Giurgewo


Giurgewo

Giurgewo (spr. dschurdschĕwo, rumän. Giurgiu), Hauptstadt des Kreises Wlaschka (Vlasca) in Rumänien, an der Donau, der bulgarischen Stadt Rustschuk gegenüber, an der Eisenbahn Chitila-Bukarest-Smarda, hat 5 Kirchen, eine Synagoge, ein Hauptzollamt, Gerichtshof, Gymnasium, mehrere Dampfmühlen, bedeutenden Handel und (1899) 13,977 Einw. G. ist Sitz eines deutschen Vizekonsuls. Landungsplatz für größere Schiffe ist der 3 km unterhalb gelegene, neuerdings durch Sandbänke sehr beeinträchtigte Hafenort Smarda; ein neuer Landungsplatz wird gegenüber dem Bahnhof von Rustschuk eingerichtet. 1900 belief sich der Wert der Einfuhr (Eisenwaren, Gewebe, Kohlen, Zucker, Chemikalien) auf 2 Mill., der der Ausfuhr (Weizen, Mais, Salz) auf 16 Mill. Frank. 1902 liefen 2139 Schiffe von 451,201 Reg. – Ton. ein, 2101 von 423,628 Reg. – Ton. aus. – G. wurde im 14. Jahrh. von den Genuesen unter dem Namen San Zorzo (Giorgio) gegründet, 1426 vom Kaiser Siegmund genommen, der eine Festung daselbst erbaute, dann von den Walachen zurückerobert und fiel im 16. Jahrh. in die Gewalt der Türken, die den Ort von neuem befestigten. Im 18. Jahrh. war G. Haupthandelsplatz der Walachei. Als strategischer Punkt spielte G. in allen Kriegen zwischen den Russen und Türken eine wichtige Rolle, namentlich 1771, 1790, 1811, 1822 und 1828; doch erst durch den Frieden von Adrianopel (1829) kam die Stadt, nach Zerstörung der türkischen Festung, an die Walachei zurück. 1853 und 1877 besetzten die Russen die Stadt.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Giurgĕwo — (spr. Dschurdschewo), Hauptstadt des Kreises Vlaschka in der unteren Moldau, am linken Ufer der Donau, Rustschuk gegenüber, Sitz der Kreisbehörde, eines Gerichtes erster Instanz; mehrere Kirchen, Normalschule; ehemals stark befestigt jetzt nur… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Giurgewo — (Dschurdschewo), walach. Stadt, der türk. Festung Rustschuk gegenüber, früher starke Festung, 1828 von den Russen nicht erobert, aber nach dem Frieden von Adrianopel gesprengt, hat 7000 E. und lebhaften Verkehr auf der Donau …   Herders Conversations-Lexikon

  • Türkisches Reich [2] — Türkisches Reich (Gesch.). Das jetzt schlechtweg Türken, eigentlich Osmanen genannte Volk ist blos ein Zweig des großen Volksstammes der Türken (s.d.). Diese kommen bereits bei Plinius u. Mela als Turcä vor u. wohnten damals in Sarmatien in den… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Ruschtschuk — Ruschtschuk, 1) Liwa im türkischen Ejalet Silistria (Bulgarien); 2) Stadt u. Hauptort darin, liegt an der Mündung des Kara Lom in die Donau, Giurgewo gegenüber, ist befestigt durch eine mit Thürmen vertheidigte Mauer u. Graben, hat kleines als… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Russisches Reich [2] — Russisches Reich (Gesch.). Die Ländermassen, welche jetzt Rußland heißen, waren den Griechen, welchen man die ersten geographischen u. ethnographischen Kenntnisse derselben verdankt, lange ganz unbekannt. Die Homerische Weltkarte kennt… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Rumänĭen — (hierzu Karte »Rumänien, Bulgarien, Serbien etc.«), Königreich an der untern Donau, aus der Walachei (s. d.) und Moldau (s. d.), den sogen. Donaufürstentümern, auf dem linken Donauufer, die 1859–78 als Fürstentum R. unter türkischer Oberhoheit… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Miloradowitsch [1] — Miloradowitsch, Michael Andreewitsch, Graf von M., geb. 1770; machte 1787 die Campagne gegen die Türken u. 1794 die gegen Polen mit, stieg durch Tapferkeit schnell empor, führte 1799 die Avantgarde Suwarows in Italien als Generalmajor u. 1805 als …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Rustschuk — (bulgar. Rufé, Russe), Kreishauptstadt und einer der neun Donauhäfen Bulgariens, an der Mündung des östlichen Lom in die hier 1300 m breite Donau, Giurgewo gegenüber, zum Teil auf dem Lößplateau hoch gelegen, an den Staatsbahnlinien R. Warna und… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Mokaneninsel — Mokaneninsel, Donauinsel zwischen Nuftschuk u. Giurgewo …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Radowan — Radowan, Donauinsel zwischen Rustschuk u. Giurgewo, Schauplatz mehrer Kämpfe zwischen Türken u. Russen im letzten Russisch Türkischen Kriege …   Pierer's Universal-Lexikon


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