Alkalĭen


Alkalĭen

Alkalĭen, die Oxyde und Hydroxyde der Alkalimetalle, also namentlich Kali und Natron (Kalium- und Natriumoxyd, resp. – Hydroxyd). Die Araber nannten Alkali den löslichen Bestandteil der Pflanzenasche, der bei See- und Strandpflanzen wesentlich aus kohlensaurem Natron, bei Landpflanzen aus kohlensaurem Kali besteht. Als man im 18. Jahrh. diese beiden Salze unterscheiden gelernt hatte, gewann man kohlensaures Natron wesentlich aus Mineralien, kohlensaures Kali aus Pflanzen und nannte daher letzteres vegetabilisches, ersteres mineralisches Alkali, bis Klaproth 1796 entdeckte, daß Kali auch im Mineralreich vorkommt. Als feuerbeständige Körper wurden sie schon von den Arabern fixe A. genannt zum Unterschied von dem sehr ähnlichen, aber flüchtigen kohlensauren Ammoniak (flüchtiges Alkali). Diese drei A. brausen beim Übergießen mit Säuren (entwickeln Kohlensäure) und wirken viel weniger energisch als die aus ihnen mit Hilfe von Ätzkalk dargestellten Hydroxyde. Man unterschied daher auch milde (Pottasche, Soda) und ätzende oder kaustische A. Die A. sind farblos, in Wasser leicht löslich, zerstören Pflanzen- und Tierstoffe (wirken ätzend), schmecken kaustisch, bläuen rotes Lackmus und bräunen Kurkuma; sie fällen die schweren Metalle aus ihren Lösungen als Oxyde, Hydroxyde, resp. Kohlensäuresalze. Die meisten Salze der A. sind in Wasser löslich.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Alkalien — (Einzahl: Alkali), die Oxyde, bezw. Hydroxyde von Kalium, Rubidium, Cäsium, Natrium, Lithium und Ammonium. Die nur von Kalium, Natrium und Lithium bekannten Oxyde nehmen aus der Luft Kohlensäure und Wasser auf und bilden mit letzterem die… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Alkalien — Alkalĭen, die in Wasser löslichen Oxyde und Oxydhydrate der Alkalimetalle (s.d.), bes. des Kaliums und Natriums. Sie färben das von Säuren gerötete Lackmuspapier blau, das gelbe Kurkumapapier braun (alkalische Reaktion), schmecken in verdünntem… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Alkalien — Als Alkalien (arab. ‏القلية‎ / al qalya /‚Pottasche‘) werden Substanzen bezeichnet, die mit Wasser alkalische Lösungen (Laugen) bilden. Zu dieser nicht eindeutig definierten Substanzgruppe zählen insbesondere die Oxide und Hydroxide der Alkali… …   Deutsch Wikipedia

  • Alkalien — Al|ka|li|en, die (Mehrz.): ↑ Alkali. * * * Alkali|en   [arabisch al qāly »Pottasche«], Singular Alkali das, s, im weiteren Sinn Substanzen, deren wässrige Lösungen alkalische Reaktion zeigen und bitter schmecken; im engeren Sinn die …   Universal-Lexikon

  • kaustische Alkalien — kaus|ti|sche Al|ka|li|en [griech. kaustikós = brennend]; Syn.: Ätzalkalien: nannte man die durch ↑ Kaustifizieren der entspr. milden Alkalien hergestellten festen oder in Wasser gelösten Hydroxide von Kalium (kaustische oder kaustifizierte… …   Universal-Lexikon

  • milde Alkalien — mịl|de Al|ka|li|en: nannte man früher die im Vergleich zu kaustischen Alkalien schwächer basischen Alkalicarbonate Natriumcarbonat (mineralisches Alkali) u. Kaliumcarbonat (vegetabilisches Alkali) …   Universal-Lexikon

  • Farbstoffe [2] — Farbstoffe, pflanzliche, sind in den Pflanzen entweder als solche schon enthalten oder sie entstehen aus einem sogenannten (meist farblosen) Chromogen, einem Pflanzenkörper, der durch eine nachträgliche technische Behandlung sich in den Farbstoff …   Lexikon der gesamten Technik

  • Kohlensaure Salze — (Carbonate), Verbindungen von Kohlensäure mit Basen; sie bilden sich theils durch directe Vereinigung des Oxyds mit Kohlensäure, theils durch doppelte Wahlverwandtschaft, viele kommen fertig gebildet in der Natur vor. Die Alkalien u. alkalischen… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Farbstoffe [1] — Farbstoffe, künstliche organische. Eine übersichtliche Einteilung dieser Farbstoffe erfolgt zweckmäßig auf Grund ihrer Konstitution in Nitro und Nitrosofarbstoffe, Azofarbstoffe, Triphenylmethanfarbstoffe, Anthracenfarbstoffe,… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Tellūr — Tellūr) chemisches Zeichen Te, Atomgewicht 64 (H = 1), 800 (O = 100), sehr seltenes Metall, wurde 1798 von Klaproth in siebenbürgischen Golderzen entdeckt, nachdem schon 1782 Müller von Reichenstein in diesen Mineralien ein eigenthümliches Metall …   Pierer's Universal-Lexikon


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