Aberrātio delicti


Aberrātio delicti

Aberrātio delicti oder ictūs (lat., »Abirrung des Verbrechens, des Stoßes«), Eintritt des Erfolgs einer vorsätzlichen rechtswidrigen Handlung bei einem andern als dem vom Täter beabsichtigten Objekte, und zwar veranlaßt nicht durch einen Irrtum des Täters (sogen. error in persona oder objecto), sondern durch äußere Umstände, z. B. Ablenkung des Schlages durch einen dazwischen tretenden Dritten. Nach der allerdings bestrittenen herrschenden Ansicht ist der durch Abirrung herbeigeführte Erfolg dem Täter nicht zum Vorsatze zuzurechnen, sondern es bleibt nur eine versuchte oder fahrlässig begangene Straftat zu ahnden. Nach österreichischem Recht ist der Irrtum im Objekt für die Zurechnung des Verbrechens gleichgültig, die aberratio ictus jedoch nur beim Morde. Vgl. Dolus.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Aberriren — (v. lat.), abirren, abweichen; davon Aberration, Abirrung, Abweichung, bes. Aberration des Lichts, s. Abirrung; Aberratio delicti, die aus einer dolosen, rechtswidrigen Handlung entspringende, von dem Zwecke ganz abweichende Folge der Handlung, z …   Pierer's Universal-Lexikon


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.