Ghadāmes


Ghadāmes

Ghadāmes (Rhadâmes), zu Tripolis gehörige Oase, Hauptort eines Bezirks des nordwestlichen Fezzan und Sitz eines Kaimakam, unter 30° nördl. Br. und 8°13' östl. L., 351 m ü. M., 500 km südwestlich von Tripolis, ist fast kreisrund, mit einem Durchmesser von 1500–1600 m und zum Schutz gegen Sandverwehung von einer 6 km langen Mauer umschlossen. Im südwestlichen Teile liegt die Stadt G. mit 6 Moscheen und 7 Schulen, in der die berberischen Beni Uled und Beni Wasil in besondern ummauerten Teilen leben; außerdem wohnen hier Araber, Neger und Mischlinge derselben, eine Bevölkerung von 7000 Seelen, die eine berberische Mundart sprechen. Die Straßen sind eng, fast ganz bedeckt und daher dunkel; die flachen Dächer bilden zusammenhängende Wege, auf denen die Frauen ihren Markt für sich haben. Von den 160 Hektar, welche die Mauer umschließt, sind nur 73 Hektar angebaut und zwar, da der Regen sehr selten ist, unter Bewässerung durch eine schon im Altertum eingefaßte Quelle von 30°; Haupterzeugnisse sind Datteln (63,000 Bäume), Feigen, Aprikosen, Melonen, Gemüse. Hauptbeschäftigung ist Warentransport nach Timbuktu (1 Mill. Fr.), Kano (2 Mill. Fr.), Ghat, Tuat, wo man Seide, Wollenstoffe, rote Mützen, Glasperlen, Zucker, Waffen, Eisenwaren, Kupfer, Zink, Papier, die von Tripolis kommen, gegen die Produkte des Sudâns (Elfenbein, Wachs, Straußfedern, Gummi, Goldstaub, Rindshäute, Ziegenfelle) eintauscht. An die türkische Regierung haben die Kaufleute jährlich 250,000 Fr. zu zahlen. Der Verkehr war früher lebhafter, doch kommen jährlich immer noch 2800 Kamellasten (350,000 kg) und 500 Sklaven aus dem Sudân hierher. Auf dem südwestlich der Stadt gelegenen Plateau liegen nach Duveyrier Reste einer alten Garamantenstadt. Unter den Römern, die den Ort 19 v. Chr. eroberten, hieß er Cydamus, 646 eroberten ihn die Araber. Vgl. Duveyrier, Les Touaregs du Nord (Par. 1864); Largeau, Voyage à Rhadamès (das. 1879).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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