Hartig [1]


Hartig [1]

Hartig, 1) Franz, Graf von, österreich. Staatsmann, geb. 5. Juni 1789 in Dresden, wo sein Vater, Graf Franz de Paula von H. (gest. 1797), österreichischer Gesandter war, gest. 17. Jan. 1865, trat in den Staatsdienst, erhielt 1825 das Gubernium von Steiermark, 1830 die Verwaltung der Lombardei, wo er große Popularität genoß. 1840 zum Staats- und Konferenzminister ernannt, erhielt er die finanzielle Abteilung des Staatsrats und förderte das Eisenbahnwesen sowie andre wirtschaftliche Reformen. 1848 zog er sich in das Privatleben zurück und verfaßte mehrere freimütige, die Ursachen der Katastrophe darlegende Schriften: »Das kaiserliche Manifest vom 26. September 1848« (Prag 1848); »Genesis der Revolution in Österreich« (3. Aufl., Leipz. 1851) und anonym: »Nachtgedanken des Publizisten Gotthelf Zurecht« (das. 1851). Er wurde nach 1859 in den Reichsrat, später ins Herrenhaus berufen und gehörte zu den Vorkämpfern der Gesamtstaatsidee.

2) Edmund, Graf von, österreich. Staatsmann, Sohn des vorigen, geb. 2. Nov. 1812 in Wien, gest. 30. März 1883 in San Remo, trat in den diplomatischen Dienst und war 1846–59 nacheinander Gesandter in Kassel, Kopenhagen und München. Seit 1861 im böhmischen Landtag und im Reichsrat tätig, gehörte er zu den eifrigsten Verfechtern der Schmerlingschen Politik und wurde nach Belcredis Sturz 1867 Oberstlandmarschall von Böhmen und lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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