Ölhäutchen auf Flüssigkeiten

Ölhäutchen auf Flüssigkeiten, dünne Ölschichten, die sich beim Auftropfen von Öl durch Wirkung der Oberflächenspannung (s. Kapillarität) bilden. Die Frage, bis zu welcher geringsten Dicke sich Flüssigkeiten auf einer andern auszubreiten vermögen, besitzt praktisches Interesse, weil man dünne Ölschichten zur Beruhigung der Meeresoberfläche benutzt, und wissenschaftliche Bedeutung, insofern einige Forscher aus ihren Ergebnissen Schlüsse auf die Größe der sogen. molekularen Wirkungssphäre (größte Entfernung, innerhalb derer 2 Moleküle noch eine Wirkung auseinander auszuüben vermögen) gezogen haben. Es sind gleichmäßig zusammenhängende Häutchen beobachtet, deren Dicke mit Bestimmtheit noch unter 5μμ (Milliontel Millimeter) liegt. Im einzelnen liegt die Schichtdicke bei der Ausbreitung auf Quecksilber für Rüböl noch unter 3μμ, für Glyzerin-Wasser noch unter 2μμ, für verdünnte Schwefelsäure noch unter 1μμ.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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