Drehwüchsigkeit


Drehwüchsigkeit

Drehwüchsigkeit, eine mehr oder minder starke spiralige Drehung von Pflanzenteilen um ihre Achse, ist sehr oft eine wirkliche Mißbildung, die verschiedenartige Ursachen haben kann, und tritt nicht selten in Begleitung andrer monströser Entwickelungen auf.

60 cm langes Stück eines drehwüchsigen Kiefernstammes, halbiert.
60 cm langes Stück eines drehwüchsigen Kiefernstammes, halbiert.

Bisweilen sind Drehungen auch mit starker Austreibung und Verbreiterung des Stengels verbunden (Zwangsdrehung). In andern Fällen sind die Drehungen direkte Folgen der Eingriffe von Parasiten, z. B. von Blattläusen. Ein Schmarotzerpilz verursacht den Drehrost der Kiefer (vgl. Rostpilze). Keine Mißbildung ist der gedrehte Wuchs vieler Baumstämme (s. Abbildung), der an dem spiraligen Lauf der Holzfasern sich bemerklich macht. Solche D. zeigt sich bei Birken und Pappeln (3–4°), Kiefern (5–10°), Roßkastanien (10–12°), Eichen, Fichten, Eschen, vielen Obstbäumen, am Granatapfelbaum (45°) etc.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Holz [1] — Holz (lat. Lignum, hierzu Tafel »Bau des Holzes«), im gewöhnlichen Leben und in der Technik die Hauptsubstanz der Wurzeln, des Stammes und der Äste der Bäume und Sträucher, in der Pflanzenanatomie die vom Verdickungs oder Kambiumring (s.… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Rostpilze — (Uredineae), Familie der Pilze aus der Ordnung der Protobasid er, Schmarotzer, deren Mycelium im Innern von Pflanzen lebt, mit Querscheidewänden versehene, meist zwischen den Zellen wachsende Fäden darstellt, und deren Sporen (Konidien) durch… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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