Überbein

Überbein (griech. Ganglion), eine meist länglich-runde, etwa bohnengroße, nicht schmerzhafte und von gesunder Haut bedeckte harte Anschwellung in der Nähe gewisser Gelenke, namentlich des Handgelenks, am Fußrücken etc. Die Überbeine stehen immer in naher anatomischer Beziehung zu den Gelenkkapseln und Sehnenscheiden, neben denen sie liegen, und sind cystenartige Bildungen mit dünner fibröser Hülle und mit dickflüssiger, gallertartiger oder erstarrter und glasig-durchsichtiger Masse erfüllt. Diese Inhaltsmasse ist wahrscheinlich eingedickte Gelenkschmiere, der Sack des Überbeins aber ist eine Ausstülpung der innern Auskleidungsmembran einer Sehnenscheide oder eines Kapselbandes. Das Ü. entsteht bald ohne nachweisbare Ursache, bald durch übermäßige Anstrengung, Dehnung und Zerrung eines Gelenkes. Die meisten Überbeine veranlassen keine Beschwerden, zuweilen aber beeinträchtigen sie die Bewegungen der Hand oder des Fußes mehr oder weniger erheblich. Zur Beseitigung des Überbeins reicht oft fortgesetztes Kneten aus, sonst zerdrückt man es mit den Fingern oder zersprengt es durch Aufschlagen mit einem Hammer, nachdem man zuvor die Stelle durch Watte gut geschützt hat. Führt dies nicht zum Ziele, so muß das Ü. angestochen und sein Inhalt ausgedrückt, oder die ganze Geschwulst mit dem Messer ausgeschält werden. – Bei Pferden heißen Überbeine hügelige Knochenauflagerungen, die nicht selten am Unterkiefer, besonders häufig aber an den Füßen, namentlich an den (Vorder-, bez. Hinter-) Mittelfußknochen (fälschlich Schienbeine) vorkommen. Sie sind die Produkte begrenzter Knochenhautentzündungen infolge von Verletzungen (Schlägen etc.) oder von Zerrungen der am Knochen sich anheftenden Bänder. Sie können Lahmheit bedingen in der Nähe von Gelenken und da, wo Sehnen über sie hinwegziehen. An andern Stellen, z. B. an den Seitenflächen der Mittelfußknochen, bilden sie nur Schönheitsfehler.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Überbein — ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine harte Auftreibung unter der Haut. Gemeint kann sein: ein knöcherner Auswuchs, siehe Exostose Geschwulstbildung im Bereich einer Gelenkkapsel oder in der oberflächlichen Sehnenscheide, siehe… …   Deutsch Wikipedia

  • Überbein — (Ganglion), kleine, meist runde, etwas harte, elastische Geschwulst, welche in der Nähe von Gelenken u. Sehnenscheiden, am häufigsten auf der Rückenfläche der Hände, seltener der Füße entsteht, von der Größe einer Haselnuß bis zu der einer… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Überbein — (Ganglion), pralle rundliche Geschwulst mit gallertartigem Inhalt, meist am Handgelenk oder auf dem Fußrücken, entstanden durch Quetschung oder Überanstrengung, wird beseitigt durch Druck, Operation …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Überbein — ↑Ganglion …   Das große Fremdwörterbuch

  • Überbein — Über|bein 〈n. 11〉 prall elastischer Knoten an Hand od. Fußrücken; Sy Ganglion (2) [<ahd. bein „Knochen“] * * * Über|bein, das; [e]s, e [mhd. überbein, zu ↑ Bein (5)]: knotenförmige Geschwulst (bes. an Hand u. Fußrücken); ↑ Ganglion (2) …   Universal-Lexikon

  • Überbein — Bein: Die Herkunft des altgerm. Wortes für »Knochen« (mhd., ahd. bein, niederl. been, engl. bone, schwed. ben) ist dunkel. – In Wendungen wie »durch Mark und Bein«, »Fleisch und Bein«, »Stein und Bein« (↑ Stein) ist die alte Bed. »Knochen«… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Überbein — Ü̲·ber·bein das; ein (harter) Knoten unter der Haut (besonders an der Hand oder am Fuß) …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Überbein — Ü̲berbein vgl. Ganglion …   Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke

  • Überbein — Über|bein (verhärtete Sehnengeschwulst) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Überbein, das — Das Überbein, des es, plur. die e, eine fehlerhafte Erhabenheit an den Händen und Füßen bey Menschen und Thieren, welche in Auswüchsen oder Verhärtungen an den Sehnen, oft aber auch an den Knochen bestehet. Im gemeinen Leben glaubt man, daß… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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