Rinde


Rinde

Rinde (Cortex), der nach außen von dem Hautgewebe überdeckte, nach innen von dem Kambium begrenzte Gewebemantel im Sproß und in der Wurzel der Gefäßpflanzen. Man unterscheidet bei Holzgewächsen die primäre R. (Außenrinde), die aus dem Grundgewebe des Vegetationspunktes hervorgegangen ist, und die sekundäre R. (Innenrinde), die von dem Siebteil der Leitbündel und den durch die Tätigkeit des Kambiums hinzugefügten Elementen gebildet wird. Im Alter werden vielfach die Rinden durch fortschreitende Borkenbildung ihrer äußern Schichten beraubt, während neue Schichten von innen her hinzugefügt werden. In manchen Fällen, z. B. bei der Weinrebe, wird fast die gesamte sekundäre R. des vorangegangnen Jahres abgeworfen und neu gebildet. Die anatomischen Elemente sind hauptsächlich Parenchym (Bast- oder Rindenparenchym), das in jungen oberirdischen Rinden als grünes Assimilationsgewebe entwickelt sein kann, gewöhnlich aber ein Speichergewebe für Reservestoffe bildet. Ferner finden sich als Leitungsgewebe Siebröhrengruppen, die mit dem Rindenparenchym zusammen als Weichbast dem als Hart bast bezeichneten, aus Skleremchymfasern (Bastfasern) und aus Steinzellen gebildeten Festigungsgewebe gegenübergestellt werden. Rinden finden vielfache Benutzung. Ihr Reichtum an Gerbsäure macht sie zu den wichtigsten Gerbmaterialien, und zur Gewinnung der Gerbrinden werden die betreffenden Gehölze (Eiche, Akazie) in Schälwaldungen gezogen, und man läßt die Schößlinge nur das Alter erreichen, in dem sie die beste R. liefern. Viele andre Rinden und Rindenteile (Chinarinde, Zimt etc.) werden arzneilich oder als Gewürz benutzt.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Rinde — Sf std. (8. Jh.), mhd. rinde, rinte, ahd. rinta, rinda, as. rinda Stammwort. Aus wg. * rendōn f. Rinde , auch in ae. rind(e). Im Ablaut dazu mndl. runde, rinde Rinde, Gerberlohe . Vermutlich als das Rissige zu ae. rindan, afr. renda zerreißen… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Rinde — Rinde: Das westgerm. Wort mhd. rinde, rinte, ahd. rinda, rinta, mnd. rinde, engl. rind ist verwandt mit engl. to rend »‹zer , los›reißen« und weiter mit aind. rándhra m »Öffnung, Spalt, Höhle« (eigentlich »Riss«). Es bedeutet demnach eigentlich… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Rinde — (Cortex), die äußere Schichte der Pflanzen, erscheint am ausgebildetsten bei den Bäumen; sie besteht aus Zellen, die auswärts allmälig verhärten u. in eine Korksubstanz übergehen, während die innere Rinde, welche den Bast deckt, aus dünnwandigen… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Rinde — Rinde, 1) Pflanzen: außerhalb des Zentralzylinders liegendes Gewebe von Sprossachsen und Wurzeln. Primäre R. der Sprossachse: Sie wird außen durch die Epidermis begrenzt, innen gegen den Zentralzylinder durch die Stärkescheide bzw. bei Wasser und …   Deutsch wörterbuch der biologie

  • Rinde — (Cortex), 1) die äußere Schicht der Pflanzen, bes. bei Bäumen in vollkommener Weise ausgebildet; ihr Bau ist zellig u. mit einem an der Luft verhärteten Überzuge bedeckt (s. Epidermis 2). Dieser, früher von grüner Farbe, hat jung dieselben… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • rinde — m. Arg. y Ur. En economía, rendimiento …   Diccionario de la lengua española

  • Rinde — Außenansicht der Rinde der Gemeinen Robinie (sichtbar ist die Borke als Abschlussgewebe der Rinde) Als Rinde (lat. cortex) werden bei der Sprossachse und der Wurzel von Gefäßpflanzen (Tracheophyta) alle Gewebe außerhalb des Zentralzylinders… …   Deutsch Wikipedia

  • Rinde — Borke * * * Rin|de [ rɪndə], die; , n: 1. äußere, feste, oft harte Schicht von Bäumen und Sträuchern: raue, rissige, glatte Rinde. Syn.: ↑ Borke. Zus.: Baumrinde, Birkenrinde, Buchenrinde, Eichenrinde, Tannenrinde. 2. äußere, härtere Schicht von… …   Universal-Lexikon

  • Rinde — 1. Die Rinde von der Pastete ist so gut wie Brot. Frz.: Croute de pâté vaut bien pain. (Kritzinger, 193b.) 2. Man muss nicht blos auf die Rinde sehen. Böhm.: Nehled na kůru, ale na dřeň. (Čelakovsky, 268.) 3. Unter einer rauhen Rinde ist oft eine …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Rinde — die Rinde, n (Mittelstufe) eine harte Schicht, die den Baum umgibt Synonyme: Baumrinde, Borke (ND) Beispiele: Er hat ein Herz in die Rinde geritzt. Die Rinde löst sich vom Baum ab. Kollokation: die Rinde vom Baum abschälen …   Extremes Deutsch


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