Wels [1]


Wels [1]

Wels (Silurus Art.), Gattung der Edelfische aus der Familie der Weise (Siluridae), große Fische mit nackter Haut, großem, breitgedrücktem Kopf, weitem Maul, Bartfäden, sehr kurzer Rückenflosse, ohne Fettflosse, mit sehr langer Afterflosse, abgerundeter Schwanzflosse und in zwei Querreihen stehenden Zähnen. Dicht hinter und über der Wurzel der beiden Brustflossen findet sich eine enge Öffnung, die in einen sich weit erstreckenden Hohlraum führt. Die einzige europäische Art, zugleich der größte europäische Flußfisch, der gemeine W. (Donauwels, Waller, Silurus glanis L., s. Tafel »Fische II«, Fig. 10), wird 4 m lang und 200 kg schwer, besitzt zwei lange Oberkieferbartfäden, vier kurze Bartfäden am Unterkiefer, ist auf dem Rücken blauschwarz, an den Seiten grünlichschwarz, gegen den Bauch hin heller, ölgrün gefleckt, unterseits rötlich oder gelblichweiß, bläulichschwarz gemarmelt, an Bauch- und Afterflosse mit hellerer Binde, bewohnt das mittlere und östliche Europa bis zum 60.° nördl. Br., auch einen Teil Westasiens, fehlt im Rhein-, Ems- und Wesergebiet fast gänzlich, ist besonders häufig in der untern Donau, im Schwarzen und Kaspischen Meer, fehlt dagegen in den Hassen der Ostsee; er bevorzugt ruhige Tiefen mit Schlammgrund, lockt hier hinter Steinen, Holz etc. durch seine spielenden Barteln Fische herbei, frißt aber auch Krebse, Frösche, Wasservögel etc., greift größere Tiere an und verschlingt selbst Gänse, Hunde und badende Kinder. Er laicht vom Mai bis Juli am Ufer im Ried und Rohr, das Weibchen legt etwa 17,000 Eier, und die Jungen erreichen schon im ersten Jahr ein Gewicht von 700 g. Das Fleisch der jungen Weise ist schmackhaft und sehr fett, das der alten äußerst zäh und tranig; in großer Menge wird der W. am Kaspischen Meer gefangen (jährlich etwa 7 Mill. kg), gesalzen und getrocknet, man benutzt es auch wie Speck und bei der Lederbereitung; aus der Schwimmblase macht man geringwertige Hausenblase.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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