Steinkohlenformation


Steinkohlenformation
Steinkohlenformation I.
Steinkohlenformation I.
Steinkohlenformation II.
Steinkohlenformation II.
Steinkohlenformation III.
Steinkohlenformation III.
Steinkohlenformation IV.
Steinkohlenformation IV.
Steinkohlenformation V.
Steinkohlenformation V.
Steinkohlenformation VI.
Steinkohlenformation VI.

Gewinnung und Verbrauch der Steinkohlen.

Die Kohlengewinnung hat in kurzer Zeit einen erstaunlichen Aufschwung genommen. England, das zuerst den Wert dieses Brennstoffes zu schätzen verstand, produzierte zu Anfang des 18. Jahrh. nur etwa 2,5 Mill., zu Anfang des 19. Jahrh. 10 Mill. Ton., 1845 bereits 35, 1860: 82, 1880: 147 und 1900: 225 Mill. T. In Deutschland wurden 1860: 15, 1880: 59, 1890: 89,3, 1900: 149,5 und 1905: 173,8 Mill. T. (Stein- und Braunkohlen) gewonnen. Dieser Aufschwung beruht auf der stetig fortschreitenden Einbürgerung der Maschinen, auf der mächtigen Ausdehnung des Eisenhüttenwesens, auf der Entwickelung des Eisenbahn- und Dampfschiffverkehrs und auf der immer allgemeinern Verwendung der Kohle im Haushalt. Die Kohlenausbeute aller Länder der Erde betrug in Tausenden metr. Tonnen in

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Die drei Länder Großbritannien, Deutschland und Vereinigte Staaten zusammen liefern zurzeit 84 Proz. der Weltproduktion.

Die Steinkohlenförderung in Deutschland betrug in Tausenden metr. Tonnen:

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Danach hat die Steinkohlenförderung in den 25 Jahren von 1880–1905 (bezw. von 1002–05) zugenommen im oberschlesischen Bergrevier um 169,7 (10,3) Proz., im Ruhrgebiet um 185,5 (13,8) Proz., im niederschlesischen um 100,9 (16,1) und im Saargebiet um 149,2 (15,7) Proz.

Für die Charakteristik der industriellen Entwickelung der einzelnen Staaten gibt der Kohlenverbrauch, da er im direkten Zusammenhang mit den in den Industrien verwendeten Dampfmotoren und Arbeitsmaschinen, mit der Entwickelung der Eisen- und Maschinenindustrie, des Verkehrswesens und der Beleuchtung steht, einen sichern Maßstab ab. Der absolute Kohlenverbrauch betrug in Tausenden Tonnen in

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Der relative Kohlenverbrauch betrug auf den Kopf der Bevölkerung in Tonnen in

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Die Verbrauchsziffer von 1,742 Ton. in Deutschland erhöht sich auf 2,660, wenn die Produktion und die Einfuhr von Braunkohle hinzugerechnet wird.

Deutschland produzierte 1905: 121,190,249 Ton., daran waren beteiligt Preußen mit 113,074,211 T. (Oberbergamtsbezirk Dortmund 65,316,418 T., Breslau 32,271,851 T., Bonn 14,560,341 T.), Sachsen mit 4,943,746 T. Der preußische Staat produziert im Saargebiet etwa 98 Proz. der dort gewonnenen Kohlen, in Oberschlesien etwa 21 Proz., im Ruhrgebiet hat der Staat große Kohlenfelder erworben, die noch nicht im Aufschluß begriffen sind. In Oberschlesien sind die Gruben vorwiegend im Besitz weniger Großgrundbesitzer, im rheinisch-westfälischen Gebiet beherrscht den Markt das Rheinisch-westfälische Kohlensyndikat mit 87 Mitgliedern, von denen am wichtigsten sind die Harpener Bergbau-A.-G., die Gelsenkirchener A.-G., Hibernia und Nordstern.

Es betrug in Deutschland (in Tonnen):

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Der Wert der Kohlenproduktion (am Gewinnungsort) betrug 1900 (1904) in Großbritannien 2432 (1677), in Deutschland 1064 (1146), in Frankreich 399 (363), in Belgien 327 (229), in Österreich-Ungarn 218 (204), in den Vereinigten Staaten 1288 (1868) Mill. Mk. Der Wert der Gesamtproduktion der Erde bezifferte sich 1873 auf 2600, 1884 auf 2300 und war für 1904 auf wenigstens 5870 Mill. Mk. zu schätzen.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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