiker. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Schriften (Auswahl) 3 Literatur …   Deutsch Wikipedia

  • Bernhard Abeken — (* 27. März 1826 in Braunschweig; † 1. April 1901 ebenda; Pseudonym Ernst Andolt) war ein deutscher Schriftsteller, Jurist und Politiker. Inhaltsverzeichnis 1 Leben und Werk 1.1 Politische Tätigkeit …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.