Brauneisenerz


Brauneisenerz

Brauneisenerz (Brauneisenstein, Limonit), wichtiges Eisenerz. besteht aus Eisenhydroxyd H6Fe4O9 oder 2Fe2O3.3H2O mit 60 Proz. Eisen und 14 Wasser; ist dunkelbraun bis gelbbraun, hat die Härte 4,5 his 5,5, das spez. Gew. 3,4–4,0 und braungelbes Strichpulver. Kristalle von B. sind nicht bekannt, wohl aber Pseudomorphosen nach Spateisenstein, Schwefelkies, Magneteisenerz, Calcit etc. Die reinste Varietät ist der braune Glaskopf, von feinfaserigem Gefüge, gewöhnlich in trauben- oder nierenförmigen und stalaktitischen Gestalten, als Überzug, derb und eingesprengt. Häufiger sind die dichten und ockerigen oder erdigen Abarten; sie haben eine lichtere Farbe und sind oft stark verunreinigt, zumal durch Beimengung von Kiesel, Ton, Kalk und Mergel. Das tonhaltige B. (toniger Brauneisenstein, Toneisenstein) ist dicht, hat matte Bruchfläche, und findet sich meist derb, aber auch oolithisch ausgebildet, d. h. aus lauter kleinen schießpulverähnlichen bis bohnengroßen Kugeln zusammengesetzt (oolithisches B., Bohnerz, s.d.), sowie in kugeligen und schaligen Konkretionen (Eisennieren, Adlersteine). Zu dem tonigen B. gehört auch der größte Teil des Raseneisensteins (s.d.) und des Seeerzes, die sich z. T. durch ihre erdige Beschaffenheit von dem dichten B. unterscheiden. Kieselhaltig und gewöhnlich auch phosphorhaltig ist der Stilpnosiderit (Eisenpecherz, Pecheisenstein), der zusammen mit dichtem B. in nierenförmigen oder stalaktitischen, pechschwarzen oder schwarzbraunen, stark fettglänzenden Massen im Siegenschen, in Böhmen etc. vorkommt. Manche Brauneisensteine, zumal solche, die aus Spateisenstein durch Umwandlung hervorgegangen sind, sind reich an Beimengungen von Manganverbindungen und dann oft dunkel bis schwarz gefärbt (Manganeisenstein, Wadeisenstein, Schwarzeisenstein); sie geben ein ausgezeichnetes weißes Rohstahleisen. Am wenigsten geschätzt ist das schwer reduzierbare (strengflüssige) kieselige B. (Harterz). Dagegen schmilzt das mergelige (Ton und Kalk zugleich enthaltende) B. sehr leicht und gibt ohne weitere Zuschläge eine gute Schlacke (selbstgehende Erze). B. findet sich sehr verbreitet, teils auf eignen Lagerstätten, teils mit andern Eisenerzen und dann gewöhnlich durch atmosphärische Einflüsse aus jenen entstanden. Bedeutende Brauneisenerzlager kennt man im rheinischen Schiefergebirge in der Gegend von Siegen und, z. T. reich an Mangan, in der Lahngegend, im Zechstein in Thüringen, im Jura in Württemberg, in Lothringen und Luxemburg, ferner von verschiedenem Alter in Steiermark, Kärnten, Oberschlesien, Böhmen, in den Pyrenäen etc.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Brauneisenerz — (Limonit, Brauneisenstein), wasserhaltiges Eisenoxyd 2 Fe2O3 + 3 H2O (85,6 Fe2O3 mit 60 Fe) nebst kleinen Mengen von Kieselsäure, Tonerde und Mangan, in erdigen und dichten, teilweise auch in radialstrahligen und faserigen Massen mit traubiger… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Brauneisenerz — Schlackiger Brauneisenstein mit Original Beschriftung aus dem Bergwerk Brauner Johannes in Suhl (Sammlung Naturhistorisches Museum Schleusingen) Limonit, auch Brauneisenerz oder Brauneisenstein genannt, ist ein sehr häufig zu findendes, eisen und …   Deutsch Wikipedia

  • Brauneisenerz — Braun|ei|sen|erz 〈n. 11; unz.〉 aus Eisenhydroxid bestehendes, wirtschaftlich wichtiges Eisenerz, chem. Formel H6Fe4O9 od. 2Fe2O3 + 3H2O; Sy Brauneisenstein, Limonit * * * Braun|ei|sen|erz: svw. ↑ Limonit. * * * Braun|ei|sen|erz, das,… …   Universal-Lexikon

  • Brauneisenerz — Braun|ei|sen|erz, das; es, e, Braun|ei|sen|stein, der; [e]s …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Diabas — wird in der Gesteinkunde ein kieselsäurearmes Eruptivgestein genannt, das hauptsächlich aus triklinem Feldspat (Plagioklas) und Augit besteht und ein rein körniges Gefüge besitzt. Des meist hohen, vortertiären Alters dieser Gesteine wegen sind… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Kalkstein — Kalkstein, Kalk schlechthin, nennt man ein körniges, dichtes, oolithisches oder erdiges Gestein, das wesentlich aus kristallinem Kalkspat von verschiedener Korngröße besteht. In vollständig reinem Zustand ist das Gestein selten; in der Regel sind …   Lexikon der gesamten Technik

  • Limonit — Li|mo|nit 〈m. 1; unz.〉 = Brauneisenerz [zu lat. limus „Schlamm“] * * * Li|mo|nịt [frz. limon (lat. limus) = Schlamm, Lehm oder griech. leimo̅̓n = Wiese oder límne̅ = Sumpf; ↑ it (2)], der; s, e; Syn.: Brauneisenerz …   Universal-Lexikon

  • Brauneisen — Schlackiger Brauneisenstein mit Original Beschriftung aus dem Bergwerk Brauner Johannes in Suhl (Sammlung Naturhistorisches Museum Schleusingen) Limonit, auch Brauneisenerz oder Brauneisenstein genannt, ist ein sehr häufig zu findendes, eisen und …   Deutsch Wikipedia

  • Limonit — Schlackiger Brauneisenstein mit Original Beschriftung aus dem Bergwerk Brauner Johannes in Suhl (Sammlung Naturhistorisches Museum Schleusingen) Limonit, auch Brauneisenerz oder Brauneisenstein genannt, ist ein sehr häufig zu findendes, eisen und …   Deutsch Wikipedia

  • Toneisenstein — Schlackiger Brauneisenstein mit Original Beschriftung aus dem Bergwerk Brauner Johannes in Suhl (Sammlung Naturhistorisches Museum Schleusingen) Limonit, auch Brauneisenerz oder Brauneisenstein genannt, ist ein sehr häufig zu findendes, eisen und …   Deutsch Wikipedia


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