Zell [1]


Zell [1]

Zell, 1) (Z. am Harmersbach) ehemalige freie Reichsstadt im bad. Kreis und Amt Offenburg, am Harmersbach und an der Eisenbahn Biberach-Oberharmersbach, 225 m ü. M., hat eine evangelische und eine kath. Kirche, eine Wallfahrtskapelle, ein Rathaus mit schönem Saal, ein Forstamt, eine Porzellanfabrik, eine Steingutfabrik, Strickgarnzwirnerei, Papier-, Zigarren- und Faßreifenfabrikation, eine mechanische Werkstätte, Granatschleiferei, 4 Säge- und Kunstmühlen, Forstpflanzenhandel und (1905) 1945 Einw., davon 119 Evangelische. Dabei eine Mineralquelle (Kleebad). – 2) (Z. im Wiesental) Stadt im bad. Kreis Lörrach, Amt Schönau, an der Wiese, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Basel-Z. i. W. und der Eisenbahn Z.-Todtnau, 428 m ü. M., hat eine evangelische, eine katholische und eine altkath. Kirche, Gewerbeschule, mechanische Weberei, Florettseidenspinnerei, Baumwollspinnerei, 2 Eisengießereien mit Maschinenfabrik, eine Zellulosefabrik und (1905) 3628 Einw., davon 970 Evangelische. Nördlich der Zeller Blauen (1073 m). – 3) Stadt im bad. Kreis Konstanz, s. Radolfzell. – 4) (Z. am Main, auch Mittelzell) Flecken im bayr. Regbez. Unterfranken, Bezirksamt Würzburg, am Main und an der Staatsbahnlinie Treuchtlingen-Würzburg-Aschaffenburg sowie an einer elektrischen Straßenbahn nach Würzburg, hat eine kath. Kirche, Bierbrauerei, Weinbau und (1905) 1650 Einw.; außerhalb des Ortes das ehemalige Nonnenkloster Unterzell und unweit davon das ehemalige Mönchskloster Oberzell (s. d.), jetzt Pensionsanstalt (Norbertusheim). – 5) Dorf im bayr. Regbez. Mittelfranken, Bezirksamt Hilpoltstein, an der Roth und der Staatsbahnlinie Roth-Greding, hat eine kath. Kirche, ein Schloß, eine Taubstummenanstalt und (1905) 255 Einw. – 6) Flecken im bayr. Regbez. Oberfranken, Bezirksamt Münchberg, am Fichtelgebirge, unweit des Ursprungs der Saale, an der Staatsbahnlinie Münchberg-Z., hat eine evang. Kirche, 2 mechanische Buntwebereien, Baumwollwarenfabrikation und (1905) 1021 Einw. In der Nähe der Große Waldstein (s. Fichtelgebirge) und bedeutende Granitbrüche. – 7) (Z. an der Mosel) Kreisstadt im preuß. Regbez. Koblenz, am Einfluß des Zeller Baches in die Mosel, 94 m ü. M., hat eine evang. Kapelle, eine kath. Kirche, ein Schloß, ein neues Rathaus, Amtsgericht, Zigarrenfabrikation, Obst- und Weinbau, Weinhandel und (1905) 2732 Einw. Unweit der Stadt liegt die Klosterruine Marienburg (s. d. 4). – 8) (Z. am See) Marktflecken in Salzburg, 753 m ü. M., malerisch am westlichen Ufer des Zeller Sees, an den Staatsbahnlinien Bischofshofen-Wörgl und Z.-Krimml gelegen, beliebte Sommerfrische und Ausgangspunkt von Gebirgstouren, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat eine gotische restaurierte Pfarrkirche, ein Schloß (jetzt Amtsgebäude), Villen, zahlreiche Hotels, hübsche Anlagen, Seebadeanstalten und (1900) 1561 Einw. Der Zeller See ist 4 km lang, 1,5 km breit, 69 m tief, 470 Hektar groß, hat verhältnismäßig warmes Wasser (bis 22°) und fließt südlich mittels einiger Kanäle durch das sumpfige Zeller Moos zur Salzach ab. Er wird von einem Dampfboot befahren. Von verschiedenen Punkten desselben bietet sich eine prächtige Aussicht auf die Tauernkette dar. Westlich von Z. erhebt sich die Schmittenhöhe (1968 m), ein großartiger Aussichtspunkt, mit Hotel und meteorologischer Station, östlich jenseit des Sees der aussichtsreiche Hundstein (2116 m) mit dem bewirtschafteten Statzerhaus, beide Berge auch bekannt durch die jährlichen »Ranglfeste«. Am Südende des Sees liegt das restaurierte Schloß Fischhorn des Fürsten Liechtenstein. – 9) (Z. am Ziller) Dorf in Tirol, Bezirksh. Schwaz, 575 m ü. M., in reizender Lage zu beiden Seiten des Ziller, an der Zillertalbahn (Jenbach-Mairhofen), Hauptort des obern Zillertals, Sitz eines Bezirksgerichts und Sommerfrische, hat ein Krankenhaus, starke Viehzucht, Käsebereitung, Goldbergbau, Kunstmühle, Sägewerk, Elektrizitätswerk und (1900) 750 Einw. Östlich mündet das Tal Gerlos (s. d.). – 10) (Z. am Inn) Flecken, s. Kufstein. 11) (Z. an der Ybbs) Markt, s. Waidhofen 2). – 12) (Z. am Moos) Dorf, s. Zeller See 2).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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